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zu Benedikt XVI.






Sexualität



Prinzipien
Die Prinzipien der christlichen Ehemoral werden heute in vielen Kreisen auf entstellte Weise dargeboten. Man versucht, bestimmten Bereichen und sogar ganzen Gesellschaften ein Modell aufzudrängen, das sich selbst als "fortschrittlich" und "modern" ausgibt. Man merkt dabei nicht, dass in diesem Modell der Mensch, und vielleicht besonders die Frau, vom Subjekt zum Objekt wird (Objekt einer besonderen Manipulation) und der gesamte tiefe Gehalt der Liebe reduziert wird zur blossen "Lust", welche auch dann, wenn sie von beiden Seiten erfahren wird, nicht aufhört, im Kern egoistisch zu sein. Schliesslich wird auch das Kind, das doch eine Frucht und neue Fleischwerdung der Liebe von Mann und Frau ist, immer mehr zu einer "lästigen Zutat".
Apostolisches Schreiben zum Internationalen Jahr der Jugend 1985



Sich-Schenken
Während die geschlechtliche Vereinigung ihrer ganzen Natur nach ein vorbehaltloses gegenseitiges Sich-Schenken der Gatten zum Ausdruck bringt, wird sie durch die Empfängnisverhütung zu einer objektiv widersprüchlichen Gebärde, zu einem Sich-nicht-ganz-Schenken. [...] Wenn dagegen Ehegatten durch die Zeitwahl den untrennbaren Zusammenhang von Begegnung und Zeugung in der menschlichen Sexualität respektieren, stellen sie sich unter Gottes Plan und vollziehen die Sexualität in ihrer ursprünglichen Dynamik der Ganzhingabe, ohne Manipulationen und Verfälschungen.
Apostolisches Schreiben "Familiaris Consortio", 22. November 1981



In der Ehe
Mit einem anschaulichen Bild lehrt die Heilige Schrift, dass die Eheleute berufen sind, "ein Fleisch" zu sein (Gen 2,24). Es handelt sich tatsächlich um einen Liebesbund, der die leibliche und geistige Gesamtheit der Eheleute betrifft. Durch die Vereinigung der Körper bringen sie die Tiefe und Endgültigkeit ihres gegenseitigen Sich-Schenkens zum Ausdruck. Gerade im Licht dieses für den Ehebund typischen Wesenszug der Totalität versteht man, warum die geschlechtliche Vereinigung ausschliesslich in der Ehe stattfinden soll. [...] Nur in diesem Kontext können der Ehemann und die Ehefrau jenes anfängliche Staunen voll erleben, das Adam am Morgen der Schöpfung vor Eva sagen liess: "Das ist Fleisch von meinem Fleisch und Bein von meinem Gebein" (vgl. Gen 2,23). Und das Staunen, das in den Worten des Hohenliedes anklingt: "Verzaubert hast du mich, meine Schwester Braut, ja verzaubert mit einem Blick deiner Augen" (Hld 4,9).
Angelus, 3. Juli 1994



Flitterglanz
Rings um euch her sprechen heute viele Stimmen eine andere Sprache als Christus und stellen euch Verhaltensmodelle vor, die im Namen einer von "Komplexen" und "Tabus" befreiten "Modernität" die Liebe zur vorübergehenden Erfahrung einer persönlichen Befriedigung oder auch des blossen sexuellen Genusses herabsetzen. Wer mit vorurteilsfreiem Auge diese Art von Beziehungen zu betrachten versteht, erkennt unschwer hinter dem Flitterglanz der Worte die enttäuschende Realität eines egoistischen Verhaltens, das hauptsächlich auf den eigenen Nutzen abzielt. Der andere wird nicht mehr in seiner Würde als Subjekt anerkannt, sondern zum Objekt deklassiert, über das man nach Kriterien verfügt, die nicht an Werten, sondern an Interessen ausgerichtet sind.
Vigil, Santiago de Compostela 1989




Vaterschaft und Mutterschaft
Vaterschaft und Mutterschaft ist auch ohne Zeugung möglich, aber Zeugung kann nicht von Vater- und Mutterschaft getrennt sein. Niemand kann sie von der Liebe eines Mannes und einer Frau trennen, die sich in der Ehe gegenseitig schenken und »ein Fleisch« werden. Andernfalls besteht die Gefahr, Mann und Frau nicht als Personen, sondern vielmehr als Objekte zu behandeln.
Botschaft zum Fest der Familie, Rom, 6. Februar 1999



Tugend der Keuschheit
Wenn die Tugend der Keuschheit [im Rahmen des Ehelebens] nämlich eine wachsende Integrierung der instinktmässigen und psychischen Kräfte, wie sie der Geschlechtlichkeit eigen sind, erreicht, ermöglicht sie jene Selbstbeherrschung, die Voraussetzung des Schenkens und Annehmens, das heisst der Liebe ist. Nur wer frei, also nicht von der Begierde beherrscht ist, kann sich selbst vorbehaltlos hinschenken und die andere Person genauso annehmen.
Ansprache bei einem Bildungskurs über die natürliche Geburtenregelung, 10. Januar 1992



Ausdrucksweise der Liebe
Die Sexualität gehört zum ursprünglichen Plan des Schöpfers, und die Kirche kann nicht umhin, sie hochzuschätzen. Gleichzeitig kann sie auch nicht umhin, jeden aufzufordern, die Geschlechtlichkeit in ihrer tiefgehenden Natur zu achten. Als eine in die Gesamtheit der Person eingeschriebene Dimension ist die Sexualität eine "Ausdrucksweise" der Liebe und kann deshalb nicht als reine Triebhaftigkeit gelebt werden. Sie muss vom Menschen als vernunftbegabtes und freies Lebewesen gelenkt werden.
Angelus, 26. Juni 1994



Innerstes Sein des Menschen
Um jede Trivialisierung oder Entweihung der Sexualität zu vermeiden, müssen wir also lehren, dass die Sexualität über den rein biologischen Bereich hinausgeht und das innerste Sein des Menschen, der menschlichen Person als solcher betrifft. Sexuelle Liebe ist nur dann wahrhaft menschlich, wenn sie einen Wesensbestandteil der Liebe bildet, durch welche ein Mann und eine Frau sich bis zum Tod völlig aneinander binden. Diese völlige Selbsthingabe ist nur in der Ehe möglich.
Ansprache an die amerikanischen Bischöfe beim Ad-limina-Besuch, 24. September 1983



Ausschluss ist Herabwürdigung
Das Ausschliessen der körperlichen Vermittlung im Zeugungsakt – als der Raum verstanden, in dem ein neues Menschenleben entstehen kann – bedeutet gleichzeitig, die Fortpflanzung herabzuwürdigen: von einem Mitwirken mit dem Schöpfergott zu einer technisch gesteuerten »Re-Produktion« eines Exemplars einer bestimmten Gattung, wobei die einzigartige Würde, die nur ein Kind besitzen kann, verlorengeht (vgl. Donum vitae, II B/5). Denn nur wenn die wesentlichen Eigenheiten des Zeugungsakts, als persönliches körperliches und auch geistiges Geschenk der Eheleute, in ihrer Gesamtheit eingehalten werden, wird gleichzeitig auch die Person des Kindes geachtet und sein Ursprung von Gott, der Quelle jedes Geschenks, zum Ausdruck gebracht.
Ansprache an Teilnehmer einer Studienwoche über Ehe und Familie, 27. August 1999



Ganze Person
Angesichts einer Kultur, die die Körperlichkeit in den Beziehungen zwischen Mann und Frau überbewertet, verteidigt und fördert die Kirche unablässig den Wert der Sexualität als Faktor, der jeden Aspekt der Person betrifft und der deshalb in einer Haltung innerer Freiheit und gegenseitiger Achtung im Licht des ursprünglichen Planes Gottes gelebt werden muss. So entdeckt sich die Person als Empfänger eines Geschenks und fühlt sich dazu berufen, ihrerseits zum Geschenk für andere zu werden.
Botschaft zum 100. Todestag der hl. Maria Goretti, 6. Juli 2002




Erziehung zu echter Sexualität und Liebe
Besonders notwendig ist es, zum Wert des Lebens von seinen Ursprüngen an zu erziehen. Es ist eine Illusion zu meinen, man könne eine echte Kultur des menschlichen Lebens aufbauen, wenn man den jungen Menschen nicht hilft, die Sexualität, die Liebe und das ganze Sein in ihrer wahren Bedeutung und in ihrer tiefen Wechselbeziehung zu begreifen und zu leben. Die Geschlechtlichkeit, ein Reichtum der ganzen Person, »zeigt ihre tiefste Bedeutung darin, dass sie die Person zur Hingabe ihrer selbst in der Liebe führt«. 128 Die Banalisierung der Sexualität gehört zu den hauptsächlichen Faktoren, in denen die Verachtung des werdenden Lebens ihren Ursprung hat: nur eine echte Liebe vermag das Leben zu hüten. Man kann also nicht umhin, vor allem den Heranwachsenden und Jugendlichen die authentische Erziehung zur Sexualität und zur Liebe anzubieten, eine Erziehung, die dieErziehung zur Keuschheit als Tugend beinhaltet, die die Reife der Person fördert und sie befähigt, die »bräutliche« Bedeutung des Körpers zu achten.
Enzyklika "Evangelium vitae", 25. März 1995



Erkennen
Die Mutterschaft ist das Ergebnis der ehelichen Vereinigung zwischen einem Mann und einer Frau, jenes biblischen »Erkennens«, von dem es in der Genesis heisst: »Die zwei werden ein Fleisch« (vgl. Gen 2, 24); sie verwirklicht auf diese Weise - von seiten der Frau - eine besondere »Selbsthingabe« als Ausdruck jener bräutlichen Liebe, in der sich die Eheleute so eng miteinander vereinigen, dass sie »ein Fleisch« werden. Das biblische »Erkennen« wird nur dann gemäss der Wahrheit der Person Wirklichkeit, wenn die gegenseitige Selbsthingabe weder dadurch entstellt wird, dass sich der Mann zum »Beherrscher« seiner Frau machen will (»Er wird über dich herrschen«), noch dadurch, dass sich die Frau auf ihre triebhafte Veranlagung zurückzieht (»Nach dem Mann wird dich verlangen«: Gen 3, 16).
Apostolisches Schreiben "Mulieris Dignitatem", Über die Würde und Berufung der Frau, 15. August 1988



Bereitschaft
Die gegenseitige Hingabe der Personen in der Ehe öffnet sich bereits für das Geschenk eines neuen Lebens, eines neuen Menschen, der auch eine Person nach dem Abbild seiner Eltern ist. Die Mutterschaft aber schliesst von Anfang an eine besondere Aufnahmebereitschaft für diese neue Person ein: und eben das ist der Anteil der Frau. In dieser Bereitschaft, im Empfangen und Gebären eines Kindes, »findet die Frau durch ihre aufrichtige Selbsthingabe sich selbst«. Die Gabe der inneren Bereitschaft zum Empfangen und Gebären eines Kindes ist mit der ehelichen Vereinigung verbunden, die - wie schon gesagt - einen besonderen Augenblick der gegenseitigen Hingabe von seiten der Frau und des Mannes darstellen sollte. Empfängnis und Geburt des neuen Menschen werden nach der Bibel von den folgenden Worten der »Frau« und Mutter begleitet: »Ich habe einen Mann vom Herrn erworben« (Gen 4, 1). Dieser Ausruf Evas, der »Mutter aller Lebendigen«, wiederholt sich jedesmal, wenn ein neuer Mensch zur Welt kommt; er ist Ausdruck der Freude und des Bewusstseins der Frau, teilzuhaben an dem tiefen Geheimnis des ewigen Zeugens. Die Ehegatten haben teil an Gottes Schöpferkraft!
Apostolisches Schreiben "Mulieris Dignitatem", Über die Würde und Berufung der Frau, 15. August 1988



Mitarbeiter Gottes
Mann und Frau, die einen Ehebund schliessen, spiegeln das Bild Gottes wider und sind in gewisser Weise "Offenbarung" seiner Liebe. Nicht nur der Liebe, die Gott zum Menschen hegt, sondern auch jener geheimnisvollen Gemeinschaft, die das innerste Leben der drei göttlichen Personen kennzeichnet. Als Abbild Gottes kann man auch die Zeugung selbst betrachten, die jede Familie zu einem Heiligtum des Lebens macht. Der Apostel Paulus sagt uns, dass jede Vater- und Mutterschaft nach Gott "benannt wird" (vgl. Eph 3,14-15). Er ist die Urquelle des Lebens. Man kann deshalb sagen, dass der Stammbaum jedes Menschen in der Ewigkeit wurzelt. Durch die Zeugung eines Kindes handeln die Eltern als Mitarbeiter Gottes. Eine wahrhaft hohe Sendung!
Angelus, 6. Februar 1994











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