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zu Benedikt XVI.






Krankheit



Wirksamste Fürbitte
Besonderen Wert hat das Gebet, das mit Opfer und Leiden verbunden ist. Leid, durch das im eigenen irdischen Leben für den Leib der Kirche ergänzt wird, was an den Leiden Christi noch fehlt (vgl. Kol 1,24). Es kann zu einer höchst wirksamen Form der Fürbitte werden. So viele Kranke in allen Teilen der Welt vereinen ihre Schmerzen mit dem Kreuz Jesu, um heilige Berufungen zu erbitten. In geistiger Weise begleiten sie auch mich in meinem Petrusdienst, den Gott mir anvertraut hat. Dadurch leisten sie für die Sache des Evangeliums einen Beitrag von unschätzbarem Wert, der zumeist gänzlich im Verborgenen bleibt.
Botschaft zum Weltgebetstag um geistlich Berufungen, 23. November 2003



Annahme des Willens Gottes
Wenn ihr den göttlichen Willen fügsam annehmt, könnt ihr in der Krankheit für viele ein Wort der Hoffnung und sogar der Freude sein, denn ihr sagt dem Menschen unserer Zeit, der oft unruhig und unfähig ist, dem Schmerz einen Sinn zu geben, dass Gott uns nicht verlassen hat. Wenn ihr euren Zustand gläubig erlebt, bezeugt ihr, dass Gott nahe ist.
Ansprache zum IX. Welttag der Kranken, 11. Februar 2001



Reichtum und Kraftreserve für die Kirche
Wenn ihr dem Herrn eure beschränkten Kräfte aufopfert, seid ihr der Reichtum der Kirche, die Kraftreserve für ihre Evangelisierungsaufgabe. Ihr seid der Ausdruck einer unaussprechlichen Weisheit, die man nur im Leiden versteht. Durch den Schmerz wird das Leben tiefer, einsichtiger, demütiger, aufrichtiger, solidarischer, grossmütiger. In der Krankheit verstehen wir besser, das unsere Existenz unverdient und das die Gesundheit ein unermessliches Geschenk Gottes ist.
Begegnung mit kranken und behinderten Jugendlichen in Santiago de Compostela, 19. August 1989



Läuterung für sich selber und den Nächsten
Jetzt aber, da im Buch eures Lebens das Kapitel der Krankheit noch nicht abgeschlossen ist, empfehle ich euch, es in jeder Hinsicht auszuwerten. Das Leiden ist nämlich eine Läuterung für den Leidenden selbst und für seine Brüder, es ist die Quelle der Verherrlichung, es ist die Gabe, die dargeboten wird, um am eigenen Leib das zu ergänzen was " für den Leib Christi, für die Kirche an den Leiden Christi noch fehlt" (Kol, 1,24).
Ansprache an die Kranken beim Heiligtum der "Madonna della Civita" 25. Juni 1989



Linderung des Schmerzens an Leib und Seele
Der Christ hat, wie jeder verständige und gewissenhafte Mensch, die Pflicht, sich für eine wirksame Linderung des Schmerzes einzusetzen, um für sich oder die anderen die Heilung zu erreichen. Aber seine Hauptsorge ist darauf gerichtet, jenes tiefere übel, nämlich die Sünde, wegzuschaffen. Es würde ja nichts nützen, sich der, selbst blühendsten, Gesundheit zu erfreuen, wenn die Seele nicht im Frieden mit Gott wäre. Wenn sie hingegen in der Gnade Gottes ist, können auch die schrecklichsten Schmerzen erträglich werden, weil sie deren Nutzen für das ewige Heil, das eigene und das der Brüder, begreift.
Predigt in der Eucharistiefeier für die Kranken am Gedächtnistag U. L. F. v. Lourdes, Lourdes, 11. Februar 1988



Seht auf ihn!
Erhebt eure Augen zu Christus, der die Prüfung des Leidens angenommen hat. Seht auf Ihn, den Unschuldigen, der ohne Vorbehalt sein Leben dargeboten hat, um die gesamte Menschscheit zu retten, auf Ihn, der sich in völliger Hingabe Gott, seinem Vater, anvertraut hat.
Ansprache an die Kranken beim Heiligtum der "Madonna della Civita" 25.6.1989



Lebenswert
Ihr [Kranke] verkündet, dass diese zärtliche und liebevolle Nähe des Herrn bewirkt, dass es keinen Abschnitt im Leben gibt, der es nicht wert wäre, gelebt zu werden. Krankheit und Tod sind nicht Wirklichkeiten, denen es zu entfliehen oder die es zu verheimlichen gilt, weil sie nutzlos wären, sondern sie sind Etappen eines Weges.
Ansprache zum IX. Welttag der Kranken, 11. Februar 2001



Körperliche Leiden
Auch ich kenne - weil ich es am eigenen Leibe erfahren habe - das Leiden, das die körperliche Unfähigkeit, die der Krankheit eigenen Schwäche, den Mangel an Arbeitskraft und das Gefühl, für die Entfaltung eines normalen Lebens nicht in der Lage zu sein, hervorbringt. Doch ich weiss auch - und ich möchte es euch zeigen -, dass euer leiden eine weitere sublime Seite hat: es vermittelt eine grosse spirituelle Fähigkeit, denn das Leiden ist Läuterung für einen selbst und für die anderen, und wenn es in christlichem Geist gelebt wird, kann es sich in eine Opfergabe verwandeln, um im eigenen Fleisch zu vollenden, "was an den Leiden Christi für seinen Leib, die Kirche, noch fehlt" (vgl. Kol 1,24). Deswegen macht das Leiden fähig zur Heiligkeit, denn es enthält grosse apostolische Möglichkeiten und hat aussergewöhnlichen Heilswert, wenn es mit den Leiden Christi vereint wird.
Ansprache an kranke Jugendliche, Santiago de Compostela 1989




Gott entscheidet
Wenn wir diesem schwerwiegenden moralischen übel (Euthanasie) und anderen ernsten Bedrohungen der Würde der menschlichen Person gegenübergestellt werden, müssen wir festbleiben in der überzeugung, dass keine medizinische Lösung, die das Naturgesetz verletzt und die zu der durch das Wort Gottes offenbarten Wahrheit in Gegensatz steht, wirkliches Mitgefühl darstellen kann. Wir müssen uns schliesslich in Erinnerung rufen, dass kein Arzt, kein Krankenpfleger, kein medizinisch-technischer Assistent, ja kein Mensch der letzte Schiedsrichter über das menschliche Leben ist, weder über das eigene noch über das eines anderen. Dieser Bereich gehört Gott allein, dem Schöpfer und Erlöser von uns allen.
Ansprache an die Teilnehmer am Kongress der Europäischen Akademie für Anästhesie, 8. September 1988



Lernen, das Kreuz anzunehmen
In der Mitte Eures jetzigen Leidens steht das Kreuz. Viele laufen ihm davon. Aber wer vor dem Kreuz entfliehen will, findet nicht zur wahren Freude. Jugendliche können nicht stark werden und Erwachsene nicht treu bleiben, wenn sie nicht gelernt haben, ein Kreuz anzunehmen. Euch, meine lieben Kranken, wurde es aufgebürdet. Euch hat niemand gefragt, ob ihr wollt. Lehrt uns Gesunde, es rechtzeitig anzunehmen und mutig zu tragen, jeder in seiner Art. Es ist stets ein Teil des Kreuzes Christi. Wie Simon von Cyrene dürfen wir es ein Stück weit mit ihm tragen.
Ansprache an die Behinderten, Kranken und Alten im Haus der Barmherzigkeit, Wien, 11. September 1983



Fürbitter und Zeugen
Wegen eures Leidens seid ihr nicht nur bevorzugte in den Augen Gottes, sondern ihr seid auch diejenigen, die besser erbitten und bewirken können, dass die Jugend der Welt Jesus Christus, dem Weg, der Wahrheit und dem Leben, begegne. In einer Zeit, in der man das Kreuz verstecken möchte, seid ihr, indem ihr es annehmt, Zeugen dafür, dass Jesus Christus es um unserer Erlösung willen umfassen wollte.
Begegnung mit kranken und behinderten Jugendlichen in Santiago de Compostela, 19. August 1989



Der Papst zählt auf euch!
Liebe Kranke, wenn Ihr zu seinen Leiden Eure Schmerzen hinzufügt, könnt Ihr auf bevorzugte Weise seine Mitwirkenden bei der Rettung der Seelen sein. Das ist Eure Aufgabe in der Kirche, die sich stets der Rolle und des Wertes der vom Glauben erleuchteten Krankheit bewusst ist. Deshalb ist Euer Leiden niemals unnütz, liebe Kranke! Im Gegenteil, es ist wertvoll, denn es ist die geheimnisvolle aber wirkliche Teilhabe an der rettenden Sendung des Sohnes Gottes. Deshalb zählt der Papst sehr auf den Wert Eurer Gebete und Eurer Leiden: Opfert sie auf für die Kirche und für die Welt; widmet sie auch meiner Person und meiner Sendung als Oberhirte des christlichen Volkes.
Botschaft zur hl. Messe für die Kranken am 13. Welttag der Kranken, 11. Februar 2005



Stehenbleiben
Der Welttag der Kranken erinnert uns auch daran, dass neben jedem Leidenden, auch ein Bruder oder eine Schwester stehen muss, die von Nächstenliebe erfüllt sind. Wie der barmherzige Samariter, von dem Jesus in der wohlbekannten Parabel des Evangeliums spricht, ist jeder Gläubige aufgerufen, auf die leidgeprüften Menschen mit Liebe zuzugehen. Nie darf man einfach »weitergehen«! Im Gegenteil: Man muss stehenbleiben, sich dem entkräfteten und leidenden Menschen zuwenden, um seine Last und seine Schwierigkeiten zu lindern. So wird das Evangelium des Trostes und der Nächstenliebe verkündet; dies ist das Zeugnis, das die Menschen unserer Zeit von allen Christen erwarten.
Ansprache zum X. Welttag der Kranken, 11. Februar 2002



"Provozieren" der Barmherzigkeit
Ich erinnere mich, dass die Kranken mich während der ersten Kontakte irgendwie einschüchterten. Es brauchte einigen Mut, vor dem zu erscheinen, der litt, und sich, ohne in Verlegenheit zu geraten, in gewissem Sinne in seinen körperlichen oder seelischen Schmerz einzufühlen und es fertig zu bringen, wenigstens ein klein bisschen liebevolles Mitleid zu zeigen. Der tiefe Sinn des Geheimnisses menschlichen Leidens enthüllte sich mir erst später. In der Schwäche der Kranken trat für mich immer deutlicher sichtbar die Kraft hervor, die Kraft der Barmherzigkeit. In gewissem Sinne "provozieren" sie die Barmherzigkeit. Durch ihr Gebet und ihr Opfer erflehen sie nicht nur Barmherzigkeit, sondern bilden den "Raum der Barmherzigkeit", oder besser: "geben" der Barmherzigkeit "Raum". Mit ihrer Gebrechlichkeit und ihrem Leiden provozieren sie nämlich Taten der Barmherzigkeit und schaffen die Möglichkeit, sie zu vollbringen. Ich hatte die Gewohnheit, dem Gebet der Kranken die Probleme der Kirche anzuvertrauen, und das Ergebnis war immer sehr positiv.
Auf, lasst uns gehen! 2004



Das Los annehmen
Wie können diese unheilbar Kranken in ihrer Schwäche und ihrem langsamen Sterben menschlich gesehen ihr Los annehmen? Manche werden sich nach und nach bewusst, dass auch das Leiden eine bevorzugte Berufung im Mysterium Christi und der Kirche ist. Sie leben aus dem Pauluswort (Kol. 1,24): ‚Ich ergänze an meinem Leibe, was an den Leiden Christi noch fehlt.‘ Mehr als einmal habe ich festgestellt, dass das furchtbar Unausweichliche angenommen werden konnte, nicht als ein unvermeidliches, blindes Schicksal, sondern vielmehr als ein Zeichen der Auserwählung und Berufung. Da liegt die Quelle für den Frieden und die Freude, die der Mensch erfährt, wenn er den Sinn seines Lebens und seine Identität entdeckt, das heisst den Namen, mit dem Gott ihn ruft. In meinen Gesprächen mit den am schwersten heimgesuchten Menschen war ich oft ergriffen von dieser unerwarteten Gelassenheit und Freude, in denen ich nichts anderes erkennen konnte, als den greifbaren Beweis für das Wirken der Gnade und für die Gegenwart des Heiligen Geistes im Herzen der Menschen.
"Fürchtet euch nicht!" von André Frossard im Gespräch mit Johannes Paul II., 1982


Persönliches Zeugnis von JPII. zur Krankheit / Leiden
Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich Ihnen sage, dass ich in meiner Jugend von menschlichem Leiden zunächst eingeschüchtert wurde. Eine Zeitlang fürchtete ich mich vor der Begegnung mit Leidenden. Ich empfand eine Art Gewissensbisse vor diesem Leiden, das mir erspart geblieben war. Ich fühlte mich überdies beschämt, weil es mir vorkam, als ob alles, was ich den Kranken sagen könnte, nur ein ‚ungedeckter Scheck‘ wäre oder vielmehr, dass ich die Schecks auf ihre Kosten einlöste, denn sie litten ja und nicht ich.
In dem Sprichwort ‚Der Gesunde versteht den Kranken nicht‘ liegt eine gewisse Wahrheit; obgleich man auch umgekehrt sagen könnte, dass der Kranke nicht immer den Gesunden versteht. Denn dieser leidet, wenn auch auf andere Weise, wenn er den Kranken leiden sieht.
In meinem Seelsorgedienst begegnete ich immer häufiger und auf vielerlei Weise leidenden Menschen und überwand allmählich jene Phase der Schüchternheit, vor allem deshalb, weil die Kranken selber mir dabei geholfen haben. Bei meinen Krankenbesuchen merkte ich allmählich so sehr, das ich nie mehr daran zweifeln konnte, dass sich zwischen ihrem Leiden und dem Bewusstsein von ihrem Leiden völlig unerwartete Beziehungen gebildet hatten. Ich glaube sicher, dass ich in dieser Hinsicht einen Höhepunkt erlebt habe, als ich aus dem Mund eines sehr schwer kranken Menschen die Worte hörte: ‚Wenn Sie wüssten, wie glücklich ich bin.‘
Ich hatte einen Krüppel vor mir, der ständig ans Bett gefesselt war und während der Besatzung von Warschau alles verloren hatte. Und nun sagte mir der Mann, anstatt zu klagen: ‚Ich bin glücklich.‘ Ich hatte nicht einmal nötig ihn zu fragen, weshalb. Ich verstand, ohne dass er es mir zu sagen brauchte, was in seiner Seele vorging, wie diese Art von Verwandlung geschehen war und vor allem wer sie bewirkt hatte. Seit ich vielen Menschen, die von Leid erdrückt waren, in ihren eigenen Häusern oder in Krankenhäusern begegnet bin, habe ich mehr als einmal die Spuren solch einer inneren Entwicklung entdeckt, ihre vielfältigen Stadien und ihre verschiedenen Abwandlungen unterscheiden gelernt. Ich habe Ärzte, Pfleger, Pflegerinnen und andere Menschen im Dienst der Kranken gekannt, die es verstanden haben, diesem mystischen Prozess den Weg zu bahnen.
"Fürchtet euch nicht!" von André Frossard im Gespräch mit Johannes Paul II., 1982


Die Kirche ist mit euch!
Die Kirche trägt euch wie eine gute Mutter in ihrem Herzen; sie betrachtet in euch das geliebte Antlitz des leidenden Christus. Er ist ständig mit euch, damit sich der Schmerzensweg, auf dem ihr euch befindet, in einen Altar umwandelt, auf dem ihr euch Gott darbringt zu seinem Ruhm und zur Erlösung der ganzen Welt. Diese sorgende Liebe Christi und der Kirche für euch kommt in ihrer ganzen Heilskraft auch im Sakrament der Krankensalbung zum Ausdruck. Wie viel Kraft findet ihr in ihm! Diese Salbung wird euch helfen, den Schmerz zu ertragen; sie wird euch Mut machen, damit ihr nicht in Angst verfallt, wie sie oft die Krankheit begleitet; wenn es der Vorsehung Gottes entspricht, wird er euch sogar die körperliche Gesundheit, vor allem aber die Gesundheit der Seele, schenken, indem er euch die Gegenwart Christi spüren lässt und euch – wenn er will – bereit macht, in der Ruhe und Freude guter Söhne und Töchter zum Vaterhaus zu gehen.
Ansprache an die Kranken in Cordoba (Argentinien), 8. April 1987













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