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zu Benedikt XVI.






Keuschheit


Ungeteilte Hingabe an Gott
Die Keuschheit der unverheirateten Männer und der Jungfrauen als Bekundung der ungeteilten Hingabe an Gott (vgl. 1 Kor 7,32-34) stellt einen Abglanz der grenzenlosen Liebe dar, die die drei göttlichen Personen in der geheimnisvollen Tiefe des trinitarischen Lebens verbindet; der Liebe, die von dem fleischgewordenen Wort bis zur Hingabe seines Lebens bezeugt wird; der Liebe, die vom Heiligen Geist »in unsere Herzen ausgegossen« wurde (Röm 5,5), die zu einer Antwort totaler Liebe zu Gott und zu den Brüdern und Schwestern anspornt.
Nachsynodales Schreiben "Vita consecrata" über das geweihte Leben, 25. März 1996



Es gibt eine grössere Liebe
Eure treue und reine Keuschheit ist gefragt, die in der stillen täglichen Hingabe die Barmherzigkeit und Zärtlichkeit des Vaters »verkündet« und der Welt zuruft, dass es eine »grössere Liebe« gibt, die das Herz und das Leben erfüllt, weil sie dem Mitmenschen Raum gibt, wie der Apostel schreibt: »Einer trage des anderen Last« (Gal 6,2). Fürchtet euch nicht, dieses grosse Geschenk Gottes zu bezeugen. Die jungen Menschen beobachten euch. Mögen sie von euch lernen, dass es eine andere Liebe gibt als jene, die die Welt verkündet, eine treue, vollkommene Liebe, die bereit ist, etwas zu wagen. Die aus Liebe zu Jesus gelebte Jungfräulichkeit hat heute mehr denn je prophetische Bedeutung!
Botschaft an die Internationale Union der Generaloberinnen, 14. Mai 2001



Abglanz der grenzenlosen Liebe Gottes
Die Keuschheit der unverheirateten Männer und der Jungfrauen als Bekundung der ungeteilten Hingabe an Gott (vgl. 1 Kor 7,32-34) stellt einen Abglanz der grenzenlosen Liebe dar, die die drei göttlichen Personen in der geheimnisvollen Tiefe des trinitarischen Lebens verbindet; der Liebe, die von dem fleischgewordenen Wort bis zur Hingabe seines Lebens bezeugt wird; der Liebe, die vom Heiligen Geist »in unsere Herzen ausgegossen« wurde (Röm 5,5), die zu einer Antwort totaler Liebe zu Gott und zu den Brüdern und Schwestern anspornt.
Nachsynodales Schreiben "Vita consecrata" über das geweihte Leben, 25. März 1996



Gegen eine Vergötterung des Triebes
Die erste Herausforderung ist die einer hedonistischen Kultur, die die Sexualität jeder objektiven moralischen Norm entbindet, indem sie diese häufig auf das Niveau von Spiel und Konsum herabsetzt und in Komplizenschaft mit den sozialen Kommunikationsmitteln einer Art Vergötterung des Triebes frönt. Die Folgen davon sind für alle sichtbar: Pflichtverletzungen verschiedenster Art, mit denen unzählige psychische und moralische Leiden für die einzelnen und für die Familien einhergehen. Die Antwort des geweihten Lebens besteht vor allem in der freudigen Übung der vollkommenen Keuschheit als Zeugnis für die Macht der Liebe Gottes in der Schwachheit des menschlichen Zustandes.
Nachsynodales Schreiben "Vita consecrata" über das geweihte Leben, 25. März 1996



Vorwegnahme des zukünftigen Reiches
Unveränderlich ist die Lehre, die das geweihte Leben als Vorwegnahme des zukünftigen Reiches darstellt. […] Das geschieht vor allem durch die Entscheidung für die Jungfräulichkeit, die von der Überlieferung immer als eine Vorwegnahme der endgültigen Welt verstanden wurde, die schon jetzt am Werk ist und den Menschen in seiner Ganzheit verwandelt. Die Menschen, die ihr Leben Christus geweiht haben, müssen in der Sehnsucht leben, ihm zu begegnen, um endlich und für immer bei ihm zu sein. Daher die brennende Erwartung, daher das Verlangen, »einzutauchen in das Feuer der Liebe, das in ihnen brennt und das nichts anderes ist als der Heilige Geist« ,Erwartung und Sehnsucht, gestärkt von den Gaben, die der Herr freigiebig denen gewährt, die nach dem streben, was im Himmel ist (vgl. Kol 3,1).
Nachsynodales Schreiben "Vita consecrata" über das geweihte Leben, 25. März 1996



"gut" und "besser"
In unseren allgemeinen Überlegungen betrachten wir die Lehre des hl. Paulus über Ehe und Jungfräulichkeit. Der Apostel sagt, dass heiraten ”gut", nichtheiraten jedoch ”besser" ist. Er begründet seine Vorliebe für die Ehelosigkeit mit dem Hinweis auf die Vergänglichkeit der Welt: ”denn die Gestalt dieser Welt vergeht" (1 Cor. 7, 31). Sodann weiss er darum, dass wahre Liebe zwischen Ehegatten eine Liebe ist, die mit vielen Prüfungen und Schwierigkeiten verbunden ist. Diese möchte er seinen Glaubensbrüdern und -schwestern ersparen. Der wichtigste Grund für den Vorzug der Ehelosigkeit aber ist der folgende: ”Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn, wie er dem Herrn gefalle" (Ibid. 7, 32). Der Verzicht auf die Ehe wird nur dadurch wirklich wertvoll, wenn er um des Herren willen oder, wie Christus sagt,” um des Himmelreiches willen" geschieht.
Generalaudienz, 30. Juni 1982



Beispiel
Das geweihte Leben muss der Welt von heute Beispiele einer Keuschheit vor Augen führen, die von Männern und Frauen gelebt wird, die Ausgeglichenheit, Selbstbeherrschung, Unternehmungslust, psychische und affektive Reife beweisen. Kraft dieses Zeugnisses wird der menschlichen Liebe ein fester Bezugspunkt geboten, den die Person des geweihten Lebens aus der Betrachtung der uns in Christus offenbarten dreifaltigen Liebe erfährt. Da sie sich in dieses Geheimnis vertieft, fühlt sie sich zu einer radikalen und universalen Liebe fähig, die ihr die Kraft zur notwendigen Selbstbeherrschung und Disziplin gibt, um nicht der Knechtschaft der Sinne und der Triebe zu verfallen. Die geweihte Keuschheit erscheint somit als Erfahrung von Freude und Freiheit.
Nachsynodales Schreiben "Vita consecrata" über das geweihte Leben, 25. März 1996



Standhaft bleiben
Die in vollkommener Keuschheit lebenden gottgeweihten Männer und Frauen stossen gelegentlich auf Widerspruch und Gleichgültigkeit bei ihren Mitmenschen, und folglich auf die Einsamkeit in all ihrer Bitterkeit und Härte. In jenen Momenten kann der Wunsch nach menschlicher Unterstützung und Trost die Erinnerung an das wecken, was man im Leben hinter sich gelassen hat: das natürliche Bedürfnis, in den Kindern fortzuleben, der Wunsch nach Zuneigung und der Trost familiärer Wärme.
Diese menschlichen Bestrebungen sind durchaus verständlich, aber, in der Perspektive des Glaubens, ist es möglich, im Blick auf das Reich Gottes über sie hinauszugehen. Derjenige, der den entscheidenden Schritt der Weihe getan hat, wird dies im Vertrauen auf die Verheissung Christi getan haben, dass »jeder, der um des Reiches Gottes willen Haus oder Frau, Brüder, Eltern oder Kinder verlassen hat, dafür schon in dieser Zeit das Vielfache und in der kommenden Welt das ewige Leben erhalten wird« (vgl. Lk 18, 29-30). In Augenblicken der Prüfung müssen wir Jesus nachfolgen, der in der Nacht seines Opfertodes sich bedingungslos dem Willen des Vaters unterworfen hat und somit zum Vorbild jenes wahren Gehorsams wurde, der nicht unterwürfig ist oder die eigene Unabhängigkeit einschränkt, sondern der ein Weg wahrer Freiheit der Kinder Gottes ist. Daher müssen wir an der festen Überzeugung festhalten, dass der, der in den Geweihten dieses gute Werk begonnen hat, es auch vollenden wird bis zum Tag Christi Jesu (vgl. Phil 1,6).
Ad-Limina-Besuch der brasilianischen Bischöfe, 10. Dezember 2002



Auch Realisierung des Frau-seins
In der freiwillig gewählten Jungfräulichkeit bestätigt sich die Frau als Person, das heisst als jenes vom Schöpfer von Anfang an um seiner selbst willen gewollte Wesen, und gleichzeitig realisiert sie den personalen Wert ihres Frauseins, indem sie zur »aufrichtigen Hingabe« an Gott wird, der sich in Christus offenbart hat, zu einer Hingabe an Christus, den Erlöser des Menschen und Bräutigam der Seelen: zu einer »bräutlichen« Hingabe also. Ohne Bezug auf die bräutliche Liebe lässt sich die Jungfräulichkeit, die Weihe der Frau in der Jungfräulichkeit, nicht richtig begreifen: Denn in einer solchen Liebe wird die Person zur Hingabe an den anderen.
Apostolisches Schreiben "Mulieris Dignitatem", über die Würde und Berufung der Frau, 15. August 1988



Bräutliche Liebe
Die Frau, vom »Anfang« an dazu berufen, geliebt zu werden und zu lieben, findet in der Berufung zur Jungfräulichkeit vor allem Christus als den, der als Erlöser durch seine Hingabe »den Menschen seine Liebe bis zur Vollendung erwies« (vgl. Joh 13, 1), und sie erwidert dieses Geschenk mit einer »aufrichtigen Hingabe« ihres ganzen Lebens. Sie schenkt sich also dem göttlichen Bräutigam, und diese ihre persönliche Hingabe strebt nach Vereinigung, die einen wesentlich geistlichen Charakter hat: Durch das Wirken des Heiligen Geistes wird sie »ein Geist« mit Christus, dem Bräutigam (vgl. 1 Kor 6, 17).
Apostolisches Schreiben "Mulieris Dignitatem", über die Würde und Berufung der Frau, 15. August 1988



Ja
Im evangelischen Ideal der Jungfräulichkeit verwirklichen sich auf besondere Weise die Würde und die Berufung der Frau. In der so verstandenen Ehelosigkeit zeigt sich der sogenannte Radikalismus des Evangeliums: Verlasst alles und folgt Christus nach (vgl. Mt 19, 27). Das alles lässt sich nicht mit dem einfachen Ledigsein oder Unverheiratetbleiben vergleichen; denn die Jungfräulichkeit um des Himmelreiches willen beschränkt sich nicht auf das blosse »Nein«, sondern enthält ein tiefes »Ja« im bräutlichen Sinne: die vollkommene und ungeteilte Hingabe aus Liebe.
Apostolisches Schreiben "Mulieris Dignitatem", über die Würde und Berufung der Frau, 15. August 1988



Glauben an das ewige Leben
Die Entscheidung für die Ehelosigkeit und die vollkommene Keuschheit ist nicht zu trennen vom Glauben an das ewige Leben. In einer Welt, der es schwer fällt, an die Auferstehung der Toten zu glauben, verkündet ihr, dass uns nach dem Durchgang durch den Tod die Fülle des Lebens geschenkt wird, und dass dieses irdische Leben nur das Vorspiel dazu ist. Hat nicht der hl. Augustinus in der gottgeweihten Ehelosigkeit eine Art beständiger Meditation über das ewige Leben gesehen, zu einer Zeit, in der man noch in einem vergänglichen Leib lebt?
Ansprache an die Ordensleute in St. Odilienberg / Frankreich, 11. Oktober 1988




Demut, Sanftmut und Geduld
Ihr Jungfrauen um des Himmelreiches willen seid mehr als jeder andere dazu berufen, Christus und seinen Empfindungen der Demut, Sanftmut und Geduld gleichförmig zu werden. Möge Euer Keuschheitsgelübde an die Fruchtbarkeit einer bräutlichen Beziehung zwischen dem Geschöpf und seinem Schöpfer erinnern, möge es ein Zeichen dafür sein, dass es im Herzen des Menschen einen Ort gibt, den Gott allein ausfüllen kann.
Botschaft an die Teilnehmer des internationalen Kongresses über das geweihte Leben, 26. November 2004



Geistliche Mutterschaft
Nach der "Logik" der Vereinigung mit Christus als dem Priester und dem Bräutigam entfaltet sich in der Frau auch das Gefühl der geistlichen Mutterschaft. Die Jungfräulichkeit – oder evangelische Keuschheit - bringt den Verzicht auf die körperliche Mutterschaft mit sich, um sich nach dem göttlichen Plan in eine höher geordnete Mutterschaft umzusetzen, über der das Licht der Mutterschaft der Jungfrau Maria erstrahlt. Jede gottgeweihte Jungfräulichkeit ist dazu bestimmt, vom Herrn ein Geschenk zu empfangen, das in einem gewissen Mass die Merkmale der Universalität und der geistlichen Fruchtbarkeit der Mutterschaft Marias nachbildet.
Ansprache bei der Generalaudienz, 15. März 1995



Als Lebensmodell anbieten
Das Beispiel Marias macht die Schönheit der Jungfräulichkeit deutlich und ermutigt die zum gottgeweihten Leben Berufenen, diesen Weg zu gehen. Es ist an der Zeit, die Jungfräulichkeit im Hinblick auf Maria aufzuwerten. Es ist an der Zeit, sie den Jugendlichen als ernsthaftes Lebensmodell anzubieten. Maria stützt mit ihrer Hilfe alle, die sich dazu entscheiden, sie zeigt ihnen die hohe Würde der Ganzhingabe des Herzens an Gott und stärkt ununterbrochen ihre Treue, auch in den Stunden der Schwierigkeiten und Gefahren.
Ansprache bei der Generalaudienz, 29. März 1995












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