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zu Benedikt XVI.






Liebe


Hohe Ansprüche
Wenn die Kirche unangenehme Aussagen macht, dann tut sie das deshalb, weil sie sich dazu verpflichtet weiss. Sie tut es aus Ehrlichkeit. Es wäre allerdings viel leichter, bei Gemeinplätzen zu bleiben. Aber zuweilen muss sie in Übereinstimmung mit dem Evangelium an höheren Idealen festhalten, auch wenn sie im Gegensatz zu den gängigen Auffassungen stehen.
Aber stimmt es dann noch, dass das Evangelium eine frohe Botschaft ist? Ja, das ist es gewiss! Wie ist das möglich? Die Antwort besteht in einem einzigen Wort, das kurz, aber dessen Inhalt so tief wie das Meer ist. Das Wort heisst "Liebe". Die Strenge der Vorschrift kann sehr wohl in Einklang gehen mit der Freude des Herzens, wenn man bei seinem Handeln von der Liebe angetrieben wird. Wer liebt, hat keine Angst vor dem Opfer. Ja, er sucht sogar das Opfer, das ein überzeugender Beweis für die Echtheit seiner Liebe ist. Ist das nicht die Erfahrung, die ihr selbst mit denjenigen macht, die ihr liebt?
Um was sie euch auch bitten, ihr werdet nicht müde, es zu tun, und das Opfer, das es euch kostet, wird selbst zu einer Quelle der Freude.
Das ist, liebe, junge Leute, das Geheimnis eines konsequenten und frohen christlichen Lebens. Das Geheimnis liegt in einer aufrichtigen, persönlichen und tiefen Liebe zu Christus. Mein Wunsch ist, dass jeder von euch diese Liebe finden möge.
Ansprache an die Jugend in Ammersfort, 14. Mai 1985



Leben, um zu lieben
Der Sinn des Lebens, so wird Gott euch sagen, liegt in der Liebe. Nur wer zu lieben versteht bis zur Selbstvergessenheit, um sich dem Bruder hinzugeben, verwirklicht voll sein eigenes Leben und bringt im höchsten Grade den Wert der eigenen irdischen Existenz zum Ausdruck. Das ist das im Evangelium enthaltene Paradoxon vom Leben, das man rettet, indem man sich verliert (vgl. Joh 12,25), ein Paradoxon, das seine volle Klarheit im Geheimnis Christi findet, der für uns gestorben und auferstanden ist.
Vigil, Santiago de Compostela 1989



Wahre Jünger
Woran aber wird man erkennen, dass ihr wahre Jünger Christi seid? Daran, dass "ihr einander liebt" (Joh 13,35) nach dem Beispiel seiner Liebe: einer ungeschuldeten, unendlich geduldigen Liebe, die sich niemandem verweigert (vgl. 1 Kor 13,4-7).
Botschaft zum XII. Weltjugendtag 1997



Innere Dynamik
Die Liebe ist eine innere Dynamik, besser gesagt: eine Tugend, die dazu drängt, sich hinzugeben, und sie führt zur Verbundenheit der Wesen. Eine Tugend, ja die grösste Tugend unter den theologalen, göttlichen und den menschlichen Tugenden, ganz allgemein die grösste Tugend. Sie drängt dazu, sich hinzugeben und sie führt zur Gemeinschaft. Sie liebt auch Gott in seinem trinitarischen Leben: jede göttliche Person ist ganz auf die andere ausgerichtet und empfängt alles von der anderen, in einer vollkommenen Einheit. Geradeso hat der Sohn Gottes und geliebt, so sehr, dass er Mensch wurde und sein Leben für uns hingab. "Es gibt keine grössere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt" (Joh 15,13).
Ansprache bei der Begegnung mit der Jugend im Stadion Amahoro in Kigali (Rwanda), 8. September 1990



Ewiges Leben
Christus sagt: " Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten". Im Grunde des menschlichen Wesens schlägt die Liebe, von der Jesus, der Herr, spricht, Wurzel durch das Wirken des Heiligen Geistes. Das ewige Leben ist genau diese Liebe: Teilhabe an der Liebe Gottes, Teilnahme am Wesen Gottes. Die Liebe, von der der hl. Paulus schreibt, dass "sie niemals aufhört" (vgl. 1 Kor 13,8). Auch wenn sie auf der Erde verbunden ist mit dem Glauben und der Hoffnung, so geht die Liebe nicht unter: nur die Liebe vergeht nicht. Sie ist, um es nochmals mit dem hl. Paulus zu sagen, die Tugend, die "am grössten unter ihnen ist" (1 Kor 13,13).
Predigt in Aversa, 13. November 1990



Die fruchtbarste Tugend
Am fruchtbarsten ist natürlich die theologale Tugend der Liebe, wozu die Hochschätzung und Achtung der anderen gehört. Solche echte, von Gott empfangene Bruderliebe ebnet die Wege der Begegnung selbst in festgefahren erscheinenden Situationen. Wenn man sich in diesem Geist begegnet, kann man verantwortlich und gemeinschaftlich die Aufgaben unserer Zeit erkennen.
Ansprache an die Mitglieder der Bischofskonferenz von Griechenland beim Ad-limina-Besuch, 27. Januar 1989




Feindesliebe
Die höchste Offenbarung der göttlichen Liebe ist gewiss die Vergebung, die aus der Feindesliebe hervorgeht. In dieser Hinsicht sagt Jesus, dass es kein besonderes Verdienst ist, den zu lieben, der unser Freund ist und uns Gutes erweist (vgl. Mt 5, 46–47). Ein wirkliches Verdienst hat derjenige, der seinen Feind liebt. Aber wer hätte die Kraft, einen so erhabenen Gipfel zu erreichen, wenn er nicht von der Liebe Gottes gestützt würde?
Predigt, 16. Mai 1999



Zivilisation der Liebe
Der Christ weiss, dass die Liebe der Grund ist, weshalb Gott mit dem Menschen in Beziehung tritt. Und ebenso ist es die Liebe, die Gott sich als Antwort vom Menschen erwartet. Die Liebe ist darum auch die erhabenste und vornehmste Beziehungsform der Menschen untereinander. Die Liebe soll daher jeden Bereich des menschlichen Lebens beseelen und sich desgleichen auf die internationale Ordnung ausdehnen. Nur eine Menschheit, in der die »Zivilisation der Liebe« herrscht, wird sich eines wahren und bleibenden Friedens erfreuen können.
Botschaft zum Weltfriedenstag 2004, 8. Dezember 2003



Begegnung mit Christus selbst
Die christliche Liebe ist nicht einfach ein Akt der Nächstenliebe, sondern auch eine Begegnung mit Christus selbst, der in den Armen gegenwärtig ist. Liebe zu Christus bedeutet also Liebe zu den Armen.
Schreiben an die Missionarinnen der Nächstenliebe, 3. Februar 2003



Ähnlichkeit mit Gott
Die Liebe ist das, was über die sittliche Vollkommenheit des Menschen und über seine Ähnlichkeit mit Gott entscheidet. »Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird auch von meinem Vater geliebt werden, und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren« (Joh 14,21). Die heutige Liturgie [...] erinnert uns an diese Liebe Gottes, nach der sich der Mensch so sehr sehnt. Sie macht deutlich, dass die Einhaltung der Gebote Gottes im täglichen Leben eine konkrete Antwort auf diese Liebe ist.
Predigt in Elblag, Polen, 6. Juni 1999



Wahre Liebe
Die Liebe ist wahr, wenn sie das Gute der Personen und der Gemeinschaften hervorruft, es hervorruft und es an die anderen weitergibt. Nur wer im Namen der Liebe an sich selbst Forderungen zu stellen vermag, kann auch von den anderen Liebe verlangen. Denn die Liebe ist anspruchsvoll. Sie ist es in jeder menschlichen Situation; sie ist es um so mehr für denjenigen, der sich dem Evangelium öffnet. Ist es nicht dies, was Christus in »seinem« Gebot verkündet? Es ist notwendig, dass die heutigen Menschen diese anspruchsvolle Liebe entdecken, denn sie bildet in Wahrheit das tragende Fundament der Familie, ein Fundament, das imstande ist, »alles zu ertragen«. Nach dem Apostel ist die Liebe nicht fähig, alles »zu ertragen«, wenn sie »Neid und Missgunst« nachgibt, wenn sie »prahlt«, wenn sie »sich aufbläht«, wenn sie »ungehörig handelt« (vgl. 1 Kor 13,4–5). Die wahre Liebe, so lehrt der hl. Paulus, ist anders: »Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand« (1 Kor 13,7). Genau diese Liebe »wird alles ertragen«. In ihr wirkt die starke Kraft Gottes selbst, der »die Liebe ist« (1 Joh 4,8.16). In ihr wirkt die starke Kraft Christi, des Erlösers des Menschen und Heilands der Welt.
Brief an die Familien, 2. Februar 1994



Die Grösste unter ihnen
Glaube, Hoffnung und Liebe sind wie drei Sterne, die am Himmel unseres geistlichen Lebens leuchten. Sie stellen im wahrsten Sinn des Wortes göttliche Tugenden dar. Denn sie führen uns in die Gemeinschaft mit Gott ein. Diese Dreiheit der Tugenden gipfelt in der Tugend der Liebe, der ‘agape’, die vom heiligen Apostel Paulus so schön besungen sind. ‘Für jetzt bleiben Glauben, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am grössten unter ihnen ist die Liebe.’ (1 Kor 13,13)
Generalaudienz, 22. November 2000



Schauen auf den anderen
Wahre Liebe ist weder ein verschwommenes Gefühl noch blinde Leidenschaft. Sie ist eine innere Haltung, die den ganzen Menschen umfasst. Sie ist ein "Schauen auf den andern", nicht um sich seiner zu bedienen, sondern um ihm zu dienen. Sie ist die Fähigkeit, sich mit dem zu freuen, der Freude hat, und mit dem zu leiden, der leidet. Sie bedeutet, dass man das, was man hat, mit den anderen teilt, damit es keinem am Nötigsten fehlt. Liebe ist mit einem Wort Sich-selbst-Schenken. Diese Liebe, die die wichtigste Botschaft des Christentums ist, holt man sich immer von neuem zu Füssen des Kreuzes, vor dem erschütternden Bild des menschgewordenen Sohnes Gottes, der sich für das Heil des Menschen opfert.
Angelus, 13. Februar 1994














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