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zu Benedikt XVI.






Glaube



Werk des Heiligen Geistes
Doch ist mein Glaube – wie schon bei Petrus und bei jedem von uns – nicht nur mein eigenes Werk, meine Bindung an die Wahrheit Jesu Christi und der Kirche. Mein Glaube ist wesentlich und vor allem ein Werk des Heiligen Geistes, ein Geschenk seiner Gnade. Der Herr schenkt mir – wie auch euch – Seinen Geist, damit wir „Credo“ sagen können: Ich glaube. Dann nimmt uns der Herr in seinen Dienst, damit wir für ihn Zeugen sind in jedem Winkel der Erde.
Liebe Freunde! Warum wollte ich euch am Anfang eures Jubiläums dieses persönliche Zeugnis geben? Ich wollte dadurch klarmachen: Der Weg des Glaubens bahnt sich durch alle Erfahrung unseres Lebens. Gott wirkt durch die konkreten und persönlichen Ereignisse eines jeden von uns: durch sie zeigt sich uns das Wort, das Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat. Manchmal geschieht das auf wahrhaft geheimnisvolle Weise.
Ansprache bei der Begegnung mit der Jugend auf dem Petersplatz, 15. August 2000



Mein Glaube
Ich bin seit meiner frühesten Kindheit in einem Klima von Glauben und in einem sozialen Milieu aufgewachsen, das tief im kirchlichen Leben und Wirken verwurzelt war. Trotzdem – und vielleicht gerade deshalb – scheint es mir um so wichtiger zu betonen, dass ich der Glaube ‚als persönliche Antwort auf das in Jesus Christus gesprochene Wort Gottes‘ unaufhörlich neu schafft und entfaltet. Ich kann das aufgrund meines eigenen Werdegangs behaupten. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass mein Glaube niemals, in keiner meiner Lebensphasen eine rein ‚soziologische‘ Erscheinung gewesen ist, die sich aus den Gewohnheiten oder Sitten meines Milieus oder schliesslich aus der Tatsache ergeben hätten, dass andere in meiner Umgebung ‚so glaubten und handelten‘. Ich habe meinen Glauben nie als traditionell betrachtet, obgleich ich eine stets wachsende Bewunderung für die kirchliche Tradition und jenen lebendigen Teil von ihr selbst empfand, der das Leben, die Geschichte und die Kultur meines Volkes genährt hat.
Wenn ich jedoch in voller Objektivität meinen persönlichen Glauben betrachte, so habe ich immer festgestellt, dass er nichts mit irgendeiner Art von Konformismus zu tun hatte, dass er in der Tiefe meines ‚Ich‘ geboren wurde, dass er aber auch die Frucht der Anstrengung meines Verstandes war, der eine Antwort auf die Geheimnisse des Menschen und der Welt suchte. Ich habe immer klarer erkannt, dass der Glaube ein Geschenk ist. Mit der inneren Reife kam die Einsicht, dass er meine persönliche und freie Antwort auf das in Jesus Christus gesprochene Wort Gottes, das menschgewordene Wort enthielt. so war mein Glaube [der Papst betont mein] von Anfang an ein Geschenk Gottes. Ich habe ihn nach und nach immer vollständiger als eine innere, vollkommen geschenkte Wirklichkeit erlebt.
„Fürchtet euch nicht!“ von André Frossard im Gespräch mit Johannes Paul II., 1982



Grosses Geschenk
Der Glaube: Das ist nicht die jeweils neueste Nachricht, die heute Schlagzeilen macht und morgen schon vergessen ist. Der Glaube ist nicht eine Lehre, die man sich selber zurechtlegt nach eigenem Gutdünken... Er ist nicht unsere Erfindung, unsre Leistung. Der Glaube ist ein grosses Geschenk Gottes an die Kirche durch Jesus Christus... Der Glaubende steht auf dem Boden Jesu Christi, der in seiner Kirche weiterlebt durch die Jahrhunderte bis zum Ende der Welt. Haltet fest am Glauben der Kirche, so rufe ich euch heute zu. Eure Mütter und Väter haben es getan. Haltet auch ihr fest...
Ansprache auf dem Domplatz in Münster, 1. Mai 1987



Lernen zu glauben
Ein guter Arbeiter wird man erst durch eine Ausbildung. Meine erste Empfehlung ist daher: nehmt euch die Zeit und die Mittel, euren Glauben kennenzulernen, damit ihr jenes „gesunde Auge“ bekommt, das euch euren Lebensweg in vollem Licht gehen lässt.
Ansprache, Rose-Hill 1989



Es braucht etwas...
Es bedarf der Bereitschaft zur Hingabe, zum Sichverschenken; es bedarf auch der Bereitschaft zum Opfer und zum Verzicht, es bedarf eines grossmütigen Herzens, um sagen zu können: Ich glaube. Wer aber diesen Mut hat, vor dem verschwinden die Dunkelheiten. Wer glaubt, hat den Sinn gefunden, und kein Unsinn falscher Lehrer kann ihn mehr in die Irre führen. Wer glaubt, hat einen Standpunkt und versteht, das Leben menschenwürdig und gottgefällig zu leben. Wer glaubt, kann sein Leben auch bewusst beschliessen und ja sagen, wenn Gott ihn in der letzten Stunde ruft...
Ansprache auf dem Domplatz in Münster, 1. Mai 1987



Starker Glaube
Ohne einen starken Glauben seid ihr ohne Halt, umhergetrieben von den wechselnden Lehren der Zeit. Ja, auch heute gibt es Bereiche, wo man die gesunde Lehre nicht mehr erträgt, wo man sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln, wie Paulus vorhergesagt hat. Lasst euch nicht täuschen. Fallt nicht herein auf die Propheten des Egoismus, der falsch verstandenen Selbstverwirklichung, der irdischen Heilslehren, die diese Welt ohne Gott gestalten wollen.
Ansprache auf dem Domplatz in Münster, 1. Mai 1987



Nicht die bequemste Weise
Sich heute zur Kirche Jesu Christi zu bekennen, ist nicht die bequemste Weise zu leben, das ist wohl wahr. Es mag billiger sein, sich anzupassen, unterzutauchen. Den Glauben zu bekennen und zu leben, heisst heute, gegen den Strom schwimmen. Das erfordert Kraft und Mut.
Ansprache auf dem Domplatz in Münster, 1. Mai 1987




Quelle unserer Freude
Quelle unserer Freude ist der Glaube. Wir glauben an einen Gott, der uns für die menschliche Freude erschaffen hat. Bis zu einem gewissen Grad verspüren wir diese Freude auf Erden, in ihrer ganzen Fülle aber im Himmel, in der seligen Schau Gottes. Wir sind dazu bestimmt, die menschlichen Freuden zu empfinden: die Freude am Leben, die Freude an der Liebe und Freundschaft, die Freude an einem gelungenen Werk.
Ansprache vor den Angelus in Adelaide, 30. November 1986



Hören
Der Glaube entsteht durch das Hören. Der hl. Paulus schreibt: „Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündet?“
Botschaft zum VII. Weltjugendtag 1992



Glaube und Gottesfurcht
Der Glaubende kommt zu Gott und stellt sich vor ihn hin mit „zerknirschtem Geist“ und „zerbrochenem Herzen“ (vgl. Ps 51.19) wohl wissend, dass er sich „mit Furcht und Zittern“ um sein Heil mühen muss (Phil 2,12). Das bedeutet aber nicht unvernünftige Angst, sondern Verantwortungsbewusstsein und Treue gegenüber seinem Gesetz. All das nimmt der Heilige Geist mit der Gabe des Gottesfurcht auf und erhebt es. Sie schliesst gewiss die Angst nicht aus, die aus dem Bewusstsein der begangenen Sünden und der Aussicht auf göttliche Strafen kommt, aber sie mildert sie durch den Glauben an das göttliche Erbarmen und die Gewissheit der väterlichen Sorge Gottes, der das ewige Heil einen jeden will. Aber mit dieser Gabe giesst der Heilige Geist in die Seele vor allem kindliche Furcht ein, die das Gefühl ist, das in der Liebe zu Gott wurzelt: Die Seele ist dann darauf bedacht, Gott, den geliebten Vater, nicht zu missfallen, ihn durch nichts zu beleidigen und in der Liebe zu „bleiben“ und zu wachsen (vgl. Joh 15,4-7). Von der heiligen und rechten Furcht, die mit der Liebe zu Gott in der Seele verbunden ist, hängt die ganze übung der christlichen Tugend ab, besonders der Demut, der Mässigkeit, der Keuschheit und der Abtötung. Erinnern wir uns an die Aufforderung des Apostels Paulus an seine Christen: „Reinigen wir uns also von aller Unreinheit des Leibes und des Geistes, und streben wir in Gottesfurcht nach vollkommener Heiligung“ (2 Kor 7,1).



Der Glaube nimmt nichts weg
Ich kenne die Einwände, die in der Welt von heute gegen den Glauben erhoben werden. Auch ihr hört sie. Es sprechen sie diejenigen aus, die an eurer Seite leben, eure Gefährten beim Studium, bei der Arbeit und in der Freizeit. Lasst euch nicht einschüchtern, gebt eure Überzeugungen nicht auf; verschleudert nicht die Ideale, die euch von denen überliefert worden sind, die in ihrer eigenen Erfahrung die Glaubwürdigkeit des Glaubens erprobt haben. Der Glaube nimmt der Würde des Menschen nichts weg – im Gegenteil: Er verschafft unserem Verstand die Mittel, um auf die uns bedrängenden Anfragen richtig antworten zu können. Der Glaube führt uns zur Kenntnis der letzten Wahrheit über die Dinge, über die Menschen und über Gott. Er führt uns nicht weg von der Welt, von den anderen Brüdern und Schwestern. Er bringt uns im Gegenteil ihren Problemen und ihrem Hoffnungen näher.
Ansprache an die Jugend auf den Kapverdischen Inseln, 26. Januar 1990



Werkzeug
Der Glaube ist das einzige, nächstliegende und angebrachte Werkzeug, um mit Gott in Verbindung zu treten.
Apostolisches Schreiben zum 400. Todestag des hl. Johannes vom Kreuz, 14. Dezember 1990



Beständiger und konsequenter Glauben
Wirklich, „der Mächtige hat Grosses an mir getan, und sein Name ist heilig“ (Lk 1,49). Liebe Brüder und Schwestern, müssen nicht auch wir vielleicht mit Maria sagen: Grosses hat er an mir getan? Denn was er an ihr getan hat, das hat er für uns und an uns getan. Für uns ist er Mensch geworden, an uns hat er Gnade und Wahrheit gewirkt. Aus uns macht er Kinder Gottes und Erben des Himmels. Die Worte Mariens geben uns eine neue Sicht des Lebens, die Sicht eines beständigen und konsequenten Glaubens. Eines Glaubens, der das Licht des täglichen Lebens, dieser manchmal ruhigen, aber auch stürmischen und schwierigen Tage ist. Eines Glaubens, der am Ende die Finsternis unseres Todes aufhellt.
Predigt beim Gottesdienst in der Pfarrkirche von Castel Gandolfo am Fest Mariä Himmelfahrt, 15. August 1979




Erfahrung Gottes
Der Glaube ruft, gemeinsam mit Hoffnung und Liebe, diese tiefe und beglückende Kenntnis hervor, die wir als Erfahrung oder Erahnen Gottes, Glaubenslebens und christliche Kontemplation bezeichnen. Es handelt sich dabei um etwas, das weit über die theologische oder philosophische Reflexion hinausgeht. Durch den Heiligen Geist empfangen es viele einfache, an Gott hingegebene Seelen.
Apostolisches Schreiben zum 400. Todestag des hl. Johannes vom Kreuz, 14. Dezember 1990



Rechte Antwort
Wenn das Wort Gottes im Herzen des Menschen Wurzeln schlagen soll, muss es die rechte Antwort erhalten: Diese Antwort ist der Glaube. Im Brief an die Hebräer schreib der Apostel: "Glaube ist: Feststehen in dem, was man erhofft, überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht." (Hebr 11,1)
Predigt in Sainte-Anne-d'Auray, 20. September 1996



Was ist der Glaube?
Was ist der Glaube? Die dogmatische Konstitution Dei Verbum sagt darüber: Im Glauben "überantwortet sich der Mensch Gott als ganzer in Freiheit, indem er sich ... mit Verstand und Willen voll unterwirft und seiner Offenbarung willig zustimmt" (Nr. 5). Der Glaube ist nicht nur Zustimmung der Vernunft mit der geoffenbarten Wahrheit, sondern auch Unterwerfung des Willens und Hingabe der Person an Gott. Der Glaube ist also eine Haltung, die die gesamte menschliche Existenz in Anspruch nimmt.
Generalaudienz, 18. März 1998



Wahres Antlitz
Es ist dringend notwendig, das wahre Antlitz des christlichen Glaubens zurückzugewinnen und wieder bekannt zu machen; dies ist ja nicht lediglich eine Summe von Aussagen, die mit dem Verstand angenommen und bestätigt werden müssen. Er ist vielmehr eine gelebte Kenntnis von Christus, ein lebendiges Gedächtnis seiner Gebote, eine Wahrheit, die gelebt werden muss. Ein Wort wird schliesslich nur dann wahrhaft angenommen, wenn es in die Handlungen übergeht, wenn es in die Praxis umgesetzt wird. Der Glaube ist eine Entscheidung, die die gesamte Existenz in Anspruch nimmt. Er ist Begegnung, Dialog, Liebes- und Lebensgemeinschaft des Glaubenden mit Jesus Christus, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (vgl. Joh 14, 6). Er schliesst einen Akt des Vertrauens und der Hingabe an Christus ein und gewährt uns zu leben, wie er gelebt hat (vgl. Gal 2, 20), das heisst in der je grösseren Liebe zu Gott und zu den Brüdern.
Enzyklika "Veritatis Splendor", 6. August 1993



Antwort
Unser Glaube ist nicht einfach das Ergebnis unseres Gottsuchens. [...] Unser Glaube ist unsere Antwort auf Gottes Liebe und Auserwählung.
Predigt in St. Louis, 27. Januar 1999



Öffnung
Der Glaube ist in seinem tiefsten Wesen die öffnung des menschlichen Herzens gegenüber der göttlichen Gabe: gegenüber der Selbstmitteilung Gottes im Heiligen Geist.
Enzyklika "Dominum et vivificantem", 18. Mai 1986













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