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zu Benedikt XVI.






Barmherzigkeit


Beginn des Erbarmens
Jesus sieht den Himmel sich öffnen und den Heiligen Geist wie eine Taube auf sich herabkommen (vgl. Mk 1,10). Dieses Erscheinen des Geistes Gottes bezeichnet den Beginn der grossen Zeit des Erbarmens, nachdem die Sünde den Himmel verschlossen und gleichsam eine Schranke zwischen dem Menschenwesen und seinem Schöpfer errichtet hatte. Nun aber öffnet sich der Himmel! Gott schenkt uns in Christus das Unterpfand einer unvergänglichen Liebe.
Angelus, 9. Januar 1994



Der gute Hirt
Christus selbst ist unser Frieden. Indem er nach der Auferstehung den Aposteln erscheint, eröffnet er, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt, die Zeit der grossen Vergebung, die den Menschen durch das Geschenk des Geistes und die Sakramente der Kirche angeboten wird: "Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben" (Joh 20,23). So wird der vom Auferstandenen geschenkte Frieden zum Sieg des göttlichen Erbarmens. Was ist denn das Erbarmen anderes als die grenzenlose Liebe Gottes, der, indem er das strenge Gerechtigkeitsgefühl bremst, sich von der Not seines Geschöpfes gleichsam erweichen lässt und durch den Kreuzestod des Sohnes bis zur totalen Selbsthingabe geht? "O glückliche Schuld, welch grossen Erlöser hast du gefunden!" (Osterlob). Um die Tiefe dieses Geheimnisse zu erfassen, müssen wir die bestürzende Offenbarung Jesu ernst nehmen: "Im Himmel wird mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren" (vgl. Lk 15,4-6). Gott ist wirklich der Hirt, der die neunundneunzig Schafe zurücklässt und dem verlorenen nachgeht. er ist der Vater, der immer auf den verlorenen Sohn wartet. Wer kann sagen, er sei ohne Sünde und habe das Erbarmen Gottes nicht nötig?
Regina Caeli, 10. April 1994



Vertrauen!
Liebe Brüder und Schwestern! Halten wir das Gefühl des Vertrauens auf die Güte und Barmherzigkeit Gottes in uns immer lebendig. Es gibt keine Sünde, die Gott nicht vergibt, wenn man reuig und entschlossen ist, nicht mehr zu sündigen. Die Liturgie fordert uns auf, Boten der Wahrheit und der Barmherzigkeit, der Vergebung und der Freude zu sein. Wir rufen die hl. Jungfrau Maria zur Rettung der Sünder an; wir beten, dass das Vertrauen auf den Herrn, der seine Kinder mit Liebe und unendlicher Barmherzigkeit erwartet, bei den Gläubigen nie abnehmen möge.
Ansprache bei der Eucharistiefeier in der Lourdesgrotte der Vatikanischen Gärten, 18. Juni 1995




Verkörperung des Erbarmens
Christus spricht nicht nur vom Erbarmen und erklärt es mit Hilfe von Gleichnissen und Parabeln, er ist vor allem selbst eine Verkörperung des Erbarmens, stellt es in seiner Person dar. Er selbst ist in gewissem Sinne das Erbarmen. Für den, der es in ihm sieht - und in ihm findet - , wird Gott in besonderer Weise »sichtbar« als Vater, »der voll Erbarmen ist«.
Enzyklika 'Dives in misericordia', 30. November 1980



Gerechtigkeit
Im Leiden und Tod Christi - in der Tatsache, dass der Vater seinen Sohn nicht verschonte, sondern ihn »für uns zur Sünde gemacht hat« - kommt die absolute Gerechtigkeit zum Ausdruck, insofern wegen der Sünden der Menschheit Christus Leiden und Kreuz erduldet. Das ist geradezu ein »übermass« der Gerechtigkeit, denn die Sünde des Menschen wird »aufgewogen« durch das Opfer des Gott - Menschen. Diese Gerechtigkeit wahrhaft göttlichen »Masses« entspringt ganz der Liebe, der Liebe des Vaters und des Sohnes, und bringt von ihrem Wesen her Früchte in der Liebe. Diese göttliche Gerechtigkeit, wie sie das Kreuz Christi offenbart, ist eben insofern »nach dem Masse« Gottes, als sie Ursprung und Erfüllung in der Liebe hat und Früchte des Heils hervorbringt. Die göttliche Dimension der Erlösung beschränkt sich nicht auf das Gericht über die Sünde, sondern sie erneuert in der Liebe jene schöpferische Kraft im Menschen, die ihm wieder die von Gott kommende Fülle des Lebens und der Heiligkeit zugänglich macht. Auf diese Weise beinhaltet die Erlösung die Offenbarung des Erbarmens in seiner Vollendung.
Enzyklika 'Dives in misericordia', 30. November 1980



Barmherzigkeit, das tiefe Geheimnis Gottes
Nimmt nicht Christus letzten Endes dem Menschen gegenüber diese Haltung ein, wenn er sagt: »Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan«? Sind nicht die Worte der Bergpredigt: »Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden«, in gewissem Sinn eine Synthese der ganzen Frohbotschaft, des ganzen »wunderbaren Austausches«, den sie in sich schliesst und der als einfaches, kraftvolles und zugleich »sanftes« Gesetz die Heilsordnung selber prägt? Offenbaren diese Worte der Bergpredigt, die zunächst auf die Möglichkeiten des »Menschenherzens« hinweisen (nämlich »barmherzig« zu sein), nicht in derselben Richtung zugleich das tiefe Geheimnis Gottes, jene unauslotbare Einheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist, in der die Liebe, der Gerechtigkeit Einhalt gebietend, dem Erbarmen Raum gibt, das seinerseits die Gerechtigkeit in ihrer Vollendung offenbar macht?
Enzyklika 'Dives in misericordia', 30. November 1980



Quelle der Bekehrung
Die wahre Kenntnis Gottes in seinem Erbarmen und seiner wohlwollenden Liebe ist eine ununterbrochene und nie versiegende Quelle der Bekehrung, die nicht als nur vorübergehender innerer Akt zu verstehen ist, sondern als ständige Haltung, als Zustand der Seele. Denn wer Gott auf diese Weise kennenlernt, ihn so »sieht«, kann nicht anders, als in fortwährender Bekehrung zu ihm zu leben.
Enzyklika 'Dives in misericordia', 30. November 1980



Bedarf an göttlicher Barmherzigkeit
Der Menschheit, die mitunter wie verloren zu sein scheint, beherrscht von der Macht des Bösen, des Egoismus und der Angst, dieser Menschheit bietet der auferstandene Herr seine Liebe zum Geschenk an - eine Liebe, die vergibt und versöhnt und den Geist mit frischer Hoffnung erfüllt ; eine Liebe, die das Herz verwandelt und Frieden gibt. Wie sehr bedarf die Welt des Verständnisses und der Annahme der göttlichen Barmherzigkeit ! Herr, mit deinem Tod und deiner Auferstehung offenbarst du die Liebe des Vaters : Wir glauben an dich und wollen dir heute vertrauensvoll immer wieder sagen : Jesus, ich vertrau auf dich, hab Erbarmen mit uns und der ganzen Welt.
Posthume Papstbotschaft zum Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit, 3. April 2005



Sakrament der Zärtlichkeit Gottes
"Am Karfreitag hat Jesus uns von der Höhe des Kreuzes die Verzeihung als Sein Testament hinterlassen! "Vater, verzeih ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun"" (Lk 23,34). Gemartert und ausgelacht, hat er trotzdem die Barmherzigkeit des Vaters für Seine Mörder erfleht. Seine Arme am Kreuz und Sein durchbohrtes Herz sind auf diese Weise, das Sakrament der väterlichen Zärtlichkeit Gottes geworden, welches allen die Verzeihung und die Versöhnung schenkt.
Botschaft am Sonntag, der göttlichen Barmherzigkeit. 18. April 2004



Der Heilige Geist führt uns auf dem Weg des Erbarmens
Es ist der Heilige Geist, Tröster und Geist der Wahrheit, der uns auf den Wegen des göttlichen Erbarmens führt. Er, der die Welt »überführt« und aufdeckt, was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist (Joh 16, 8), offenbart gleichzeitig die Fülle des Heils in Christus. Dieses Aufdecken der Sünde steht in einem zweifachen Zusammenhang zum Kreuz Christi. Einerseits ermöglicht uns der Heilige Geist, durch das Kreuz Christi die Sünde, jede Sünde, in der ganzen Dimension des in ihr enthaltenen und verborgenen Bösen zu erkennen. Andererseits ermöglicht uns der Geist, wiederum durch das Kreuz Christi, die Sünde im Licht des »mysterium pietatis« zu sehen, d.h. im Licht der erbarmenden und nachsichtigen Liebe Gottes. Und so wird das »Aufdecken der Sünde« gleichzeitig zur überzeugung, dass die Sünden verziehen werden und der Mensch erneut der Würde des von Gott geliebten Sohnes entsprechen kann. »Im Kreuz neigt sich Gott am tiefsten zum Menschen herab. Im Kreuz werden gleichsam von einem heiligen Hauch der ewigen Liebe die schmerzlichsten Wunden der irdischen Existenz des Menschen berührt«.
Predigt in Krakau-Lagiewniki, 17. August 2002










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