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zu Benedikt XVI.






Die freudenreichen Geheimnisse



Den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast

Annahme der Mutterschaft
Maria, die Jungfrau und Mutter, war es, die »das Leben« im Namen aller und zum Heil aller empfing. Sie steht also in engster persönlicher Beziehung zum Evangelium vom Leben. Die Zustimmung Mariens bei der Verkündigung und ihre Mutterschaft stehen am Ursprung des Geheimnisses des Lebens, das den Menschen zu schenken Christus gekommen ist (vgl. Joh 10, 10). Durch ihre Aufnahme und ihre bereitwillige Fürsorge um das Leben des fleischgewordenen Wortes ist das Leben des Menschen der Verdammnis des endgültigen und ewigen Todes entzogen worden.
Enzyklika Evangelium Vitae, 25. März 1995



Demut
Maria fand wegen ihrer fügsamen Demut bei Gott Gefallen. Dem göttlichen Boten antwortete sie: »Ecce Ancilla Domini, fiat mihi secundum verbum tuum« (Lk 1, 38). »Hier bin ich, ich bin die Magd des Herrn!« Die Gläubigen sind aufgerufen, den Willen Gottes in jeder Lebenssituation mit der gleichen inneren Einstellung anzunehmen.
Angelus, 8. Dezember 2002



Dunkelheit und Glaube
Wie Abraham muss Maria durch Dunkelheit gehen, wobei sie einfach dem vertrauen muss, der sie berufen hat. Doch selbst ihre Frage »Wie soll das geschehen?« lässt vermuten, dass Maria bereit ist, ja zu sagen trotz ihrer Sorge und Ungewissheit. Maria fragt nicht, ob die Verheissung möglich ist, sondern nur, wie sie in Erfüllung gehen soll. Es kommt daher nicht überraschend, wenn sie schliesslich ihr »fiat« sagt: »Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast« (Lk 1,38). Mit diesen Worten zeigt Maria selbst, dass sie die treue Tochter Abrahams ist, und sie wird Mutter Christi und Mutter aller Glaubenden.
Predigt in der Verkündigungsbasilika in Nazareth, 25. März 2000



Zustimmung
Mit dem Geheimnis der Menschwerdung aufs engste verbunden, hat die Gottesmutter teil am Geheimnis der Erlösung. Ihr »Fiat«, das wir morgen in Erinnerung rufen, ist der Widerhall des »Fiat« des menschgewordenen Wortes. In tiefer übereinstimmung mit dem »Fiat« Christi und dem der Jungfrau ist jeder von uns aufgerufen, sein eigenes Ja zu den geheimnisvollen Plänen der Vorsehung zu sprechen. Denn nur aus der vollen Zustimmung zum göttlichen Willen erwachsen die Freude und der wahre Frieden, den wir alle uns auch in dieser Zeit wünschen.
Generalaudienz, 24. März 2004



Fiat
Dieses Fiat Marias - »mir geschehe« - hat von der menschlichen Seite her über die Verwirklichung des göttlichen Geheimnisses entschieden. Es findet sich hier eine volle übereinstimmung mit den Worten des Sohnes, der nach dem Hebräerbrief beim Eintritt in die Welt zum Vater sagt: »Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir geschaffen ... Ja, ich komme ..., um deinen Willen, Gott, zu tun« (Hebr 10, 5-7). Das Geheimnis der Menschwerdung hat sich also vollzogen, als Maria ihr Fiat gesprochen hat: »Mir geschehe, wie du es gesagt hast«, indem sie, soweit es sie nach dem göttlichen Plan betraf, die Erhörung des Wunsches ihres Sohnes ermöglicht hat.
Enzyklika Redemptoris Mater, 25. März 1987



Den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast


Gnade und Glückseligkeit
Im Bericht des Evangeliums folgt die Heimsuchung unmittelbar auf die Verkündigung: Die allerseligste Jungfrau, die den Sohn in ihrem Schoss trägt, den sie durch das Wirken des Heiligen Geistes empfangen hatte, strahlt Gnade und geistliche Glückseligkeit aus. Die Gegenwart des Geistes in Ihr lässt den Sohn Elisabets vor Freude hüpfen: Es ist Johannes, der dazu bestimmt ist, dem menschgewordenen Gottessohn den Weg zu bereiten.
Grussworte von Johannes Paul II., 31. Mai 2001



Die Kraft des Höchsten
Kurz nach dem Verkündigungsbericht lässt uns der Evangelist Lukas der Jungfrau von Nazaret auf ihrem Weg in »eine Stadt im Bergland von Judäa« folgen (Lk 1, 39). [...] Maria »eilte« dorthin, um Elisabet, ihre Verwandte, zu besuchen. Der Grund für diesen Besuch liegt auch darin, dass Gabriel bei der Verkündigung in bedeutungsvoller Weise Elisabet genannt hat, die noch im vorgeschrittenen Alter durch Gottes mächtiges Wirken einen Sohn von ihrem Mann Zacharias empfangen hatte: »Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich« (Lk 1, 36-37). Der göttliche Bote verwies auf das Geschehen in Elisabet, um auf die Frage Marias zu antworten: »Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?« (Lk 1, 34). Ja, es wird möglich durch die »Kraft des Höchsten«, genauso, und sogar noch mehr, wie bei Elisabet.
Enzyklika Redemptoris Mater, 25. März 1987




Aus Liebe
Maria begibt sich also aus Liebe in das Haus ihrer Verwandten. Als sie dort eintritt und Elisabet bei der Antwort auf ihren Gruss das Kind in ihrem Leib hüpfen fühlt, da grüsst diese, »vom Heiligen Geist erfüllt«, ihrerseits Maria mit lauter Stimme: »Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes« (vgl. Lk 1, 40-42). Dieser preisende Ausruf Elisabets sollte dann als Fortsetzung des Grusses des Engels in das Ave-Maria eingehen und so zu einem der am häufigsten gesprochenen Gebete der Kirche werden. Noch bedeutungsvoller aber sind die Worte Elisabets in der Frage, die folgt: »Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?« (Lk 1, 43). Elisabet gibt Zeugnis für Maria: Sie erkennt und bekennt, dass vor ihr die Mutter des Herrn, die Mutter des Messias, steht. An diesem Zeugnis beteiligt sich auch der Sohn, den Elisabet in ihrem Schoss trägt: »Das Kind hüpfte vor Freude in meinem Leib« (Lk 1, 44). Das Kind ist der künftige Johannes der Täufer, der am Jordan auf Jesus, den Messias, hinweisen wird.
Enzyklika Redemptoris Mater, 25. März 1987



Erste Seligpreisung
Maria betritt das Haus ihrer Verwandten, grüsst Elisabet und hört von ihr Worte des Grusses. Diese Worte sind uns innig vertraut. Wir sprechen sie unzählige Male, vor allem wenn wir die Geheimnisse des Rosenkranzes betrachten: ”Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes“. So grüsst die Frau des Zacharias Maria. Sie spricht damit eine erste Seligpreisung aus, deren Echo in der Geschichte der Kirche und der Menschheit, in der Geschichte der menschlichen Herzen und Gedanken widerhallt. Konnte der Mensch je Höheres erreichen? Konnte er jemals Tieferes von sich erfahren? Konnte der Mensch durch irgendwelche Errungenschaft seines Menschseins, durch Verstand, Geistesgrösse oder heroische Leistungen höher erhoben werden, als ihm zuteil wurde in dieser ”Frucht des Leibes“ Mariens, in der das Ewige Wort, der wesensgleiche Sohn des Vaters, Fleisch geworden ist! Kann die Weite des menschlichen Herzens eine grössere Fülle an Wahrheit und Liebe aufnehmen als jene, dass Gott selber sich anschickt, dem Menschen seinen einzigen Sohn zu schenken? Der Sohn Gottes wird Mensch, empfangen durch den Heiligen Geist! Ja wirklich, du bist mehr gesegnet als alle anderen Frauen, Maria!
Predigt in Altötting, 18. November 1980



Glaube
Aus dem Text des Evangelisten Lukas erfahren wir, dass sich das Haus Elisabets mit Freude erfüllte. Vom himmlischen Licht erleuchtet, begreift Elisabet die Grösse Marias, die »voll der Gnade« und daher »mehr als alle anderen Frauen gesegnet« ist (vgl. Lk 1,42), weil sie Jesus, den Heiland der Welt, in ihrem Schoss trägt.[...] Richten wir unseren Blick auf die, »die geglaubt hat«. Maria hat geglaubt, dass sich das, was der Herr ihr hatte sagen lassen, erfüllen würde. Sie hat dem Wort Gottes geglaubt, dass sie, eine Jungfrau, ein Kind – nämlich den Sohn Gottes – empfangen und zur Welt bringen würde. Der Glaubensakt Marias erinnert an den Glauben Abrahams, der an den Anfängen des Alten Bundes an Gott glaubte. Dies ist die Grösse und Vollkommenheit des Glaubens Maria, und Elisabeth bringt diesbezüglich ihre Bewunderung zum Ausdruck. Sie bezeichnet Maria als »mehr als alle andere Frauen gesegnet« und weist so darauf hin, dass sie durch den Glauben gesegnet wurde. »Selig ist die, die geglaubt hat!« Der erstaunte Ausruf Elisabeths ist für uns eine Ermahnung, damit wir all das zu würdigen wissen, was die Gegenwart Marias in das Leben jedes Gläubigen einbringt.
Ansprache bei der Einweihung des Marienheiligtums in Lichen, 7. Juni 1999



Freude
»Meine Seele preist die Grösse des Herrn …« (Lk 1,46). Bei ihrer Begegnung mit Elisabet kommen die Empfindungen Marias im Gesang des »Magnifikat« kraftvoll zum Ausdruck. Ihre Lippen bekennen die hoffnungsvolle Erwartung jener, die »arm sind im Herrn«, und das Wissen um die Erfüllung seiner Verheissungen, denn Er »denkt an sein Erbarmen« (Lk 1,54). Aus eben dieser Gewissheit ergibt sich die Freude der Jungfrau Maria, die aus dem gesamten Magnifikat hervorstrahlt: Freude darüber, sich trotz der eigenen »Niedrigkeit« von Gott »angeschaut« zu wissen (vgl. Lk 1,48); Freude über den »Dienst«, den sie zu leisten vermag dank der »Wunder«, zu denen sie der Allmächtige berufen hat (vgl. Lk 1,49); Freude über den Vorgeschmack auf die eschatologischen Seligpreisungen, die den »Niedrigen« und »Hungernden« vorbehalten sind (vgl. Lk 1,52–53). Auf das Magnifikat folgt die Stille, und nichts wird über den dreimonatigen Aufenthalt Marias an der Seite ihrer Kusine Elisabet gesagt. Oder vielleicht wird uns gerade das Wichtigste gesagt: Das Gute erregt kein Aufsehen, und die Kraft der Liebe äussert sich in der zurückhaltenden Diskretion des täglichen Dienens.
Predigt in Prairie de la Ribère, 15. August 2004



Den du, o Jungfrau, geboren hast


Immanuel, Gott-mit-uns
Nach langem Warten bricht endlich der Glanz des neuen Tages herein. Geboren ist der Messias, der Immanuel, der Gott-mit-uns! Er ist geboren, der von den Propheten verheissene und von all denen, die „im Land der Finsternis wohnten“, seit langem angerufene Messias. Im Schweigen und Dunkel der Nacht wird das Licht Wort und Botschaft der Hoffnung. Aber steht nicht diese Glaubensgewissheit im Widerspruch zur geschichtlichen Wirklichkeit, in der wir leben? Beim Hören der grauenvollen Reportagen in den Nachrichten, wirken die Worte von Licht und Hoffnung nur wie ein Traum. Aber gerade darin liegt die Herausforderung des Glaubens, die diese Botschaft so tröstlich und zugleich so anspruchsvoll macht. Sie gibt uns das Gefühl, von Gottes zärtlicher Liebe umfangen zu sein, und verpflichtet uns zur tätigen Liebe für Gott und für die Brüder und Schwestern.
Predigt, 24. Dezember 2001



Zeugnis abzulegen
Wie bei den Hirten, ist in dieser aussergewöhnlichen Nacht auch in uns der Wunsch stark, den anderen die Freude über die Begegnung mit diesem „in Windeln gewickelten Kind“ mitzuteilen, in dem sich die Heilsmacht des Allmächtigen offenbart. Wir können nicht verweilen und staunend den Messias betrachten, der als Kind in der Krippe liegt, ohne uns gleichzeitig die Verpflichtung zu eigen zu machen, für ihn Zeugnis abzulegen. Wir müssen uns beeilen. Wir müssen voll Freude von der Grotte in Bethlehem weitergehen, um überall von dem Wunder zu berichten, dessen Zeugen wir geworden sind. Wir sind dem Licht und dem Leben begegnet. In Ihm ist uns die Liebe geschenkt.
Predigt, 24. Dezember 2001



Ein Kind wird geboren
Ein Kind wird geboren. Allem Anschein nach ist es eines von vielen Neugeborenen in der Welt. Ein Kind wird in einem Stall zu Bethlehem geboren. Seine Geburt ereignet sich demnach in äusserster Entbehrung: arm unter den Armen.[...] O Kind, das du dir eine Futterkrippe zur Wiege erwählt hast; o Schöpfer des Alls, der du dich der göttlichen Herrlichkeit entblösst hast; o unser Erlöser, der du deinen wehrlosen Leib als Opfer für das Heil der Menschheit hingegeben hast! Der Glanz deiner Geburt erleuchte die Nacht der Welt. Die Macht deiner Liebesbotschaft zerstöre die hochmütigen Nachstellungen des Bösen. Das Geschenk deines Lebens lasse uns immer tiefer verstehen, wie wertvoll jedes menschliche Leben ist.
Predigt, 24. Dezember 2003



Antwort
Jesus wird für eine Menschheit geboren, die auf der Suche nach Freiheit und Frieden ist; er wird geboren für jeden durch die Sünde niedergedrückten und heilsbedürftigen Menschen, der nach Hoffnung dürstet. Gott antwortet in dieser Nacht auf den unaufhörlichen Schrei der Völker Komm, Herr, rette uns!: sein ewiges Wort der Liebe hat sterbliches Fleisch angenommen.
Predigt, 24. Dezember 2002



Mensch unter Menschen
Seht den Immanuel, den Gott-mit-uns, der kommt, um die Erde mit Gnade zu erfüllen. Er kommt zur Welt, um die Schöpfung zu verwandeln. Er wird Mensch unter Menschen, damit jeder Mensch in Ihm und durch Ihn von Grund auf erneuert wird. Durch seine Geburt führt er uns alle in den Raum Gottes ein. Denn er schenkt jedem, der bereit ist, sein Geschenk im Glauben anzunehmen, die Möglichkeit, an seinem göttlichen Leben teilzuhaben.
Predigt, 25. Dezember 1998



"Gott rettet"
Gottes Wort weint in der Krippe. Sein Name ist Jesus, das heisst: "Gott rettet", denn "er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen" (Mt 1,21). Der Erlöser, der dazu bestimmt ist, das ewige und allumfassende Reich zu gründen, wird nicht in einem Königspalast geboren, sondern in einem Stall. Als er zu uns kommt, entzündet er in der Welt das Feuer der Liebe Gottes (vgl. Lk 12,49). Dieses Feuer wird nie mehr erlöschen. Möge dieses Feuer in den Menschenherzen als Flamme der tätigen Nächstenliebe entbrennen, die zur Aufnahme und Stütze wird für viele bedürftige und leidende Brüder und Schwestern!
Predigt, 24. Dezember 2000




Bethlehem und Golgotha
Es war die Liebe des Vaters, die seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit dieser sein Leben für uns hingebe (Joh 4, 8-9). Die Liebe des „Gott-mit-uns“, des Immanuel, ist auf die Erde gekommen, um am Kreuz zu sterben. Schon im kalten Stall und umgeben vom Schweigen kostet die jungfräuliche Mutter mit ihrem ahnenden Herzen das blutige Drama von Golgotha voraus. Dies wird ein erschütternder Kampf zwischen Licht und Finsternis sein, zwischen dem Tod und dem Leben, zwischen Hass und Liebe. Der Friedensfürst, der zu Betlehem geboren ist, wird sein Leben auf Golgotha hingeben, damit auf Erden die Liebe den Sieg behalte.
Botschaft beim Segen „Urbi et Orbi“, 25. Dezember 2002


Gib uns deine Augen
Anbetungswürdiges Geheimnis des fleischgewordenen Wortes! Mit Dir, o jungfräuliche Mutter, verharren wir gedankenvoll vor der Krippe, in der das Kind liegt, um dein Staunen angesichts des unendlichen Sich herabneigens Gottes zu teilen. Gib uns deine Augen, o Maria, um das Geheimnis zu entschlüsseln, das sich hinter der zarten Gestalt deines Sohnes verbirgt! Lehre uns, in den Kindern aller Völker und Kulturen sein Antlitz wiederzuerkennen! Hilf uns, für seine Botschaft des Friedens und der Liebe glaubhafte Zeugen zu sein, damit die Männer und Frauen unserer Zeit, die noch tiefem Zwiespalt und unerhörter Gewalt unterworfen sind in diesem Kind, das in deinen Armen liegt, den einzigen Heiland der Welt zu erkennen vermögen, die unerschöpfliche Quelle wahrer Freude, nach der im Grunde jedes Herz sehnsüchtig verlangt.
Botschaft beim Segen „Urbi et Orbi“, 25. Dezember 2002


Gott hat Freude am Menschen
Diese Nacht ist ein herausragendes Zeugnis der Liebe Gottes zum Menschen. Seht, in Betlehm haben wir den Höhepunkt dieser Freude Gottes. Gott hat seine eigene Freude am Menschen offenbart! Gott hat Freude am Menschen! Darum wachen die Menschen auf: es erwacht der Mensch als „Hirt seines Schicksals“. Heute wacht er auf, und er hört die Botschaft: Gott wird in die Geschichte der Menschheit geboren! Gott freut sich am Menschen! Gott findet Freude an dir!
Predigt in der Christmette, 24./25. Dezember 1979


Ein neues Licht
Die Geburt Jesu in der Verborgenheit von Bethlehem hat am Horizont ein neues Licht angezündet, das dem, der die Wahrheit, die Gerechtigkeit, den Frieden und die Freiheit sucht, den Weg weisen kann. Wendet euch ihm zu, der in Christus Jesus sein Erbarmen und seine Treue voll kundgetan hat. Darum haltet inne, und richtet euer Denken auf den Herrn! Lasst euch durch seine Güte besänftigen, durch seine Milde überzeugen und durch seine Armut reich machen.
Angelus am 6. Januar 1995


Hier hat alles seinen Anfang
Alles hat in dieser Nacht von Betlehem seinen Anfang. Hier wird der Geschichte des Menschen ein neuer Anfang gesetzt. In Jesus Christus enthüllt sich die Gnade. Gott bestätigt in ihm wiederum seine Liebe zu den Menschen. Der Weihnachtsgesang der Nacht von Bethlehem spricht ja von den Menschen, die Gott liebt (vgl. Lk 2,14)
Predigt bei der Mitternachtsmesse, 24./25. Dezember 1990


Den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast


Treue
Betrachten wir die Jungfrau, wie sie ihren Sohn im Tempel von Jerusalem darbringt. Die Frau, die in der Stunde der Verkündigung den Willen Gottes bedingungslos annahm, wiederholt heute in gewisser Weise die damals von ihr gesprochenen Worte: »Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast« (Lk 1,38). Diese Haltung der fügsamen Treue gegenüber dem Plan Gottes wird ihren gesamten Lebensweg prägen. Daher ist die Gottesmutter das erste und höchste Vorbild jedes geweihten Menschen. Lasst euch von ihr leiten, liebe Brüder und Schwestern. Nehmt ihre Hilfe demütig und vertrauensvoll in Anspruch, vor allem in Zeiten der Prüfung.
Predigt, 2. Februar 2004



Nun lässt du, Herr, deinen Knecht...
»Nun lässt du, Herr, deinen Knecht,
wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben
das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern
bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für dein Volk Israel«
(Lk 2, 29-32).
So betete Simeon, dem es gegeben war, erleben zu dürfen, wie die Verheissungen des Alten Bundes in Erfüllung gingen. So betet die Kirche, die sich, ohne an Kräften zu sparen, verschwendet, um allen Völkern das Geschenk des Neuen Bundes zu bringen. In der geheimnisvollen Begegnung zwischen Simeon und Maria verbindet sich das Alte mit dem Neuen Testament. Miteinander sagen der betagte Prophet und die junge Mutter Dank für dieses Licht, das verhinderte, dass die Finsternis Oberhand gewinne. Es ist das Licht, das in der Mitte der menschlichen Existenz erstrahlt: Christus, Retter und Erlöser der Welt, »Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel«.
Predigt, 2. Februar 1999



Mit den Augen des Glaubens
Das Jesuskind kommt in den Armen seiner jungfräulichen Mutter in den Tempel von Jerusalem. [...] Jenes Neugeborene, das äusserlich allen anderen ähnelt, bleibt nicht unbemerkt: Der Heilige Geist öffnet dem alten Simeon die Augen des Glaubens. Simeon nähert sich dem Kind, nimmt es in seine Arme, erkennt in Ihm den Messias und preist Gott (vgl. Lk 2, 25-32). Dieses Kind -so prophezeit er - wird das Licht der Völker und die Herrlichkeit Israels sein (vgl. V. 32), aber auch ein »Zeichen, dem widersprochen wird« (vgl. V. 34), weil es gemäss der Schrift das Urteil Gottes erfüllen wird. Und der erstaunten Mutter sagte der fromme Greis voraus, dass dies durch ein Leid geschehen soll, an dem sie selbst Anteil haben wird.
Predigt, 1. Februar 2003



Licht und Trost
Seid allen Menschen, denen ihr begegnet, Licht und Trost. Seid wie brennende Kerzen von der Liebe Christi entflammt. Verzehrt euch für ihn, indem ihr überall das Evangelium seiner Liebe verbreitet. Durch euer Zeugnis werden auch die Augen so vieler Männer und Frauen unserer Zeit das Heil sehen, das »Gott vor allen Völkern bereitet hat, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel«.
Predigt, 2. Februar 2001



Bild der Kreuzigung
Das Bild Marias, die wir betrachten, als sie Jesus im Tempel darbringt, weist voraus auf das Bild der Kreuzigung, das wir hierdurch besser verstehen werden: Jesus, Sohn Gottes, Zeichen des Widerspruchs. Denn auf dem Kalvarienberg findet die Selbsthingabe des Sohnes, und hiermit verbunden jene der Mutter, ihre Vollendung. Dasselbe Schwert durchbohrt beide, die Mutter und den Sohn (vgl. Lk 2, 35). Derselbe Schmerz. Dieselbe Liebe. [...]Maria, Mutter Christi und unsere Mutter, wir danken dir für die Sorge, mit der du uns auf unserem Lebensweg begleitest, und wir bitten dich: Stelle uns heute erneut Gott vor, unserem einzigen Gut, damit unser Leben, von Liebe verzehrt, zum lebendigen Opfer werde, heilig und ihm wohlgefällig.
Predigt, 2. Februar 2002



Derselbe Schmerz. Dieselbe Liebe.
Das Bild Marias, die wir betrachten, als sie Jesus im Tempel darbringt, weist voraus auf das Bild der Kreuzigung, das wir hierdurch besser verstehen werden: Jesus, Sohn Gottes, Zeichen des Widerspruchs. Denn auf dem Kalvarienberg findet die Selbsthingabe des Sohnes, und hiermit verbunden jene der Mutter, ihre Vollendung. Dasselbe Schwert durchbohrt beide, die Mutter und den Sohn (vgl. Lk 2,35). Derselbe Schmerz. Dieselbe Liebe.
Predigt, Fest der Darstellung des Herrn, 2. Februar 2002


Den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast


Pilgerfahrt im Glauben
Die Pilgerfahrt im Glauben beginnt für Maria mit einer Verheissung. Im Glauben geht sie ihren Weg auch in der inneren Dunkelheit, als sie das Verhalten ihres zwölfjährigen Sohnes im Tempel "nicht versteht". Dennoch bewegt sie alles in ihrem Herzen. Selbst wenn manches im verborgenen Leben Jesu verschattet bleibt, blitzen immer wieder Strahlen auf, die der Gottesmutter geschenkt werden. So wird ihr Wunsch bei der Hochzeit zu Kana erhört: Jesus tut sein erstes Wunder.
Generalaudienz, 21. März 2001



Josef
Jesus nahm als junger Pilger mit Maria und Josef an diesem Fest teil. »Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten« (Lk 2, 43). Nach einem Tag bemerkten sie es und begannen ihn, »bei den Verwandten und Bekannten« zu suchen: »Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er sass mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten« (Lk 2, 46-47). Maria fragte: »Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht« (Lk 2, 48). Die Antwort Jesu war so, dass die beiden »nicht verstanden, was er damit sagen wollte«. Er hatte gesagt: »Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehort?« (Lk 2, 49-50)
Diese Antwort hörte Josef, in bezug auf den Maria soeben »dein Vater« gesagt hatte. Tatsächlich redeten und dachten alle so: »Man hielt Jesus für den Sohn Josefs« (Lk 3, 23). Nichtsdestoweniger sollte die Antwort Jesu im Tempel dem »mutmasslichen Vater« wieder ins Bewusstsein zurückrufen, was er eines Nachts vor zwölf Jahren vernommen hatte: »Josef, ... fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Bereits seit damals wusste er, dass er Hüter des Geheimnisses Gottes war, und der zwölfjährige Jesus rief ihm genau dieses Geheimnis ins Gedächtnis zurück: »Ich muss in dem sein, was meinem Vater gehört«.
Apostolisches Schreiben Redemptoris Custos, 15. August 1989



Der Glaube Mariens
Als die Eltern den zwölfjährigen Jesus im Tempel wiederfanden und seine Mutter ihn fragte: »Wie konntest du uns das antun«, antwortete dieser: »Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?«. Aber der Evangelist fügt hinzu: »Doch sie (Josef und Maria) verstanden nicht, was er damit sagen wollte« (Lk 2, 48-50). Jesus war sich also bewusst, dass »den Sohn nur der Vater kennt« (vgl. Mt 11, 27). Sogar diejenige, der das Geheimnis seiner göttlichen Sohnschaft tiefer offenbart worden war, seine Mutter, lebte nur durch den Glauben in Vertrautheit mit diesem Geheimnis! An der Seite ihres Sohnes, unter demselben Dach, »bewahrte sie die Verbundenheit mit dem Sohn in Treue« und schritt voran »auf dem Pilgerweg des Glaubens«, wie es das Konzil unterstreicht.37 So tat sie es auch während des öffentlichen Lebens Christi (vgl. Mk 3, 21-35), wobei sich an ihr täglich die Seligpreisung erfüllte, die bei ihrem Besuch von Elisabet ausgesprochen worden war: »Selig ist, die geglaubt hat«.
Enzyklika Redemptoris Mater, 25. März 1987













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