Bern 5./6. Juni 04
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zu Benedikt XVI.








Taufe
Ich danke dem Herrn für die erste Salbung mit dem heiligen Chrisam, die ich in meinem Geburtsort Wadowice erhielt. Das geschah bei der Taufe.
Auf, lasst uns gehen! 2004



Mutter, Bruder, Vater
Ich hatte noch nicht die Erstkommunion empfangen, als ich meine Mutter verlor: ich war kaum neun Jahre alt. [...] Nach ihrem Tod und dann nach dem Hinscheiden meines älteren Bruders blieb ich mit meinem Vater, einem tief religiösen Mann, allein. Ich konnte tagtäglich sein Leben beobachten, das würdevoll und streng war. Von Beruf war er Soldat, und als er Witwer geworden war, wurde sein Leben zu einem Leben ständigen Gebets. Es kam vor, dass ich nachts aufwachte und meinen Vater am Boden kniend vorfand, so wie ich ihn immer in der Pfarrkirche knien sah.
Geschenk und Geheimnis, 1996




In der Familie gelernt
Ich denke daran, wie ich von Kindesbeinen an in meiner Familie gelernt habe, zu beten und mich Gott anzuvertrauen. Ich erinnere mich an das Gemeindeleben in der Pfarrei Debniki in Krakau, die den Namen des hl. Stansislaus Kostka trägt. Sie wurde von Salesianer-Patres geleitet, von denen ich eine Art Grundausbildung für das christliche Leben empfing.
Ansprache bei der Begegnung mit der Jugend auf dem Petersplatz, 15. August 2000



Erstkommunion
Der Tag der Erstkommunion ist ausserdem ein grosses Fest in der Pfarrei. Ich erinnere mich, als ob es heute wäre, an den Tag, als ich zusammen mit meinen Altersgenossen in der Pfarrkirche meines Dorfes zum ersten Mal die Eucharistie empfangen habe.
Brief an die Kinder, 13. Dezember 1994




Bruder Edmund und Beispiel des Vaters
Mein Bruder Edmund starb während einer Scharlachepidemie in dem gleichen Krankenhaus, in dem er als Assistenzarzt arbeitete. Heute hätte man ihn mit Antibiotika retten können. Ich war damals zwölf Jahre alt. Der Tod meiner Mutter ist mir tief im Gedächtnis geblieben, und vielleicht noch mehr der Tod meines Bruders, wegen der tragischen Beleitumstände und weil ich schon reifer war.
So wurde ich verhältnismässig früh ein mutterloser Waise und einziges Kind. Ich bewunderte meinen Vater, fast alle meine Kindheits- und Jugenderinnerungen beziehen sich auf ihn. Durch die schweren Schicksalsschläge waren unermessliche Tiefen in ihm aufgebrochen. Sein Leid wandelte sich in Gebet. Die einfache Tatsache, ihn niederknien zu sehen, war von entscheidendem Einfluss in meinen jungen Jahren. Er stellte so hohe Ansprüche an sich selbst, dass er keinerlei Ansprüche an seinen Sohn zu stellen brauchte. Allein durch sein Beispiel lernte ich Selbstbeherrschung und Pflichtbewusstsein. Er war ein aussergewöhnlicher Mensch.
„Fürchtet euch nicht!“ von André Frossard im Gespräch mit Johannes Paul II., 1982



Laie, aber nicht Priester
Gegen Ende meiner Schulzeit meinten meine Bekannten, ich wolle Priester werden. Doch ich dachte nicht daran. Ich war überzeugt, dass ich Laie bleiben sollte. Ein engagierter Laie, fest entschlossen, am kirchlichen Leben teilzunehmen, aber nicht Priester.
„Fürchtet euch nicht!“ von André Frossard im Gespräch mit Johannes Paul II., 1982



Leidenschaft für die Literatur
Mich hatte in jenen Jahren [um 1937, im Gymnasium] vor allem die Leidenschaft für die Literatur, besonders die dramatische, und für das Theater erfasst.
Geschenk und Geheimnis, 1996




Philologie
Nach Ablegung der Reifeprüfung im Mai 1938 schrieb ich mich an der Universität für die Kurse in polnischer Philologie ein. Aus diesem Grund übersiedelte ich mit meinem Vater von Wadowice nach Krakau. [...] Ich nahm das Studium an der Philosophischen Fakultät der Jagellonen-Universität auf und besuchte die Kurse in polnischer Philologie, konnte aber nur das erste Jahr abschliessen, weil am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach.
Geschenk und Geheimnis, 1996



Steinbruch und Chemiefabrik
Um der Deportation zur Zwangsarbeit nach Deutschland zu entgehen, begann ich im Herbst 1940 in einem Steinbruch zu arbeiten, der zur Chemiefabrik Solvay gehörte. Er lag ungefähr eine halbe Stunde von meiner Wohnung in Debniki entfernt, in Zakrzówek, wohin ich jeden Tag zu Fuss ging. [...] Ich war dabei, als während der Explosion einer Dynamitladung ein Arbeiter von den Steinen getroffen und erschlagen wurde. Ich war tief erschüttert: „Sie bargen den Leichnam. Schweigend zogen sie vorbei. Noch immer ging von ihm Erschöpfung und ein Gefühl von Ungerechtigkeit aus...“
Geschenk und Geheimnis, 1996



Erfahrungen als Arbeiter
Zu jener Zeit war ich Arbeiter und in einem Steinbruch beschäftigt, wo das Material für die Sodafabrik von Borek Walevski in einem Stadtteil von Krakau gewonnen wurde. Ein paar Monate nach dem Tod meines Vaters wurde ich vom Steinbruch in die Fabrik versetzt, und zwar in die Abteilung, wo der für die Dampfkessel bestimmte Sud gereinigt werden musste. Die Zeitumstände haben es also mit sich gebracht, dass ich Arbeiter wurde. Im Herbst 1938, nach meiner Schulzeit am Gymnasium von Wadowice immatrikulierte ich mich an der Jagiellonen-Universität von Krakau und belegte die Fächer Philosophie und polnische Philologie.
Ein Jahr später wurde die Universität von der Besatzungsmacht geschlossen, und die Professoren, unter denen sich eine grosse Anzahl von älteren und hochverdienten Männern befand, wurden in das Konzentrationslager von Sachsenhausen verschleppt. Daher die Karriere im Steinbruch, wohin mehrere meiner Kommilitonen mit mir zur Arbeit gingen. Obgleich ich diesem einen Studienjahr an der ältesten Universität Polens viel verdanke, zögere ich doch nicht zu sagen, dass die folgenden vier Jahre im Arbeitermilieu ein Geschenk der Vorsehung für mich gewesen sind. Was ich während dieser Lebensphase an Erfahrung gewonnen habe, ist unschätzbar. Ich habe oft gesagt, dass ich sie womöglich für wichtiger und bedeutsamer halte als einen Doktorgrad, was aber keineswegs heisst, dass ich Universitätsdiplome geringschätze.
„Fürchtet euch nicht!“ von André Frossard im Gespräch mit Johannes Paul II., 1982





Totus tuus
Ich erinnere mich, dass ich in der Zeit, als ich jung war und in der Chemiefabrik arbeitete, folgende Worte fand: Totus Tuus (»ganz dein«). Mit der Kraft, die mir diese Worte gaben, konnte ich vorangehen auf dem Weg durch den furchtbaren Krieg, die schreckliche Besetzung unter dem Nationalsozialismus und später durch die schwierigen Erfahrungen der Nachkriegszeit. Die Möglichkeit, Maria im eigenen Haus und im eigenen Leben aufzunehmen, ist uns allen gegeben.
Ansprache an die Jugendlichen Roms und der Diözesen Latiums, 10. April 2003



Tod des Vaters
Der Ausbruch des Krieges schnitt mich vom Studium und vom Universitätsgeschehen ab. Zu der Zeit verlor ich meinen Vater, den letzten Menschen, der mir von meinen engsten Angehörigen geblieben war. [ ... ] Als ich am 18. Februar 1941 meinen Vater verlor, umgab mich die Familie Kydrynski mit zuvorkommender Sorge und Liebe. Ich erinnere mich ganz genau an jenen Tag: Als ich von der Arbeit kam, fand ich meinen Vater tot.
Geschenk und Geheimnis, 1996




Allein
Mit 20 Jahren hatte ich schon all meine Lieben verloren, auch diejenigen, die ich hätte lieben können, wie zum Beispiel meine grosse Schwester, von der man mir sagte, dass sie sechs Jahre vor meiner Geburt gestorben sei. Ich verlor meine Mutter noch vor meiner ersten heiligen Kommunion. Sie hatte nicht mehr die Freude, diesen Tag zu erleben, den sie wie einen hohen Festtag erwartet hatte. Sie hatte sich zwei Söhne gewünscht, von denen der eine Arzt, der andere Priester werden sollte. Mein Bruder war Arzt, und ich bin trotz allem Priester geworden.
„Fürchtet euch nicht!“ von André Frossard im Gespräch mit Johannes Paul II., 1982



Theater des lebendigen Wortes
In jener Zeit blieb ich mit dem Theater des lebendigen Wortes in Kontakt, das Mieczyslaw Kotlarczyk gegründet hatte und im Untergrund weiterbetrieb. [...] Der szenische und dekorative Teil war auf ein Minimum beschränkt; das Engagement konzentrierte sich um wesentlichen auf den Vortrag des poetischen Textes. [...] Ich muss zugeben, dass sich mir diese ganze Theatererfahrung tief eingeprägt hat, auch wenn mir zu einem bestimmten Zeitpunkt klar wurde, dass in Wirklichkeit dies nicht meine Berufung war.
Geschenk und Geheimnis, 1996



"Ohne einen Blick zurück zu tun"
Nach dem Tod meines Vaters im Februar 1941 habe ich nach und nach meinen eigentlichen Weg erkannt. Ich arbeitete in der Fabrik; ich ging, soweit es unter der Schreckensherrschaft der Besatzung möglich war, meiner Neigung zu Dichtung und Schauspielkunst nach. Meine Berufung zum Priestertum nahm mitten in dieser Umgebung Gestalt an, wie ein inneres Geschehen von unwiderlegbarer und absoluter Klarheit. Im Herbst des folgenden Jahres wusste ich, dass ich berufen war. Ich sah deutlich, was ich zu verlassen hatte, und erkannte das Ziel, das ich erreichen musste, "ohne einen Blick zurück zu tun". Ich wollte Priester werden.
„Fürchtet euch nicht!“ von André Frossard im Gespräch mit Johannes Paul II., 1982



Reifung der Berufung
Dann kann ich die Erfahrung des Krieges ebenso wenig vergessen wie die Jahre, in denen ich in der Fabrik arbeitete. Endgültig reifte meine Berufung zum Priester in der Zeit des Zweiten Weltkrieges, als Polen besetzt war. Die Tragödie des Krieges liess meine Lebensentscheidung reifen und gab ihr eine besondere Färbung. Dabei ging mir immer mehr ein Licht auf: Der Herr will, dass ich Priester werde!
Ansprache bei der Begegnung mit der Jugend auf dem Petersplatz, 15. August 2000



Entschluss zum Priestertum
Im Herbst 1942 fasste ich endgültig den Entschluss, in das Priesterseminar von Krakau einzutreten, das im Untergrund in Betrieb war. [...] Ich begann das Studium an der ebenfalls im geheimen betriebenen Theologischen Fakultät der Jagellonen-Universität, während ich weiter als Arbeiter bei Solvay tätig war.
Geschenk und Geheimnis, 1996




Heimliche Studien
Im Oktober 1942 wurde ich Student des heimlichen Priesterseminars, das der theologischen Fakultät der Jagiellonen-Universität angeschlossen war und von den Nazis unbemerkt weiterexistierte. Ich bereitete mich in meinen Freistunden und sogar – im Rahmen des Möglichen – während der Arbeitspausen in der Fabrik auf meine Examen vor.
„Fürchtet euch nicht!“ von André Frossard im Gespräch mit Johannes Paul II., 1982



Wallfahrt
Alle gläubigen Polen wallfahren nach Czestochowa. [...] 1936 gab es eine grosse Wallfahrt der Universitäts-Jugend aus ganz Polen, die mit einem feierlichen Eid vor dem Gnadenbild schloss. Das wurde in der Folge alljährlich wiederholt.
Während der nationalsozialistischen Besatzung machte ich diese Wallfahrt, als ich schon Student polnischer Literatur an der philosophischen Fakultät der Jagiellonischen Universität war. [...] Jasna Góra war umzingelt vom hitlerschen Heer. Die Eremiten-Patres des hl. Paulus gewährten uns Gastfreundschaft. Sie wussten, dass wir eine Delegation waren. Alles blieb geheim. So hatten wir die Befriedigung, dass es uns trotz allem gelungen war, diese Tradition aufrechtzuerhalten. Auch danach begab ich mich mehrmals zum Heiligtum, indem ich an verschiedenen Wallfahrten teilnahm – besonders an der aus Wadowice.
Auf, lasst uns gehen! 2004



Schwere Zeiten
Einer von euch hat nach den schweren Zeiten in meinem eigenen Leben und den Lehren, dich ich daraus gezogen habe, gefragt. Während des zweiten Weltkrieges, als mein Land besetzt und unterdrückt wurde, war es nicht einfach, Tag für Tag unter schwierigen Bedingungen zu arbeiten, weltweites Leid und Ungerechtigkeit zu sehen, aber gleichzeitig weiterhin die Tugend der Hoffnung zu leben und auf Gott und die Menschen zu vertrauen. Es war nicht leicht, für Gottes Stimme Platz zu machen, die mich zur gänzlichen Hingabe meiner selbst im Priestertum rief, und mich heimlich, unter vielerlei Schwierigkeiten, auf diese Weihe vorzubereiten. Aber keine wirkliche Berufung ist einfach! In solchen und anderen „harten“ Zeiten habe gelernt, alle Dinge im Licht Christi zu sehen: der Weg, Wahrheit und Leben für jeden einzelnen und für alle Völker ist (vgl. Joh 14,6).
Ansprache bei der Begegnung mit der Jugend im Nationalstadion von Ta’Qali (Malta), 17. Mai 1990











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