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zu Benedikt XVI.






Gemeinschaft


Doppelgebot der Liebe
Wenn wir uns an das Evangelium halten, kann man sagen, dass das Gemeinschaftsleben dem entspricht, was Jesus über die Verbindung zwischen den beiden Geboten der Liebe zu Gott und der Liebe zum Nächsten gelehrt hat. In einem Lebensstand, in dem man Gott über alles lieben will, kann man nicht umhin, auch den Nächsten besonders hochherzig zu lieben, angefangen bei denen, die uns am nächsten sind, weil sie zur selben Gemeinschaft gehören. Das ist der Lebensstand der „Gottgeweihten“.
Generalaudienz, 14. Dezember 1994



Bedingungslos
Die Liebe hat Christus zur Selbsthingabe bis hin zum höchsten Opfer am Kreuz geführt. Auch unter seinen Jüngern gibt es keine echte Einheit ohne diese bedingungslose gegenseitige Liebe, die Verfügbarkeit zum Dienst unter Einsatz aller Kräfte erfordert, Bereitschaft, den anderen so wie er ist, ohne Vorurteil anzunehmen, die Fähigkeit, auch »siebenundsiebzigmal« zu vergeben (Mt 18,22), den Willen, keinen zu verurteilen (vgl. Mt 7,1-2). Für die Personen des geweihten Lebens, die durch diese vom Heiligen Geist in die Herzen ausgegossene Liebe (vgl. Röm 5,5) »ein Herz und eine Seele« geworden sind (Apg 4,32), wird es zum inneren Bedürfnis, alles gemeinsam zu haben: materielle Güter und geistliche Erfahrungen, Begabungen und Eingebungen sowie apostolische Ideale und Dienst der Nächstenliebe.
Nachsynodales Schreiben „Vita consecrata“ über das geweihte Leben, 25. März 1996



Entschlossen
Experte der »Spiritualität der Gemeinschaft« wird man vor allem durch eine entschlossene Umkehr zu Christus, eine fügsame öffnung für das Handeln seines Heiligen Geistes und eine aufrichtige Annahme der Brüder und Schwestern.
Ansprache an die Apostolische Union des Klerus und den Verband der Laien, 27. Juni 2003



Ausdruck der trinitarischen Liebe
Weil sie aus Gott geboren ist, spiegelt jede Gemeinschaft von Christen irgendwie das Geheimnis der trinitarischen Gemeinschaft wider, das ihre Quelle bildet, aber auch das Geheimnis der Gemeinschaft der Kirche, für die sie ein Zeichen ist. Das brüderliche Zusammenleben ist einkonkreter Ausdruck für das Geheimnis der göttlichen Liebe, die der Vater in der Menschwerdung des Sohnes allen Menschen mitteilen wollte.
Ansprache an die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, 20. November 1992



Das Positive im anderen sehen
Spiritualität der Gemeinschaft ist auch die Fähigkeit, vor allem das Positive im anderen zu sehen, um es als Gottesgeschenk anzunehmen und zu schätzen: nicht nur ein Geschenk für den anderen, der es direkt empfangen hat, sondern auch ein »Geschenk für mich«. Spiritualität der Gemeinschaft heisst schliesslich, dem Bruder »Platz machen« können, indem »einer des anderen Last trägt« (Gal 6,2) und den egoistischen Versuchungen widersteht, die uns dauernd bedrohen und Rivalität, Karrierismus, Misstrauen und Eifersüchteleien erzeugen. Machen wir uns keine Illusionen: Ohne diesen geistlichen Weg würden die äusseren Mittel der Gemeinschaft recht wenig nützen. Sie würden zu seelenlosen Apparaten werden, eher Masken der Gemeinschaft als Möglichkeiten, dass diese sich ausdrücken und wachsen kann.
Apostolisches Schreiben "Novo Millennio ineunte", 6. Januar 2001



Liebe, Liebe, Liebe
Es gibt keine echte und tragfähige Gemeinschaft ohne die bedingungslose gegenseitige Liebe: Sie umfasst die Verfügbarkeit zum Dienst unter Einsatz aller Kräfte; die Bereitschaft, die Mitschwester ohne Vorurteile so anzunehmen, wie sie ist; die Fähigkeit, auch »siebenundsiebzigmal« zu verzeihen (vgl. Mt 18,28); den Willen, niemanden zu verurteilen (vgl. Mt 7,1 f.); den Vorsatz, immer wieder neu anzufangen.
Schreiben an die Generaloberin der Schwestern der christlichen Liebe zum 21. Generalkapitel, 2. Juli 2001



Streitigkeiten und Demut
Aus dem Evangelium geht hervor, dass Jesus wohl Einzelpersonen berufen hat, aber um sie allgemein einzuladen, sich zusammenzuschliessen und eine Gemeinschaft zu bilden: Das galt für die Gruppe der Jünger wie auch für die der Frauen. Im Text des Evangeliums wird auch die Bedeutung der brüderlichen Liebe als Seele der Gemeinschaft und damit als wesentlicher Wert des Gemeinschaftslebens dokumentiert. Es wird von Streitigkeiten berichtet, die es mehrmals unter den Aposteln gab, die, obwohl sie Jesus nachfolgten, immer noch Menschen, Kinder ihrer Zeit und ihres Volkes waren: Sie waren besorgt, eine Rang- und Führungsordnung festzulegen. Die Antwort Jesu war eine Lehre der Demut und Dienstbereitschaft. Dann gab er ihnen „sein“ Gebot, das der gegenseitigen Liebe nach seinem Beispiel. In der Geschichte der Kirche und besonders der Ordensinstitute tauchte das Problem der Beziehungen zwischen Einzelmenschen und Gruppen immer wieder auf, fand aber keine andere gültige Antwort als die der christlichen Demut und brüderlichen Liebe.
Generalaudienz, 14. Dezember 1994



Alles teilen
Jede religiöse Gemeinschaft ist berufen, der Ort zu sein, an dem man natürlich beten lernt, an dem man von Tag zu Tag in der radikalen Nachfolge des Herrn wächst, indem man aufrichtig die Wahrheit über sich selbst sucht und sich entschlossen im Dienst des Reiches Gottes und seiner Gerechtigkeit einsetzt. Aus dem demütigen und tätigen Teilen des Glaubens erwächst die wahre Gemeinschaft. Denn das Teilen führt nicht nur dazu, die Gaben der Güte und Gnade gemeinsam zusammenzulegen, sondern auch die Grenzen und Armseligkeiten jeder Person gemeinsam zu tragen. Die Gaben der Gnade und Güte werden geteilt, damit sie die Heiligkeit aller stärken; an der menschlichen und geistlichen Armseligkeit des Einzelnen hat jeder teil, um sie auf sich zu nehmen und gemeinsam das Erbarmen des Vaters zu preisen.
Botschaft an die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, 21. September 2001



Qualität
Die Antwort auf diese Aufforderung, gemeinsam mit dem Herrn die Gemeinschaft in täglicher Geduld aufzubauen, verläuft über den Weg des Kreuzes: Sie setzt häufige Selbstverleugnung voraus in einer persönlichen Askese, zu der die Annahme der anderen, das Teilen der Güter und Lasten und die Annahme der Verschiedenheiten in täglicher überwindung der eigenen Grenzen gehören. [...] Deswegen ist es nötig, dass man ständig Kraft aus der Gnade Gottes schöpft; man muss sich von seinem Wort leiten lassen, sich geistlich von der Eucharistie nähren und häufig das Sakrament der Versöhnung empfangen. Die ganze Fruchtbarkeit des Ordenslebens hängt von der Qualität des brüderlichen Gemeinschaftslebens ab.
Ansprache an die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, 20. November 1992



Wie die Urgemeinde
„Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele“ (Apg 4,32). In der Kirche blieb immer die Erinnerung – und vielleicht auch die Sehnsucht – an diese Urgemeinde lebendig, und die Ordensgemeinschaften suchten im Grunde genommen immer, dieses Ideal der Gemeinschaft in der Liebe [...] neu zu verwirklichen. [...] „Ein Herz und eine Seele“ bedeutet nicht Einförmigkeit, Vereinheitlichung, Verflachung, sondern tiefe Gemeinschaft im gegenseitigen Verständnis und in der Achtung voreinander. Aber es darf sich nicht nur um eine gefühlsmässige und menschlich liebevolle Verbundenheit handeln. Das Konzil spricht von der „Gemeinsamkeit des Geistes“. Es handelt sich um eine Gemeinsamkeit, die ihre tiefste Wurzeln im Heiligen Geist hat, der die Liebe in die Herzen giesst und unterschiedliche Menschen antreibt, einander auf dem Weg der Vollkommenheit zu helfen, indem er unter ihnen eine Atmosphäre des guten Einvernehmens und der Zusammenarbeit schafft und aufrechterhält.
Generalaudienz, 14. Dezember 1994



Ausdruck der kirchlichen Gemeinschaft
Das geschwisterliche Leben, verstanden als in Liebe geteiltes Leben, ist ein ausdrucksvolles Zeichen der kirchlichen Gemeinschaft. Es wird mit besonderer Sorgfalt von den Ordensinstituten und den Gesellschaften des apostolischen Lebens gepflegt, wo das Leben in Gemeinschaft besondere Bedeutung erlangt.
Nachsynodales Schreiben „Vita consecrata“ über das geweihte Leben, 25. März 1996



Auf den Ruf des Herrn hin
Man muss sich ständig vor Augen halten, dass das brüderliche Leben die Heranbildung einer besonderen Familie zum Ziel hat, die nicht aus menschlichen Gründen, sondern auf einen besonderen Ruf des Herrn hin entstanden ist, damit sie in der Kirche das sichtbare Zeichen für jene dynamische und strömende Liebe bildet, die zwischen den drei Personen der Heiligsten Dreifaltigkeit herrscht. Daher ist das brüderliche Leben an erster Stelle ein Werk des Geistes, der nie zu wirken aufhört, wenn die Brüder „eifrig und einmütig im Gebet“ (vgl. Apg 1,14) sind. Wenn man betet, wird einem die Fähigkeit geschenkt, frohe und einladende Gemeinschaften aufzubauen, die auf den Dienst und gute Werke bedacht sind, die nicht nur die eigenen Brüder und Schwestern auf dem Weg des Neuen Bundes im Zeugnis der Brüderlichkeit unterstützen, sondern auch die anderen christlichen Gemeinschaften.
Ansprache an die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, 20. November 1992




Gemeinschaftsleben pflegen
Geistliche Bande können nicht entstehen, sich entfalten und dauerhaft werden, wenn nicht mit Hilfe des täglichen längeren Umgangs in einem Leben der Brüderlichkeit. Andererseits bietet das Gemeinschaftsleben auch eine wirksame Hilfe für die Beharrlichkeit in der Nachfolge im Sinn des Evangeliums. Die besonderen Eigenheiten des Gemeinschaftslebens, geprägt durch die Liebe des Evangeliums, finden ihren Mittelpunkt in dem persönlichen Verhältnis zu Christus und deswegen zum Geheimnis der Kirche, das ein Geheimnis der Gemeinschaft und der Teilhabe ist. Pflegt daher mit allen Kräften dieses Gemeinschaftsleben, um es zu festigen und immer noch liebenswerter zu machen, so dass es zu einer kostbaren gegenseitigen Hilfe wird und ein unvergleichlicher Weg der persönlichen Selbstverwirklichung. Dies erfordert, dass alle Mitglieder sich in dem gleichen Anliegen bestärkt fühlen, Zeugen für die Liebe des Evangeliums zu sein, wie es bei den Gemeinschaften der Urchristen der Fall war: „Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam“ (Apg 4,32).
Ansprache bei der Begegnung mit den Ordensleuten, La Paz (Bolivien), 10. Mai 1988



Achten und tragen
„Seid einander in brüderlicher Liebe zugetan, übertrefft euch in gegenseitiger Achtung.“ (Röm 12,10) – „Einer trage des anderen Last“ (Gal 6,2). Die gegenseitige Achtung ist Ausdruck der gegenseitigen Liebe, die sich der weitverbreiteten Neigung widersetzt, den Nächsten streng zu verurteilen und zu kritisieren. [...] Diese Achtung bringt die Annahme des anderen mit seinen Besonderheiten und seiner Denk – und Handlungsweise mit sich; so ist es möglich, viele Hindernisse zu überwinden, die der Eintracht unter oft sehr verschiedenen Charaktern entgegenstehen. „Der anderen Last zu tragen“ bedeutet, die wahren oder scheinbaren Fehler der anderen liebevoll anzunehmen, auch wenn sie einem unangenehm sind, und gern alle Opfer auf sich nehmen, die beim Zusammenleben mit denen auferlegt werden, die eine Mentalität und ein Temperament haben, die mit der eigenen Sicht- und Urteilsweise nicht voll übereinstimmt.
Generalaudienz, 14. Dezember 1994











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