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zu Benedikt XVI.






Die lichtreichen Geheimnisse



Jesus, der von Johannes getauft worden ist

Öffnung des Himmels
Jesus sieht den Himmel sich öffnen und den Heiligen Geist wie eine Taube auf sich herabkommen (vgl. Mk 1,10). Dieses Erscheinen des Geistes Gottes bezeichnet den Beginn der grossen Zeit des Erbarmens, nachdem die Sünde den Himmel verschlossen und gleichsam eine Schranke zwischen dem Menschenwesen und seinem Schöpfer errichtet hatte. Nun aber öffnet sich der Himmel! Gott schenkt uns in Christus das Unterpfand einer unvergänglichen Liebe.
Angelus, 9. Januar 1994


Auf der Seite der Sünder
Das menschgewordene Wort bittet, von Johannes dem Täufer getauft zu werden. Mit dieser Geste vereinte er, der Heilige und der Gerechte, sich mit der Schar derer, die, dem Anruf des grossen Propheten folgend, sich bekehren und Busse tun wollten. Durch sein Hinabsteigen in den Jordan stellte Jesus sich auf die Seite von uns Sündern. Die wahre Taufe aber, jene im Heiligen Geist (vgl. Mk 1,8), wird Jesus selbst einsetzen kraft seines Todes und seiner Auferstehung.
Predigt, 9. Januar 1994


Antwort auf die Erwartungen
Am Jordan befindet sich vor allem das erwartungsvolle Volk mit vielen Fragen auf dem Herzen, ein Volk, das die Sehnsucht nach Gott spürt und auf die Einladung zur Umkehr antwortet. Jesus ist die Antwort auf die Erwartungen der Menschen, das Lamm ohne Makel, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Das öffentliche Leben Jesu beginnt so unter Zeichen und Geschehnissen, die eine neue Schöpfung ankündigen: Der Himmel, den die Sünde Adams verschlossen hatte, öffnet sich, auf Jesus kommt der Geist „sichtbar in Gestalt einer Taube“ (Lk 3,22) herab, und das Liebeswort des Vaters ist zu hören.
Predigt bei der Tauffeier in der Sixtinischen Kapelle am 8. Januar 1995



Mensch unter Menschen, aber ohne Sünde
Jesus lebt etwa dreissig Jahre in der Stille und Verborgenheit des Hauses von Nazareth, in deren Verlauf er sich als Mensch unter Menschen zeigt so weit, dass er sich der Busstaufe unterzieht inmitten derer die zum Täufer gingen, um ihre Sünde voll Reue zu bekennen. Und doch war er, der Christus, ohne Sünde!
Angelus, 8.Januar 1989



Der Messias, der Sohn Gottes
Mit der Taufe beginnt für Jesus ein neuer Lebensabschnitt: er wird der Welt vom Vater öffentlich als der Messias, der Sohn Gottes, vorgestellt. Er beginnt das Leben in der öffentlichkeit und den Heilsdienst, der im Leiden, Sterben und in der Auferstehung gipfelt.
Angelus, 8.Januar 1989



Gottheit Jesu
Der angekündigte und erwartete Messias wurde von einem wohlbekannten und in der Geschichte eindeutig anwesenden Volk, dem auserwählten Volk, geboren, von dem er die religiöse Lehre annimmt und sie zur Fülle der Offenbarung führt. Dann, in der Taufe, offenbart sich in wunderbarer Weise die Gottheit Jesu, als er, wie das Evangelium berichtet, „sich taufen liess“.
Predigt bei der Messe und Spendung des Taufsakramentes, 8. Januar 1989



Akt äusserster Demut
Am Jordanufer predigte Johannes die Umkehr zur Vorbereitung der Ankunft des Reiches Gottes, und die Scharen liefen auf seinen Ruf herbei. Jesus, der im Begriff war, seine Sendung zu beginnen, wollte zuerst einen Akt äusserster Demut vollbringen, um ihn als Beispiel zu hinterlassen: Er mischte sich unter die Schar der Sünder, die zur Taufe von Johannes eilten. Aber der Täufer erkannte ihn und wehrte sich zuerst: „Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir?“ (Mt 3,14). Jesus aber bestand darauf: „Lass es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen“ (Mt 3,15).
Angelus, 10. Januar 1988



Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat


Fülle der wahren Freude
Heute ist es bei dem vielen Lärm nicht leicht, die Stimme des göttlichen Meisters zu erkennen und sie zur Richtschnur des ganzen Lebens zu machen. Es ist auch nicht einfach, die Hindernisse zu überwinden und den Versuchungen zu widerstehen, die das christliche Leben zunichte machen drohen. Wie in Kana, so erinnert uns Maria daran, dass in Christus die Fülle der wahren Freude ist. Sie zeigt jedem ihren Sohn Jesus und wiederholt: „Tut, was er euch sagt!“ Ja, nur in Jesus findet sich das Geheimnis des wahren Guten für die Menschen und die unerschöpfliche Quelle des inneren Friedens.
Predigt in Benevent, 2. Juli 1990



Eingeladen
Im Evangelium lesen wir, dass Jesus eingeladen wurde, an der Hochzeitsfeier in Kana in Galiläa teilzunehmen. Zum erstenmal wird Jesus von Menschen eingeladen, und er nimmt die Einladung an, bleibt mit ihnen zusammen, plaudert, nimmt an ihrer Freude teil, aber auch an ihrer Verlegenheit; als ihnen der Wein für die Gäste ausgeht, wirkt er sein erstes Wunder. Viele Male noch wird Jesus von Menschen eingeladen werden im Laufe seiner Lehrtätigkeit, er wird ihre Einladungen annehmen, Bekanntschaften knüpfen, sich an den Tisch setzen, sich unterhalten.
Diese Linie der Geschehnisse verdient Beachtung: Jesus Christus wird immerfort von einzelnen und von Gemeinschaften eingeladen. Vielleicht gibt es auf der Welt niemand, der so viele Einladungen gehabt hat. Und Jesus nimmt diese Einladungen an, geht zu den einzelnen hin, hält sich bei Gesellschaften auf. Während seines irdischen Lebens und Wirkens war er den Begrenzungen der Zeit und des Ortes unterworfen. Nach der Auferstehung und Himmelfahrt jedoch und nach der Einsetzung der Eucharistie und der Kirche kann Jesus Christus auf neue Weise, nämlich auf sakramentale und mystische Weise, gleichzeitig der Gast aller Menschen und Gemeinschaften sein, die ihn einladen. Er nimmt die Einladung eines jeden an.
In einer römischen Pfarrei, 20. Januar 1980



Tun, was Gott will
Es geht aber nicht darum, lediglich zu wissen, was Gott von uns, von jedem einzelnen in den verschiedenen Situationen des Lebens will. Es geht darum, das, was Gott will, zu tun. Daran erinnert uns das Wort Marias, der Mutter Jesu, an die Diener von Kana: „Was er euch sagt, das tut“ (Joh. 2,5). Wir müssen fähig und immer fähiger werden, nach dem Willen Gottes zu handeln. Dazu ist gewiss die Hilfe der Gnade Gottes notwendig, die nie fehlt, wie Leo der Grosse hervorhebt: „Der, der die Würde verliehen hat, wird die Kraft verleihen“. Notwendig ist aber auch die freie und verantwortliche Mitarbeit eines jeden von uns.
Apostolisches Schreiben Christifideles laici, Nr. 58 (30. Dezember 1988)



Keine Entmutigung
An uns, Männer und Frauen, die wir vertrauensvoll in das neue Jahrtausend eintreten, ergeht erneut die Aufforderung der Mutter Christi, die sie anlässlich der Hochzeit in Kana an die Diener gerichtet hatte: »Was er euch sagt, das tut« (Joh 2,5). Mit diesen Worten scheint die Jungfrau uns dazu anspornen zu wollen, keine Angst zu haben vor den Beschränkungen und Misserfolgen, die unsere Erfahrung als Einzelpersonen, als Familien, als kirchliche und bürgerliche Gemeinschaften mitunter kennzeichnen können. Maria mahnt dazu, uns auch nicht von der Sünde, die unser Vertrauen in uns selbst und in die anderen in eine Krise stürzen kann, entmutigen zu lassen. Wichtig ist, dass wir das tun, was Christus uns sagt, und Vertrauen zu ihm haben: Er wird unser unablässiges Bitten nicht ungehört lassen.
Angelus, 14. Januar 2001



Der Glaube seiner Mutter
In der Szene der Hochzeit zu Kana beschreibt Johannes die erste öffentliche Fürsprache Mariens bei Jesus und hebt ihre Mitwirkung an der Sendung ihres Sohnes hervor.
Maria ist es, die zuerst den Ernst der Lage wahrnimmt. Sie ergreift die Initiative und wendet sich an Jesus: "Sie haben keinen Wein mehr" (Joh 2,3). In diesem Satz kommt ihr Glaube zum Ausdruck; sie bittet Jesus in der Gewissheit, dass er ein Wunder wirken kann. Jesu Antwort wirkt befremdend: "Was willst du von mir, Frau?" Diese Worte klingen kühl, als ob er mit ihr keine Lebensgemeinschaft gehabt hätte. Jesus stellt so den Glauben seiner Mutter auf die Probe.
Maria beharrt nicht mehr darauf, aber in der überzeugung, dass Jesus doch ihren Wunsch erfüllen wird, sagt sie zu den Dienern: "Was er euch sagt, das tut!" (Joh 2,5). Ihr Vertrauen wird belohnt: Jesus, dem die Initiative überlassen wird, wirkt das Wunder, und erkennt dadurch den Glauben seiner Mutter an.
Generalaudienz, 5. Februar 1997



Lehrerin des christlichen Gebetes
Marias Anwesenheit steht in diesen Geheimnissen [lichtreiche Geheimnisse] meist im Hintergrund, ausgenommen in einem: in der Hochzeit von Kana, wo die Rolle der »Mutter Jesu« entscheidend ist. Denn sie ist es, die den Sohn darauf hinweist, dass kein Wein mehr da ist; und als er antwortet, dass »seine Stunde« noch nicht gekommen sei, drängt sie ihn in mütterlicher Eile, indem sie zu den Dienern sagt: »Was er euch sagt, das tut!« (Joh 2,5). Auf diese Weise zeigt sie, dass sie mehr als andere die tiefen Absichten Jesu erahnt. Sie kennt ihn »von Herz zu Herz«, weil sie von Anfang an jede Geste und jedes Wort von ihm bewahrt und darüber nachgedacht hat (vgl. Lk 2,19.51). Deshalb ist die Jungfrau Maria die erste und vorrangige Lehrerin des christlichen Gebets: In ihrer Schule lernt man, das Antlitz des Herrn zu betrachten, sich seine Gefühle anzueignen und seine Werte mit grossmütiger Folgerichtigkeit anzunehmen.
Angelus, 21. September 2003



Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat


Vertrautheit mit Gott
„Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade, jetzt ist er da, der Tag der Rettung“ (2 Kor 6,2). Während dieser Zeit der Busse ist es wichtig für uns, zu einer besonderen Vertrautheit mit Gott zu gelangen: Gott, der unser Vater ist, Gott, der seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns zur Sünde gemacht hat, damit wir in ihm Rechtfertigung von unseren Sünden finden könnten. (vgl. 2 Kor 5,21)
Predigt bei der hl. Messe in Santa Sabina mit Segnung und Austeilung der Asche am Aschermittwoch, 1. März 1995



Sieg über die Macht des Bösen
Jesus machte seinen Zuhörern die Ankunft des Reiches Gottes in verschiedener Weise bekannt. Bezeichnend sind die Worte, die er im Hinblick auf die Austreibung der Dämonen aus den Menschen un der Welt spricht: „Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen“ (Lk 11,20). Denn das Reich Gottes bedeutet ja den Sieg über die Macht des Bösen, das in der Welt ist, und über den, der sein geheimnisvoller Haupt-Urheber ist. Es handelt sich um den Geist der Finsternis, den Herrn dieser Welt; es handelt sich um jede Sünde, die im Menschen infolge seines bösen Willens und unter dem Einfluss jener verborgenen und verderbenbringenden Gegenwart entsteht.
Jesus, der gekommen ist, die Sünden zu vergeben, macht – auch wenn er die verschiedenen Krankheiten heilt – darauf aufmerksam, dass die Befreiung vom körperlichen übel das Zeichen der Befreiung von dem viel schwerer wiegenden übel ist, das auf der Seele des Menschen lastet.
Generalaudienz, 15. Juni 1988



Gott und die Menschen
Als er »von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äusseren Zeichen erkennen könnte. Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch« (Lk 17,20 –21). [...] Gott ist also in das Menschengeschehen und in die Welt eingetreten; er geht still voran und wartet geduldig auf die Menschheit mit ihren Verzögerungen und ihren Bedingtheiten. Er respektiert ihre Freiheit, er stützt sie, wenn Verzweiflung sich ihrer bemächtigt, er führt sie von einem Lebensabschnitt zum nächsten und lädt sie ein, bei seinem Plan der Wahrheit, Gerechtigkeit und des Friedens seines Reiches mitzuarbeiten. Göttliches Tun und menschlicher Einsatz müssen also ineinandergreifen.
Generalaudienz, 31. Januar 2001



Unterwegs für das Reich Gottes
Im Evangelium zeigt sich uns Jesus stets als einer, der unterwegs ist. Er scheint, dass es ihn drängt, von einem Ort zum anderen zu wandern, um anzukündigen: Das Reich Gottes ist nahe. Er verkündigt und beruft. Dem Ruf in die Nachfolge haben die Apostel bereitwillig geantwortet (vgl. Mk 1, 16-20). Wir fühlen uns alle angesprochen von seiner Stimme, von seiner Einladung, von seinem Aufruf zu einem neuen Leben.
Das sage ich vor allem den jungen Menschen, vor denen sich das Leben auftut wie ein Weg voller überraschungen und Verheissungen. Ich sage es allen: Folgen wir den Spuren Christi!
Brief von Papst Johannes Paul II. über die Pilgerfahrt zu den Stätten die mit der Heilsgeschichte verbunden sind, 29. Juni 1999



Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist


Vater! Sohn, Tochter!
Auf dem Berg der Verklärung spricht Gott aus der Wolke wie auf dem Sinai. Aber jetzt sagt er: »Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören« (Mk 9,7). Er befiehlt uns, auf seinen Sohn zu hören, denn »niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will« (Mt 11,27). Und so erkennen wir den wahren Namen Gottes: VATER! Der Name, der über alle anderen Namen hinausgeht: Abba! (vgl. Gal 4,6). Und in Jesus erkennen wir unseren wahren Namen: Sohn, Tochter! Wir erfahren, dass der Gott des Auszugs und des Bundes sein Volk befreit, weil es seine Söhne und Töchter sind, die nicht zur Sklaverei, sondern zur »Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes« (Röm 8,21) erschaffen sind.
Wortgottesdienst am Katharinenkloster auf dem Berg Sinai, 26. Februar 2000



Das Licht der Welt
Die Evangelisten Lukas, Markus und Matthäus berichten übereinstimmend, dass Jesus die Apostel Petrus, Jakobus und Johannes »auf einen hohen Berg« führte, der als der Berg Tabor in Galiläa bekannt ist. Vor ihren Augen wurde er verklärt. »Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiss wie das Licht« (Mt 17,1 – 2). Neben ihm erschienen die ehrwürdigen Gestalten Mose und Elija. Der Vater selbst, in einer »leuchtenden Wolke«, liess in jenem Augenblick seine Stimme vernehmen und sprach: »Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören« (Mt 17,5).
Dieses Mysterium, das der Herr damals geheimzuhalten gebot (vgl. Mt 17,9), wurde nach seiner Auferstehung zu einem wesentlichen Bestandteil der Frohen Botschaft: Jesus ist der Christus, der Sohn Gottes, den wir heute von Licht umstrahlt in seiner Herrlichkeit betrachten.
Zweitausend Jahre später wiederholt die Kirche mit unverändertem Nachdruck, dass Christus das Licht der Welt ist! Sein Licht verleiht unserem Leben jeden Tag neuen Sinn.
Angelus, 5. August 2001



Vorgeschmack
Petrus, Johannes und Jakobus durften beim Ereignis der Verklärung des Herrn auf dem Berg Tabor einen Vorgeschmack der Freude dieser Begegnung in beseligenden Anschauung Gottes im Himmel empfinden. „Wir waren Augenzeugen seiner Macht und Grösse“, wird Petrus sagen (2Petr 1,16), und Johannes wird seinerseits bestätigen „was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefasst haben... das Wort des Lebens“ (vgl.1Joh1,1).
Predigt am Fest der Verklärung des Herrn, Castel Gandolfo, 6.August 1989



Beten in Gott
»Etwa acht Tage nach diesen Reden nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten« (Lk 9,28). So beginnt das Evangelium der Verklärung Christi. [...] Der Evangelist Lukas hebt hervor, dass Jesus verklärt wurde, »während er [auf einem Berg] betete«, vertieft in einen vertrauensvollen und innigen Dialog mit Gott-Vater. Von seiner Person geht ein strahlendes Licht aus, das die Herrlichkeit der Auferstehung vorwegnimmt. [...] Beten bedeutet in der Tat, sich geistig in Gott zu versenken in einer Haltung demütiger Zustimmung zu seinem Willen. Aus dieser zuversichtlichen Hingabe an Gott ergibt sich das innere Licht, das den Menschen verklärt und ihn zu einem Zeugen der Auferstehung macht. Dies kann aber nur geschehen, wenn wir auf Christus hören und Ihm fügsam bis zur Passion und zum Kreuz nachfolgen. Auf Ihn müssen wir also schauen, »denn nur in Ihm, dem Sohn Gottes, ist Heil«.
Angelus, 7. März 2004



Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat


Liebe bis zur Vollendung
Im Rosenkranzgebet leitet uns das fünfte lichtreiche Geheimnis dazu an, mit den Augen Marias das Geschenk der Eucharistie zu betrachten und über die „Liebe bis zur Vollendung“ (Joh 13,1), die Jesus im Abendmahlssaal gezeigt hat, als auch über die Demut seiner Gegenwart in jedem Tabernakel zu staunen. Die Heilige Jungfrau bewirke euch die Gnade, dass euch das in eure Hände gelegte Geheimnis nie zur blossen Gewohnheit werde. Wenn ihr dem Herrn für die aussergewöhnliche Gabe seines Leibes und seines Blutes in einem Fort dankt, werdet ihr euren priesterlichen Dienst stets in Treue vollziehen können.
Johannes Paul II zum Gründonnerstag an die Priester 2004



In persona Christi
Aufgrund der Worte Christi: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“, handeln die Priester „in persona Christi“. Christus ist es, der die Konsekrationsworte spricht; Er feiert Eucharistie, Er gibt seinen Leib und sein Blut unter den Gestalten des Brotes und des Weines hin. Und wir, die wir unwürdig an seinem Amtspriestertum teilhaben, vollbringen dies alles „in persona Christi“; nicht nur indem wir ihn vertreten, sondern indem wir uns mit Ihm, dem einzigen Priester des neuen und ewigen Bundes, gewissermassen identifizieren.
Predigt während der Abendmahlsmesse in der Lateranbasilika am Gründonnerstag, 13. April 1995



Leben durch IHN
„So wird jeder, der mich isst, durch mich leben“ (Joh 6,57). Diese Worte hatte Jesus vor längerer Zeit, nach der wunderbaren Brotvermehrung bei Kafarnaum, gesprochen. Heut ist der Augenblick gekommen, in dem diese Worte, die damals eine Ankündigung und Verheissung waren, Wirklichkeit werden. Die Stunde des letzten Abendmahls.
Predigt bei der Abendmahlsmesse in San Giovanni im Lateran, Gründonnerstag, 16. April 1992



Danksagung
Eucharistie bedeutet Danksagung. Christus hat, als er dieses Sakrament einsetzte, die grosse und universale Danksagung der ganzen Schöpfung einbezogen. „Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir Gutes getan hat?“, fragt der Psalmist (Ps 116/115,12). Christus gibt der Menschheit die Fähigkeit, Gott Dank zu sagen, zurück, die sie wegen der Sünde verloren hatte. Dazu bedarf es des blutigen Opfers auf Golgota; es bedarf der Eucharistie, die auf unblutige Weise dieses Oper vergegenwärtigt, damit der Mensch Gott Dank sagen und im Dank verbleiben kann.
Predigt während der Abendmahlsmesse in der Lateranbasilika am Gründonnerstag, 13. April 1995



"Kommunion"
In der Eucharistie gibt Christus uns seinen Leib und sein Blut zur Speise und zum Trank unter den Gestalten des Brotes und des Weines wie beim Pascha des letzten Abendmahles. Nur Kraft des Geistes, der lebendig macht, kann die eucharistische Speise und der Trank in uns die „Kommunion“ bewirken, das heisst die heilbringende Einheit mit dem Gekreuzigten und Verherrlichten Christus.
Ansprache bei der Generalaudienz, 13. September 1989



Sein Herzenswunsch
Es ist die Stunde des letzten Abendmahles. Die Stunde Christi. Die Stunde seines Herzenswunsches der keine Grenzen kennt. Er wünscht die Gemeinschaft mit den Menschen, und er wünscht die Reinheit der menschlichen Seele. Können wir diesen Wunsch zurückweisen?
Predigt bei der Abendmahlsmesse in der Lateranbasilika am Gründonnerstag 8.April 1982



Liebt einander
Bei der ersten Eucharistie, am Abend bevor er sei Leben am Kreuz für uns hingab, sagte unser Heiland zu seinen Jüngern: „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid“ (Joh. 13,34-36). Die Liebe Christi, die als Geschenk empfangen wird, muss umgekehrt als Geschenk weitergegeben werden. Die Liebe Christi, die uns aus dem einen Brot und aus dem einen Kelch in Fülle zuströmt, muss mit unserem Nächsten geteilt werden: mit dem Mitmenschen, der arm und heimatlos ist, mit dem Mitmenschen, der einem anderen Stamm oder einer anderen Rasse angehört oder der nicht an Christus glaubt.
Predigt bei der „Statio orbis“ in Nairobi (Kenia), 18. August 1985












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