Bern 5./6. Juni 04
       Schweiz Juni 84
       Gebete in der Schweiz
       Liechtenstein 85


       Karol Wojtyla
       JPII & Petrusamt


       JPII & Seine Gebete
       JPII & Rosenkranz


       JPII & Gott
       JPII & Christus
       JPII & Heiliger Geist


       JPII & Eucharistie
       JPII & Priestertum
       JPII & Ehe
       JPII & Versöhnung
       JPII & Lebensweihe


       JPII & Kirche
       JPII & Leiden
Kreuz
Christus
Sühne
Krankheit
Liebe
       JPII & Tugend
       JPII & Moral
       JPII & die Frau
       JPII & Politik
       JPII & Dialog
       JPII & An die Jugend


       JPII & Kirchenjahr
       JPII & Heilige
       JPII & Maria


       Fürbittgebet
       Lesungen des Tages
       Gästebuch
       Intro
       Jahrestag
       Neu







zu Benedikt XVI.






Kreuz



Was ist das Kreuz?
Kreuz besagt: das Leben für den Bruder einzusetzen, um es zusammen mit dem seinen zu retten. Kreuz besagt: Liebe ist stärker als Hass und Rache – Geben ist seliger als Nehmen – Sich-selbst-Einsetzen bewirkt mehr als blosses Fordern. Kreuz besagt: Es gibt kein Scheitern ohne Hoffnung – keine Finsternis ohne Stern – keinen Sturm ohne rettenden Hafen. Kreuz besagt: Liebe kennt keine Grenzen: beginne mit dem Allernächsten und vergiss nicht den Fernsten. Kreuz besagt: Gott ist immer grösser als wir Menschen, grösser als unser Versagen – Leben ist stärker als der Tod. Als Jünger Christi seid ihr, liebe Brüder und Schwestern, aufgerufen aus der Kraft des Kreuzes Christi durch euer hoffnungsvolles Wort und christliches Lebensbeispiel den Menschen von heute in ihrer mannigfaltigen Bedrohung und Verwirrung die befreiende Antwort und Hoffnung zu geben ...
Ansprache in Wien, 10. September 1983



Zeichen der Hoffnung
Liebe Freunde, ihr könnt im Kreuz das Zeichen der Hoffnung erkennen, die nicht trügt. Ihr habt verstanden, dass man sich des Kreuzes nicht schämen, sondern rühmen soll: Es ist das Zeugnis der Leidenschaft Gottes für den Menschen, der unwiderlegbare Beweis seiner Liebe. Sagt allen, dass gerade deshalb das Kreuz demjenigen, der es annimmt, neue und echte Freude schenkt: die Freude des Sieges über Sünde und Tod!
Botschaft zum Palmsonntag, 27. März 1994



Anwesenheit Gottes
Das Kreuz ist das Tor, durch das Gott endgültig in die Geschichte des Menschen eingetreten ist. Und er bleibt! Das Kreuz ist das Tor, durch das Gott fortwährend in unser Leben tritt. Gerade darum bezeichnen wir uns mit dem Kreuzzeichen und sprechen: "im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Während wir das Kreuzzeichen auf Stirn, Schulter und Herz zeichnen, sprechen wir diese Worte. Sie sind eine Einladung an Gott, dass er komme. Wir verbinden sie mit dem Kreuzzeichen, damit Gott auf dem Weg über das Kreuz in das Herz des Menschen komme. So kommt er in unsere Arbeit, in unser Denken, in unser Sprechen: in das gesamte Leben des Menschen und der Welt. Das Kreuz öffnet uns für Gott. Das Kreuz öffnet die Welt für Gott. Fest steht das Kreuz während die Welt sich dreht. Alles vergeht – das Kreuz, es bleibt zwischen Welt und Gott. Durch das Kreuz bleibt Gott in der Welt.
Ansprache beim Kreuzweg am Kolosseum am Karfreitag, 9.4.82



Zeichen der Liebe
»Er nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.« Wie das Kreuz auf einen rein schmückenden Gegenstand reduziert werden kann, so kann auch »das Kreuz tragen« zur Redensart verkommen. In der Lehre Jesu bedeutet dieser Ausdruck allerdings nicht in erster Linie Abtötung und Verzicht. Er bezieht sich nicht zuerst auf die Pflicht, die täglichen, grossen oder kleinen Plagen geduldig zu ertragen; noch weniger soll die Verherrlichung des Schmerzes als Mittel dienen, um Gott zu gefallen. Der Christ sucht nicht das Leid um des Leidens willen, sondern die Liebe. Und das angenommene Kreuz wird zum Zeichen der Liebe und der vollkommenen Hingabe. Es mit Christus zu tragen bedeutet, sich mit ihm in der Darbringung des äussersten Liebesbeweises zu verbinden.
Botschaft zum XVI. Weltjugendtag, 14. März 2001



Quelle des Friedens
Quelle des Friedens ist das Kreuz Christi, in dem wir alle gerettet sind. Zur Vereinigung mit Christus aufgerufen (vgl. Kol 1,24), und aufgefordert, wie Christus zu leiden (vgl. Lk 9,23; 21,12-19; Joh 15, 18-21), verkündet der Christ mit der Annahme und Aufopferung des Leidens die aufbauende Kraft des Kreuzes. Wenn nämlich Krieg und Spaltung Frucht der Gewaltanwendung und der Sünde sind, so ist der Friede Frucht der Gerechtigkeit und Liebe, die ihren Gipfel erreichen in der hochherzigen Aufopferung des eigenen Leidens, wenn nötig, bis zur Hingabe des eigenen Lebens in Vereinigung mit Christus.
Botschaft zum Welttag des Kranken am 11. Februar 1995 vom 21. November 1994



Antrieb und Aufstieg
Wer das Kreuz begreift, wer es umfängt, schlägt einen ganz anderen Weg ein als den der Anklage oder Anfechtung Gottes: Im Kreuz findet er vielmehr den Antrieb zu einem neuen Aufstieg zu Ihm auf dem Weg Christi, der eben der Weg des Kreuzes ist.
Ansprache bei der Generalaudienz, 30. März 1983



Pfad des Lebens
Liebe Jugendliche! Es soll Euch nicht merkwürdig vorkommen, wenn der Papst zu Beginn des dritten Jahrtausends erneut das Kreuz als Pfad des Lebens und des wahren Glücks vorstellt. Seit jeher glaubt und bekennt die Kirche, dass nur im Kreuz Christi Heil ist. Eine weitverbreitete Kultur des Vergänglichen, die dem, was gefällt und schön erscheint, Wert zuschreibt, möchte glauben machen, dass man das Kreuz aus dem Weg räumen muss, um glücklich zu sein. Als Ideal wird daher vorgestellt: ein einfacher Erfolg, eine rasche Karriere, eine vom Verantwortungssinn losgelöste Sexualität und, zu guter Letzt, ein auf Selbstbehauptung konzentriertes Dasein, dem oft jede Achtung gegenüber den anderen abhanden kommt. Haltet aber Eure Augen offen, liebe Jugendliche: Das ist nicht der Weg, der einen leben lässt, sondern der Pfad, der im Tod versinkt. Jesus sagt: »Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.« Jesus macht uns nichts vor: »Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?« (Lk 9,24 –25). Mit der Wahrheit seiner Worte, die hart erscheinen, aber das Herz mit Frieden füllen, enthüllt uns Jesus das Geheimnis des echten Lebens.
Botschaft zum XVI Weltjugendtag, 14. März 2001




Notwendigkeit
Allen, die heute in tragischer Weise vor das Geheimnis des Leidens gestellt und entmutigt und verzweifelt sind, soll man die von Christus gelehrte und gelebte Wahrheit in Erinnerung rufen: Das Kreuz ist in unserem Leben notwendig, aber als Weg, der zum Sieg der Liebe führt. Wir alle sind gerufen, uns mit dem Erlösungsopfer Christi zu vereinen, um mit ihm die Freude der Auferstehung zu teilen. In dieser Osterwoche richtet die Kirche an alle die leiden, an alle, die unter der Last ihrer Prüfung seufzen, ein Wort voll Hoffnung: "Euer Kummer wird sich" – wie Jesus verheissen hat – "in Freude verwandeln" (Joh 16,20).
Generalaudienz, 22. April 1992



Keine Ueberraschung
Seid nicht überrascht, wenn ihr dem Kreuz auf eurem Weg begegnet. Hat denn nicht Jesus seinen Jüngern gesagt, dass das Weizenkorn in die Erde fallen und sterben muss, damit es reiche Frucht bringt (vgl. Joh 12,23-26)? Damit zeigte er an, dass die Hingabe seines Lebens bis in den Tod fruchtbar sein würde. Ihr wisst es: nach der Auferstehung Christi wird der Tod nie mehr das letzte Wort haben. Die Liebe ist stärker als der Tod.
Botschaft zum XIX. Weltjugendtag 2004



Das Kreuz auf sich nehmen
Denkt auch an jene strengen Worte, die der Herr an seine Jünger richtete: "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach" (Lk 9,23). Ich möchte euch darauf hinweisen, dass dieses tägliche Kreuz ganz besonders euer tägliches Ringen darum ist, gute Christen zu sein; das macht euch zu Mitarbeitern beim Erlösungswerk Christi, und auf diese Weise tragt ihr dazu bei, die Versöhung aller Menschen und der ganzen Schöpfung mit Gott zu verwirklichen.
Das ist ein schönes Lebensprogramm, aber es verlangt Grossmut. Denkt also darüber nach, wie euer Leben sein muss. Denn wenn Christus uns erlöst hat, indem er am Kreuzesholz für uns starb, wäre es nicht konsequent, wenn ihr mit einem mittelmässigen Leben darauf antworten würdet. Da ist Anstrengung, Opfer, Zähigkeit gefordert; man muss die Ermüdung durch dieses Kreuz spüren, das Tag für Tag auf unseren Schulter lastet.
Vigil, Buenos Aires 1987



Die Art der Erlösung
Christus hat für uns die Vergebung, die Umkehr, das neue Leben nicht durch organisatorischen Einsatz, durch die Förderung sozialer Dienst, durch die Einführung von Schulen oder ähnlichen Initiativen erwirkt. Er hat uns durch das Leiden und den Tod gerettet, die Er in der Haltung der Unterordnung und des Gehorsams dem Vater darbrachte.
Ansprache in der St. Stefans-Basilika, Budapest, 20. August 1991



O Crux, ave spes unica!
Am Kreuz begegnen einander die Erbärmlichkeit des Menschen und die Barmherzigkeit Gottes. Dieses grenzenlose Erbarmen anzubeten ist für den Menschen der einzige Weg, um sich dem Geheimnis zu öffnen, das durch das Kreuz offenbar wird.
Das Kreuz ist in den Boden eingepflanzt, und es hat den Anschein, dass es in der menschlichen Bosheit wurzelt, aber es strebt nach oben wie ein zum Himmel erhobener Zeigefinger, ein Finger, der auf die Güte Gottes weist. Durch das Kreuz Christi wird der Teufel besiegt, ist der Tod überwunden, wird uns das Leben gegeben, die Hoffnung wiedergeschenkt und das Licht mitgeteilt. O Crux, ave spes unica! [Heiliges Kreuz, unsere einzige Hoffnung, sei gegrüsst]
Predigt in Bratislava, 14. September 2003



Keine Angst vor dem Kreuz Christi
Ihr, liebe Jugendliche, beweist durch eure aufmerksame und begeisterte Teilnahme an dieser festlichen Feier, dass ihr euch des Kreuzes nicht schämt. Ihr fürchtet euch nicht vor dem Kreuz Christi. Im Gegenteil, ihr liebt und verehrt es, weil es das Zeichen des Erlösers ist, der für uns gestorben und auferstanden ist. Wer an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus glaubt, trägt das Kreuz als Siegeszeichen, als unzweifelhaften Beweis dafür, dass Gott die Liebe ist. Durch die vollkommene Hingabe seiner selbst, eben durch das Kreuz, hat unser Heiland die Sünde und den Tod endgültig überwunden. Deshalb rufen wir ihm jubelnd zu: »Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.«
Predigt am Palmsonntag, XVII. Weltjugendtag, 24. März 2002



Das Kreuz ist die Offenbarung des Erbarmens
Das Kreuz Christi auf Golgota bezeugt auch die Kraft des Bösen dem Sohn Gottes gegenüber, also dem gegenüber, der als einziger unter den Menschenkindern von Natur aus absolut unschuldig und frei von Sünde war und auf dessen Kommen in die Welt nicht der Ungehorsam Adams und die Erbschuld lasteten. Und gerade in diesem Christus wird nun um den Preis seines Opfers, seines Gehorsams »bis zum Tod« die Sünde gerichtet. Er, der ohne Sünde war, wurde »für uns zur Sünde gemacht«. Gerichtet wird auch der Tod, der sich seit den Anfängen der Menschheitsgeschichte mit der Sünde verbündet hat. Er wird gerichtet im Tod dessen, der ohne Sünde war und als einziger - durch seinen Tod - dem Tod den Todesstreich versetzen konnte. Auf diese Weise ist das Kreuz Christi, an welchem der dem Vater wesensgleiche Sohn Gott die gerechte Sühne darbringt, auch eine radikale Offenbarung des Erbarmens, das heisst der Liebe, die gegen die Wurzel allen übels in der Geschichte des Menschen angeht - gegen Sünde und Tod.
Enzyklika 'Dives in misericordia', 30. November 1980



Allmacht des Kreuzes
Gott ist keiner, der nur ausserhalb der Welt steht und zufrieden ist, der allerweiseste und Allmächtigste zu sein. Seine Weisheit und seine Allmacht stellen sich freiwillig in den Dienst des Geschöpfes. Wenn es in der Menschheitsgeschichte das Leiden gibt, so wird verständlich, warum sich seine Allmacht durch das Kreuz mit der Allmacht der Erniedrigung offenbart hat. Das ärgernis des Kreuzes bleibt der Schlüssel zur Deutung des grossen Geheimnisses des Leidens, das auf so organische Weise zur Menschheitsgeschichte gehört.
Vittorio Messori, Die Schwelle der Hoffnung überschreiten, Interview mit Papst Johannes Paul II., 1994



Gott ist auf der Seite der Leidenden
Gott steht stets auf der Seite der Leidenden. Seine Allmacht offenbart sich gerade in der Tatsache, dass er das Leiden aus freiem Willen angenommen hat. Er hätte es nicht tun müssen. Er hätte seine Allmacht auch im Augenblick der Kreuzigung beweisen können. Es wurde ihm sogar vorgeschlagen. [...] Doch ist er nicht auf diese Herausforderung eingegangen. Die Tatsache, dass er bis zum Ende am Kreuz geblieben ist, und die Tatsache, dass er am Kreuz wie alle Leidenden hat sagen können: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen" (Mk 15,34), ist in der Geschichte der Menschheit als tiefster Grund bestehen geblieben. Wenn es diesen Todeskampf am Kreuz nicht gegeben hätte, so wäre die Wahrheit, dass Gott die Liebe ist, im luftleeren Raum hängengeblieben.
Vittorio Messori, Die Schwelle der Hoffnung überschreiten, Interview mit Papst Johannes Paul II., 1994



Der Weg des Kreuzes
In seinem Heils- und Heiligungsplan geht Gott nicht unseren Weg: er geht über das Kreuz, um zur Verherrlichung zu gelangen, und regt uns so zu Geduld und Vertrauen an. Liebe Brüder und Schwestern, lernen wir vom Karfreitag, Jesus auf dem Leidensweg zu begleiten in Demut, Zuversicht und Fügsamkeit dem Willen Gottes gegenüber, indem wir inmitten der Drangsale des Lebens, im Kreuz Christi Stütze und Trost finden.
Ansprache bei der Generalaudienz, 7. April 1993









Neu       |       Sitemap       |       Impressum

Neu
Demnächst