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zu Benedikt XVI.






Gehorsam


Notwendigkeit des Gehorsams in der Nachfolge Christi
Als Jesus Jünger in seine Nachfolge berief, schärfte er ihnen die Notwendigkeit eines unbedingten Gehorsams seiner Person gegenüber ein. Es handelt sich nicht nur um die allgemeine Beobachtung des göttlichen Gesetzes und der Gebote des rechten und wahrhaftigen menschlichen Gewissens, sondern um eine weit höhere Verpflichtung. Christus nachfolgen heisst, das vollbringen wollen, was er selbst befühlen hat, und für die Ankunft des Reiches Gottes im Dienst des Evangeliums sich seiner Führung unterzuordnen. Ausser der Verpflichtung zum Zölibat und zur Armut forderte Jesus mit seinem „Folge mir!“ auch die zum Gehorsam. Dadurch dehnt er auf die Jünger seinen Gehorsam aus, den er dem Vater gegenüber als fleischgewordenes Wort, als „Knecht Jahwes“, erwiesen hat.
Generalaudienz, 7. Dezember 1994



Kindliche Abhängigkeit
Der Gehorsam, der in der Nachahmung Christi geübt wird, dessen Speise es war, den Willen des Vaters zu tun (vgl. Joh 4,34), stellt die befreiende Schönheit einer von Verantwortungsgefühl erfüllten und von gegenseitigem Vertrauen beseelten kindlichen und nicht sklavischen Abhängigkeit dar, die Abglanz der liebevollen Gegenseitigkeit der drei göttlichen Personen in der Geschichte ist.
Nachsynodales Schreiben „Vita consecrata“ über das geweihte Leben, 25. März 1996



Wahre Freiheit
Euer verantwortlicher und bereitwilliger Gehorsam gegenüber Gott durch die Personen, die er auf euren Weg stellt, ist gefragt. Ihr seid gerufen, durch euer Leben zu zeigen, dass die wahre Freiheit darin besteht, entschlossen den vom Gehorsam vorgezeichneten und gesegneten Weg zu gehen, den Weg des Todes und der Auferstehung, den Jesus uns durch sein Beispiel gewiesen hat. Haltet euch seinen Schrei der Verlassenheit und der vollen Hingabe an den Vater gegenwärtig: »Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst« (Mt 26,39)
Botschaft an die Internationale Union der Generaloberinnen, 14. Mai 2001



Opfer der eigenen Freiheit
Als Erben der von Jesus unmittelbar zur Nachfolge in seiner messianischen Sendung berufenen Jünger bringen die Ordensleute im Gelübde des Gehorsams die „volle Hingabe ihres Willens gleichsam als Opfer ihrer selbst Gott dar. Dadurch werden sie fester und sicherer dem göttlichen Heilswillen geeint“ (Perfectae caritatis, 14). In Übereinstimmung mit dem göttlichen Heilswillen ist der Verzicht auf die eigene Freiheit gerechtfertigt. Offen für den Heilsplan Gottes in dem ganzen Ausmass, in dem der Vater alle Geschöpfe umfängt, geht der Gehorsam nach dem Evangelium weit über die einzelne Bestimmung der Jünger hinaus: Er ist eine Teilhabe am Werk der universalen Erlösung.
Generalaudienz, 7. Dezember 1994



Nachahmung Christi
Auch der Gehorsam, der im Wunsch verwurzelt ist, Christus, den gehorsamen Sohn des Vaters nachzuahmen, ist ein lebenswichtiger Aspekt eures Daseins als Priester und Ordensleute. Tatsächlich ist „der Gehorsam die besondere Tugend des Dieners Christi..., der durch seinen Gehorsam das Menschengeschlecht erlöst hat“ (Ad gentes, Nr. 24). Er ist auch ein Zeichen der Demut und der Unterwerfung unter den Willen Gottes, der besonders durch jene zum Ausdruck kommt, die er als Nachfolger der Apostel erwählt hat, als „Hirten für die Kirche Gottes, ... die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat“ (Apg 20,28), sowie durch alle, die im Glauben zu Vertretern Gottes werden (vgl. Perfectae caritatis, Nr. 14).
Ansprache bei der Begegnung mit Priestern und Ordensleuten in Dar es Salaam (Tansania), 2. September 1990



Antwort auf falsch verstandene Freiheit
Die dritte Herausforderung kommt von jenen Auffassungen von Freiheit, die dieses fundamentale menschliche Vorrecht von seiner grundlegenden Beziehung zur Wahrheit und zur moralischen Norm loslösen. In Wirklichkeit ist die Kultur der Freiheit ein echter Wert, zuinnerst verbunden mit der Achtung vor der menschlichen Person. Wer aber sieht nicht, zu welchen abnormen Folgen von Ungerechtigkeit und sogar von Gewalt im Leben der einzelnen und der Völker der verfälschte Gebrauch der Freiheit führt? Eine wirkungsvolle Antwort auf diese Situation ist der Gehorsam, der für das geweihte Leben charakteristisch ist. Er stellt uns auf besonders lebendige Weise wieder den Gehorsam Christi gegenüber dem Vater vor Augen und bezeugt, eben von seinem Geheimnis ausgehend, dass kein Widerspruch zwischen Gehorsam und Freiheit besteht. Tatsächlich enthüllt das Verhalten des Sohnes das Geheimnis der menschlichen Freiheit als Weg des Gehorsams gegenüber dem Willen des Vaters und das Geheimnis des Gehorsams als Weg fortschreitender Eroberung der wahren Freiheit. Und genau diesem Geheimnis will die Person des geweihten Lebens durch dieses bestimmte Gelübde Ausdruck verleihen. Sie will dadurch bezeugen, dass sie sich einer Kindschaftsbeziehung bewusst ist, kraft derer sie den väterlichen Willen als tägliche Speise , als ihren Felsen, ihre Freude, ihren Schild und Schutzwall anzunehmen sucht. So beweist sie, dass sie in der vollen Wahrheit über sich selbst wächst, während sie mit der Quelle ihres Seins verbunden bleibt und darum die tröstliche Botschaft anbietet: »Alle, die deine Weisung lieben, empfangen Heil in Fülle; es trifft sie kein Unheil« (Ps 119 [118],165).
Nachsynodales Schreiben „Vita consecrata“ über das geweihte Leben, 25. März 1996



Vollkommenste Form der Nachfolge
Der hl. Thomas sieht im Ordensgehorsam die vollkommenste Form der Nachfolge Christi, von dem Paulus sagt: „Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.“ (Phil 2,8). Der Gehorsam steht deshalb in der Hingabe durch das Ordensgelübde an erster Stelle. Auf den Spuren dieser schönen und ausgeprägten christlichen Tradition betont das Konzil, dass sich die Ordensleute „unter der Anregung des Heiligen Geistes... im glauben den Obern (unterstellen), die Gottes Stelle vertreten, nach dem Beispiel Jesu Christi ... Durch die Obern werden sie zum Dienst an allen Brüdern in Christus bestellt, wie auch Christus selbst im Gehorsam gegen den Vater den Brüdern diente und sein Leben als Lösepreis für viele dahingab“ (Perfectae caritatis, 14). Der Gehorsam gegenüber dem Vater wurde von Jesus verwirklicht, ohne dass er menschliche Mittlerschaft ausschloss. Jesus gehorchte in seiner Kindheit Josef und Maria: Lukas sagt, er „war ihnen gehorsam“ (Lk 2,51). So ist Jesus das Vorbild derer, die einer menschlichen Autorität gehorchen und in dieser Autorität ein Zeichen des göttlichen Willens sehen. Und durch den evangelischen Rat des Gehorsams werden die Ordensleute aufgerufen, den Oberen als den Stellvertretern Gottes zu gehorchen.
Generalaudienz, 7. Dezember 1994



Nicht nur menschliche Autorität
Leicht zu verstehen ist, dass bei der Erkenntnis dieser göttlichen Stellvertretung [Gottes durch die Oberen] in einem Menschen oft die Schwierigkeit des Gehorsams auftritt. Wenn hier nun das Geheimnis des Kreuzes aufscheint, darf man es nicht aus den Augen verlieren. Man soll immer daran denken, dass der Ordensgehorsam nicht einfach menschliche Unterordnung unter eine menschliche Autorität ist. Wer gehorcht, unterwirft sich Gott, dem göttlichen Willen, der im Willen der Oberen Ausdruck findet. Es ist eine Sache des Glaubens. Die Ordensleute wollen an Gott glauben, der ihnen seinen Willen durch die Oberen mitteilt. Auch in den Fällen, in denen die Fehler der Oberen erscheinen, drückt ihr Wille, wenn er nicht im Gegensatz zu Gottes Gesetz oder zur Regel steht, den göttlichen Willen aus. Selbst wenn nach menschlichem Ermessen eine Entscheidung unklug zu sein scheint, nimmt die Einsicht des Glaubens das Geheimnis des göttlichen Willens an: mysterium Crucis.
Generalaudienz, 7. Dezember 1994



Zwische Geheimnis der Sünde und Geheimnis der Rechtfertigung
Man kann sagen, dass jene, die sich entscheiden, nach dem evangelischen Rat des Gehorsams zu leben, sich in einer einzigartigen Weise zwischen das Geheimnis der Sünde und das Geheimnis der Rechtfertigung und der Heilsgnade stellen. Sie befinden sich an diesem „Platz“ mit dem ganzen sündigen Untergrund ihrer menschlichen Natur, mit dem ganzen Erbe „dem Hochmut des Leben“, mit der ganzen egoistischen Neigung, lieber zu herrschen als zu dienen. Aber gerade durch das Gelübde des Gehorsams entscheiden sie sich, sich nach dem Bilde Christi umzuwandeln, der „durch seinen Gehorsam die Menschen erlöst und geheiligt hat.“ Im Rat des Gehorsams möchten sie ihre eigenen Aufgabe im Erlösungswerk Christi und ihren Weg der Heiligung finden.
Apostolisches Schreiben „Redemptionis donum“ an die Ordensleute über das gottweihte Leben im Licht des Geheimnisses der Erlösung, 25. März 1984



Nachahmung Jesu
Durch das Gelübde des Gehorsams entscheiden sich die geweihten Personen, den Gehorsam des Erlösers auf besondere Weise in Demut nachzuahmen. Wenn auch die Unterwerfung unter den Willen Gottes und der Gehorsam seinem Gesetz gegenüber für jeden Stand eine Bedingung des christlichen Lebens sind, so begründet doch im „Ordensstand“, im „Stand der Vollkommenheit“, das Gelübde des Gehorsams im Herzen eines jeden von euch die Pflicht zu einer besonderen Beziehung zu Christus, der „gehorsam war bis zum Tod“.
Apostolisches Schreiben „Redemptionis donum“ an die Ordensleute über das gottweihte Leben im Licht des Geheimnisses der Erlösung, 25. März 1984




Quelle der Glückseligkeit
Seid stets gehorsam in Christus. Eure Institute sollen verantwortungsbewusste Gemeinschaften sein, in denen die Aufgaben der einen bei den anderen nicht zu mangelndem Engagement führen dürfen; Gemeinschaften, in denen ein jeder die Gabe der Unterscheidung, die konstruktive Nächstenliebe, die brüderliche Zurechtweisung übt. Zeigt der Welt, dass der Verzicht auf den eigenen Willen und auf eigene Pläne – in Freiheit, in Liebe und in Treue zum Evangelium – Quelle der Glückseligkeit ist und den Weg zur vollen Selbstverwirklichung öffnet.
Botschaft an die Teilnehmer des internationalen Kongresses über das geweihte Leben, 26. November 2004












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