Bern 5./6. Juni 04
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zu Benedikt XVI.






Das Gebet


Was ist das Gebet?
Wer die Freude am Beten kennt, weiss auch, dass es in diesem Erlebnis etwas Unsagbares gibt, und die einzige Möglichkeit, den inneren Reichtum des Gebetes zu erfassen, ist die Erfahrung: Was das Gebet ist, erfährt man beim Beten. Mit Worten kann man versuchen, irgend etwas zu stammeln: Beten heisst eingehen in das Geheimnis der Gemeinschaft mit Gott, der sich der Seele in der Fülle seiner unendlichen Liebe offenbart; beten bedeutet sich einschmiegen in das Herz Jesu, um seine Gefühle zu begreifen; beten bedeutet auch, dass wir in gewisser Weise auf Erden im Geheimnis die verklärende Betrachtung Gottes vorwegnehmen, der sich jenseits der Zeit, in der Ewigkeit, sichtbar machen wird.
Ansprache bei der eucharistischen Anbetungsstunde in St. Peter, 24. November 1984




Zeit geben
Beten heisst: ein bisschen von der eigenen Zeit Christus zur Verfügung stellen, sich ihm anvertrauen, still bleiben und ganz Ohr sein für sein Wort, damit es im Herzen nachhallen kann.
Ansprache bei der Begegnung mit der Jugend auf dem Petersplatz, 15. August 2000



Macht des Gebetes
Entdecken wir wieder neu die Macht des Gebetes: Beten heisst, mit dem in Einklang treten, den wir anrufen, dem wir begegnen, der uns das Leben schenkt. Die Erfahrung des Gebetes machen, bedeutet, die Gnade anzunehmen, die uns verwandelt; der Heilige Geist, der sich mit unserem Geist verbindet, veranlasst uns, unser Leben nach dem Wort Gottes zu gestalten. Beten besagt, am Einwirken Gottes auf die Geschichte teilzunehmen: Der souveräne Herr der Geschichte, er hat die Menschen zu seinen Mitarbeitern machen wollen.
Botschaft zum Weltfriedenstag, 1. Januar 1984



Einfach und vertrauensvoll
Lernt vertrauensvoll und mit einfachem Herzen beten, lernt es, euch an das Geheimnis Gottes zu wenden. Tut dies, indem ihr an den göttlichen Meister die gleiche Bitte richtet, mit der sich einst seine Jünger an ihn wandten: "Herr, lehre uns beten" (Lk 11,1)
Ansprache an die Jugendlichen, Sizilien, 5. November 1994



Die Kraft der Schwachen
Ja, das Gebet ist eine Tat der Hoffnung. Es ist Ausdruck der Hoffnung, ein Zeichen für die Welt, für die Menschen. [...] Das Gebet ist nötig, um im Guten auszuharren; es ist nötig, um in den Prüfungen zu bestehen, die das Leben mit sich bringt und denen der Mensch infolge seiner Schwäche unterworfen ist. Das Gebet ist die Kraft der Schwachen und eine Schwäche der Starken! Das Gebet ist sozusagen ein Element des Menschseins in der Welt, das ein "Sein zu Gott hin" ist. Man stellt sich in ihm gleichsam auf die Wellenlänge Gottes ein in demütigem, doch mutigem Sich-Einfühlen und Sich-Einfügen in die Tiefe des Denkens Gottes, seines Mysteriums, seiner Pläne. Das Gebet ist schliesslich irgendwie ein "Berühren" der Quelle göttlicher Kraft: des Willens und der Gnade Gottes.
Enzyklika "Dominum et vivificantem", 18. Mai 1986




Zustimmung zu seinem Willen
Beten bedeutet in der Tat, sich geistig in Gott zu versenken in einer Haltung demütiger Zustimmung zu seinem Willen.
Angelus, 7. März 2004



Schwierigkeiten mit der Kraft von oben lösen
Beten heisst nicht, vor der Geschichte und den Fragen, die sie aufwirft, zu fliehen. Im Gegenteil, es bedeutet die Entscheidung, die Wirklichkeit nicht allein, sondern mit der Kraft, die von oben kommt, mit der Kraft der Wahrheit und der Liebe, anzugehen, deren ursprüngliche Quelle in Gott ist. Der religiöse Mensch weiss, dass er angesichts der Nachstellungen des Bösen auf Gott, den absoluten Willen zum Guten, zählen kann; er weiss, dass er Ihn um den Starkmut bitten kann, die Schwierigkeiten zu überwinden, auch die härtesten, mit persönlicher Verantwortlichkeit und ohne in Fatalismus oder impulsive Reaktionen zu fallen.
Ansprache an die Vertreter der Weltreligionen, Assisi, 24. Januar 2002



Kunst des Gebets
Für diese »Pädagogik der Heiligkeit« braucht es ein Christentum, das sich vor allem durch die Kunst des Gebets auszeichnet. [...] Aber wir wissen sehr wohl, dass auch das Gebet nicht »automatisch« vorausgesetzt werden kann. Beten muss man lernen. [...] Besonders angesichts der zahlreichen Prüfungen, vor die die heutige Welt den Glauben stellt, wären sie nicht nur mittelmässige Christen, sondern »gefährdete Christen«. Denn sie würden das gefährliche Risiko eingehen, ihren Glauben allmählich schwinden zu sehen. Schliesslich würden sie womöglich dem Reiz von »Surrogaten« erliegen, indem sie alternative religiöse Angebote annehmen und sogar den seltsamen Formen des Aberglaubens nachgeben.
Apostolisches Schreiben "Novo Millennio Ineunte", 6. Januar 2001



Zeugnis des Beters
In einer technologischen Welt, die von der Verdunkelung des Heiligen untergraben wird, in einer Gesellschaft, die sich in einer gewissen Selbstzufriedenheit gefällt, ist das Zeugnis des Beters wie ein Lichtstrahl in der Finsternis. Am Anfang mag das Beten nur Neugier erregen, aber mit der Zeit kann es einen nachdenklichen Menschen dazu bewegen, nach dem Sinn des Gebetes zu fragen, und es kann schliesslich immer mehr den Wunsch wecken, die gleiche Erfahrung zu machen. Deshalb ist das Gebet nie ein Ereignis für sich allein, sondern es will sich weiten und die ganze Welt miteinbeziehen.
Generalaudienz, 5. Februar 2003


Nährt euch
Nährt ausserdem euren Alltag mit häufigem Gebet; sorgt für Momente besonders inniger Verbundenheit mit dem Herrn, sowohl auf persönlicher Ebene als auch in Gruppen. Nur die andauernde Verbindung mit ihm kann jeden von uns innerlich in seinen Jünger verwandeln. Nur ein solches Verweilen im Gebet, Meditation und Konzentration, im langen, stillen Hinhören auf Gott, gibt dem Gläubigen die Fähigkeit, zu anderen über das göttliche Geheimnis zu sprechen, es weiterzuvermitteln und gleich ihr Beispiel, anderen näherzubringen.
Ansprache bei einer Begegnung mit der Jugend in Benevent, 2. Juli 1990



Mächtige Waffe
Auch wenn es einem oberflächlichen Blick nicht aufgeht und viele es nicht anerkennen, bildet das mit dem Opfer verbundene Gebet die mächtigste Kraft in der Geschichte der Menschheit. Es gleicht, wie der hl. Paulus sagt, dem "Sammeln von glühenden Kohlen auf das Haupt derer, die Verbrechen und Unrecht begehen" (vgl. Röm 12,20); es gleicht dem "zweischneidigen Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenk und Mark; es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens" (Hebr 4,12). Das Gebet ist ferner eine Waffe für die Schwachen und für alle, die Ungerechtigkeit erleiden. Es ist die Waffe jenes geistigen Kampfes, den die Kirche in der Welt führt: Sie verfügt über keine anderen Waffen.
Generalaudienz, 12. Januar 1994



Schafft Einheit
Das Gebet der Urgemeinde – wie später immer in der Kirche – bringt die geistliche Gemeinschaft zum Ausdruck, dient ihr und schafft, vertieft und festigt sie zugleich. In dieser Gebetsgemeinschaft werden die durch andere materielle und geistliche Faktoren hervorgerufenen Meinungsverschiedenheiten und Spaltungen überwunden: Das Gebet bewirkt die geistliche Einheit der Gemeinschaft.
Generalaudienz, 29.Januar 1992



Unüberwindlich
Uns drängt das Vertrauen auf das Wort des Herrn: "Bittet dann wird euch gegeben" (Mt 7,7). Wir werden von dem Bewusstsein bestärkt, dass das Gebet die Waffe des Friedens ist, wenn es nicht nur in leeren Worten besteht, sonder von innerer Busse, vom Fasten, von einem konsequenten und hochherzigen Zeugnis begleitet wird. Das Gebet wird eine unüberwindliche Waffe, wenn es wirklich Raum schafft für Gott in unserem Leben.
Angelus, 3. Januar 1993



Täglich
Das Evangelium mahnt "...dass sie allzeit beten und darin nicht nachlassen sollten..." (Lk 18,1). Nehmt euch deshalb täglich ein bisschen Zeit für ein Zwiegespräch mit Gott, um zu prüfen, oh ihr ihn wirklich liebt, denn wenn man liebt, sucht man immer die Nähe des geliebten Geschöpfes. Deshalb muss das Gebet vor allen anderen Dingen kommen, und derjenige, der nicht dieser Ansicht ist und sie nicht in die Tat umsetzt, kann sich nicht mit Zeitmangel entschuldigen: ihm fehlt die Liebe.
Ansprache in Viedma (Argentinien), 7. April 1987



Bedürfnis zu beten
Wie jeder Christ muss sich der Papst der Gefahren besonders bewusst sein, denen das Leben des Menschen in der Welt und seine Zukunft in der Zeit, wie auch seine endgültige, ewige und eschatologische Zukunft ausgesetzt sind. Das Bewusst werden dieser Gefahren erzeugt jedoch keinen Pessimismus, sondern veranlasst nur dazu, in jeder Hinsicht für den Sieg des Guten zu kämpfen. Und aus diesem Kampf um den Sieg des guten im Menschen entsteht das Bedürfnis zu beten.
Vittorio Messori, Die Schwelle der Hoffnung überschreiten, Interview mit Papst Johannes Paul II., 1994



Fleissiger Beten
So sollen wir uns also immer mehr zum Gebet anspornen. Wir müssen uns oft Christi Ermahnung in Erinnerung rufen: "Bittet, dann wird euch gegeben; such, dass werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet." Wir müssen daran besonders denken, wenn wir das Vertrauen zum Gebet oder den Wunsch zu beten verlieren. Immer neu müssen wir beten lernen. Oftmals kommt es vor, dass wir am Beten mit der Entschuldigung vorbeikommen wollen, wir wüsten nicht, wie es geht. Wenn wir tatsächlich nicht beten können, um wieviel nötiger ist es dann, dass wir es lernen. Das ist für alle wichtig und scheint besonders für die Jungen wichtig zu sein, die oft das Gebet unterlassen, wie sie es als Kind gelernt haben, weil es ihnen zu infantil, naiv und wenig tiefgehend erscheint. Ein solches Bewusstsein schafft dagegen einen indirekten Anreiz, das eigene Gebet zu vertiefen, es nachdenklicher, reifer zu gestalten, um für das Gebet Rückhalt zu suchen im Wort Gottes selbst und im Heiligen Geist, der "selber für uns mit Seufzen eintritt, das wir nicht in Worte fassen können" (Röm 8,26), wie der heilige Paulus schreibt.
Ansprache vor dem Angelus, 27. Juli 1980











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