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zu Benedikt XVI.






Liebe



Liebe im Leiden
Die erlösende Kraft des Leidens liegt in der Liebe. Durch seine liebende Selbsthingabe verwandelt Christus völlig den Sinn des Leidens. Es ist nicht mehr nur Strafe für die Sünden, sondern wird zum Kraftquell für die Befreiung vom Bösen.
Ansprache bei der Generalaudienz, 9. November 1988



Fruchtbarkeit des Schmerzens
Das Leid ist immer ein kurzer übergang zu dauerhafter Freude (vgl. Röm 8,18), und diese Freude gründet in der wunderbaren Fruchtbarkeit des Schmerzes. Im Plan Gottes ist jeder Schmerz wie Geburtswehen; er trägt zur Geburt einer neuen Menschheit bei. Wir dürfen daher sagen, dass Christus, der durch sein Opfer den Menschen mit Gott versöhnt hat, ihn mit dem Leiden versöhnt hat, weil er dieses zu einem Zeugnis der Liebe und zu einem fruchtbringenden Akt für die Schaffung einer besseren Welt werden lässt.
Ansprache bei der Generalaudienz, 27. April 1983



Dienst und Liebe am Nächsten
Alle, die leiden, sind berufen, in einer besonderen Weise am Erlösungswerk Christi teilzunehmen. Gleichzeitig ist das menschliche Leid auch ein Aufruf an alle zur liebenden Teilnahme und zum solidarischen Dienst am Nächsten. Christus selbst versichert uns: Alles, was wir einem Leidenden an Liebe und Hilfe erweisen, das ist letztlich ihm selbst erwiesen. Ihm gilt die Verheissung ewigen göttlichen Lohnes.
Ansprache bei der Generalaudienz, 9. November 1988



Christus die Liebe und Hilfe im Nächsten erweisen
Durch die gläubige Annahme kann jegliches menschliche Leid zur persönlichen Teilnahme am erlösenden Opfer- und Sühneleiden Christi werden. Christus selber setzt dadurch im leidenden Menschen seine eigene Passion fort. Deshalb sind auch alle Hilfe und Liebe, die wir jenem erweisen, letztlich Christus erwiesen. ‚Ich war krank, und ihr habt mich besucht‘, sagt Christus und fährt fort: ‚Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan‘ (Mt 25,36.40)



Forderung
Ich dränge euch alle dazu, Christus zu suchen und ihn mit all der Liebe eurer jungen Herzen zu folgen. Ich bitte euch, seine Liebe in euren Beziehungen wiederzuspiegeln, in eurer Arbeit und in eurer Freizeit. Das christliche Leben ist fordernd; es beinhaltet Verzicht, einen grossmütigen Geist, das tägliche aufnehmen des Kreuzes und das Nachfolgen dem, der für uns gestorben ist. Aber erinnert euch immer, das ihr nie alleine geht! Christus ist stets euer treuer Begleiter.
Ansprache beim Jugendtreffen in Lusaka (Sambia), 3. Mai 1989


Den Willen des Herrn besser kennen
Liebe junge Freunde, gebt nie der Versuchung zu einer bloss pessimistischen Sicht der Wirklichkeit nach! Wir sind nicht zum Leiden verdammt; wir sind vielmehr aufgerufen, auch den Schmerz zu einem Mittel zu machen, um den Willen des Herrn besser zu erkennen, anzunehmen und zu lieben. Seid daher glücklich, doch sucht die Freude dort, wo sie sich wirklich finden lässt.
Ansprache an die Jugendlichen, Vicenza, 8. September 1991


Ein Herz, das liebt
Möge neben jedem, der leidet, auch immer ein Herz sein, das liebt! Ein Herz, das mit dem des notleidenden Bruders in Einklang schlägt; immer besorgt, den Bedürfnissen des anderen zu entsprechen.
Ansprache beim Besuch in der Gerichtspsychiatrischen Klinik in Castiglione delle Stiviere, 22. Juni 1991


Seit Jesus hat sich die Sichtweite geöffnet
Die Wirklichkeit des Leidens ist seit jeher vor unseren Augen und oft im Körper, in der Seele und im Herzen von uns allen. Ausserhalb der Glaubenssphäre war das Leiden immer ein grosses Rätsel des menschlichen Daseins. Aber seit Jesus durch sein Leiden und seinen Tod die Welt gerettet hat, hat sich eine neue Sichtweise eröffnet: Durch das Leiden ist es möglich, in der Selbsthingabe fortzuschreiten und die höchste Stufe der Liebe zu erreichen (vgl. Joh 13,1) dank Ihm, der "uns geliebt und sich für uns hingegeben hat" (Eph 5,2). Durch die Teilhabe am Geheimnis des Kreuzes kann das Leiden jetzt als Mitwirken an der Heilssendung Christi angenommen und gelebt werden.
Generalaudienz, 27. April 1994



Evangelium des Leidens
Im Kreuz wurde den Christen das "Evangelium des Leidens" offenbart. Jesus hat in seinem Opfertod den vom Vater für die Erlösung der Welt bestimmten Weg erkannt und ist diesn Weg gegangen. Er hat seinen Jüngern auch angekündigt, dass sie an diesem Opfertod teilhaben würden: "Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen" (Joh 16,20). Aber diese Vorhersage steht nicht allein, erschöpft sich nicht in sich selbst, sondern wird vervollständigt durch die Ankündigung, dass sich die Trauer in Freude verwandelt: "Ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln" (Joh 16,20). In der Heilssicht ist das Leiden Christi auf die Auferstehung ausgerichtet. Auch die Menschen sind also in das Geheimnis des Kreuzes miteinbezogen, um voll Freude am Geheimnis der Auferstehung teilzuhaben.
Aus diesem Grund zögert Jesus nicht, die Seligkeit derer, die leiden, zu verkünden: "Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden … Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich … Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird gross sein" (Mt 5,4.11-12). Man kann diese Seligkeit nicht verstehen, wenn man nicht zu gibt, dass sich das Menschenleben nicht auf die Dauer des Aufenthaltes auf Erden beschränkt, sondern auf die vollkommene Freude und Fülle des Lebens im Jenseits ausgerichtet ist. Das irdische Leiden, wenn in Liebe angenommen, ist wie ein bitterer Kern, der den Samen des neuen Lebens in sich birgt, den Schatz der göttlichen Herrlichkeit, der dem Menschen in der Ewigkeit geschenkt wird. Wenn auch das Schauspiel einer von Übel und Krankheiten jeder Art beladenen Welt oft beklagenswert ist, ist in ihr trotzdem die Hoffnung auf eine höhere Welt der Liebe und Gnade verborgen. Es ist die Hoffnung, die sich von der Verheissung Christi nährt. Von ihr gestützt, erleben diejenigen, die mit ihm vereint leiden, im Glauben bereits in diesem Leben eine Freude, die menschlich unerklärbar erscheinen mag. Der Himmel beginnt tatsächlich auf Erden, die Seligkeit ist sozusagen in den Seligpreisungen vorweggenommen. "In den heiligen Menschen – sagte Thomas von Aquin – erlebt man den Beginn des seligen Lebens…"
Generalaudienz, 27. April 1994



Wertvolle Gabe
Wer Christus nachfolgt weiss, dass mit dem Leiden eine wertvolle Gnade, ein göttliches Wohlwollen verbunden ist, auch wenn es sich um eine Gnade handelt, die für uns ein Geheimnis bleibt, denn sie verbirgt sich unter dem Anschein eines leidvollen Geschicks. Gewiss ist es nicht leicht, im Leiden die wahrhafte göttliche Liebe zu entdecken, die das menschliche Leben durch das angenommene Leiden auf die Ebene der Heilsliebe Christi erheben will. Aber der Glaube lässt uns diesem Geheimnis zustimmen und flösst ins Herz dessen, der leidet, trotz allem Frieden und Freude ein.
Generalaudienz, 27. April 1994



Kreuz Christi in den Mittelpunkt dieser Geschichte
Konnte Gott, sagen wir, sich denn angesichts allen Leidens vor der Menschheitsgeschichte anders rechtfertigen als dadurch, dass er das Kreuz Christi in den Mittelpunkt dieser Geschichte stellte? Man könnte natürlich antworten, dass Gott sich gar nicht vor den Menschen zu rechtfertigen braucht, es reicht, dass er allmächtig ist. Unter diesem Aspekt muss alles angenommen werden, was er tut oder zulässt. Dies ist die Haltung des biblischen Jiob. Doch Gott, der nicht nur Allmacht, sondern auch Weisheit [...] und Liebe ist, hat regelrecht den Wunsch, sich vor der Geschichte des Menschen zu rechtfertigen. Er ist nicht das Absolute, das ausserhalb der Welt steht und dem deshalb das menschliche Leiden gleichgültig ist. Er ist Emanuel, der Gott mit uns, ein Gott, der das Los des Menschen teilt und an seinem Schicksal teilnimmt.
Vittorio Messori, Die Schwelle der Hoffnung überschreiten, Interview mit Papst Johannes Paul II., 1994













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