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zu Benedikt XVI.






Frau und Mann



Einheit von zweien
Dass der als Mann und Frau geschaffene Mensch Gottes Abbild ist, bedeutet nicht nur, dass jeder von ihnen einzeln als vernunftbegabtes und freies Wesen Gott ähnlich ist. Es bedeutet auch, dass Mann und Frau, als »Einheit von zweien« im gemeinsamen Menschsein geschaffen, dazu berufen sind, eine Gemeinschaft der Liebe zu leben und so in der Welt jene Liebesgemeinschaft widerzuspiegeln, die in Gott besteht und durch die sich die drei göttlichen Personen im innigen Geheimnis des einen göttlichen Lebens lieben.
Apostolisches Schreiben "Mulieris Dignitatem", über die Würde und Berufung der Frau, 15. August 1988



Miteinander, füreinander
In der »Einheit der zwei« sind Mann und Frau von Anfang an gerufen, nicht nur »nebeneinander« oder »miteinander« zu existieren, sondern sie sind auch dazu berufen, gegenseitig »füreinander« dazusein.
Apostolisches Schreiben "Mulieris Dignitatem", über die Würde und Berufung der Frau, 15. August 1988



Zeugung
Auch wenn der ewigen Zeugung des Wortes Gottes keine menschlichen Eigenschaften zugeschrieben werden können und die göttliche Vaterschaft keine »männlichen« Merkmale im leiblichen Sinne aufweist, muss man doch in Gott das absolute Vorbild jeder »Zeugung« in der Welt der Menschen suchen. In diesem Sinne, so scheint es, lesen wir im Epheserbrief: »Daher beuge ich meine Knie vor dem Vater, nach dessen Namen jedes Geschlecht im Himmel und auf der Erde benannt wird« (3, 14-15). Jede »Zeugung« im kreatürlichen Bereich findet ihr erstes Vorbild in jener vollkommen göttlichen, das heisst geistigen, Zeugung in Gott. Diesem absoluten, nicht geschaffenen Vorbild wird jede »Zeugung« in der geschaffenen Welt ähnlich. Daher trägt alles, was bei der menschlichen Zeugung in typischer Weise zum Manne gehört, wie auch alles, was typischer Anteil der Frau ist, das heisst die menschliche »Vaterschaft« und »Mutterschaft«, in sich eine ähnlichkeit oder Analogie mit dem göttlichen »Zeugen« und mit der »Vaterschaft«, die in Gott »ganz anders« ist: vollkommen geistig und ihrem Wesen nach göttlich. In der menschlichen Ordnung dagegen gehört das Zeugen zur »Einheit der zwei«. Beide, der Mann wie die Frau, sind Eltern (»Erzeuger«).
Apostolisches Schreiben "Mulieris Dignitatem", über die Würde und Berufung der Frau, 15. August 1988



Gegenseitige Verantwortung
Auch der Mann wurde vom Schöpfer der Frau anvertraut. Sie wurden einander als Personen anvertraut, die nach dem Bild und Gleichnis Gottes selbst erschaffen waren. In diesem Anvertrauen liegt das Mass der Liebe, einer bräutlichen Liebe: Um zu einer »aufrichtigen Hingabe« füreinander zu kommen, muss sich jeder der beiden für diese Hingabe verantwortlich fühlen. Dieses Mass ist allen beiden - Mann und Frau - vom »Anfang« an bestimmt. Nach der Ursünde sind im Mann und in der Frau Gegenkräfte am Werk, auf Grund der dreifachen Begierde, dem »Sündenkeim«. Sie wirken aus der Tiefe des Menschen. Darum wird Jesus in der Bergpredigt sagen: »Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen« (Mt 5, 28). Diese direkt an den Mann gerichteten Worte beweisen die grundlegende Wahrheit von seiner Verantwortung gegenüber der Frau: für ihre Würde, für ihre Mutterschaft, für ihre Berufung. Indirekt gehen diese Worte auch die Frau an. Christus hat sein Möglichstes getan, damit die Frauen - im Rahmen der Gewohnheiten und sozialen Verhältnisse jener Zeit - in seiner Lehre und seinem Handeln ihre eigene Selbständigkeit und Würde wiederfinden. Auf Grund der gottgewollten »Einheit der zwei« hängt diese Würde direkt von der Frau selbst als für sich verantwortliches Subjekt ab und wird gleichzeitig dem Mann zur Aufgabe gestellt
Apostolisches Schreiben "Mulieris Dignitatem", über die Würde und Berufung der Frau, 15. August 1988



Besinnung
Die Würde der Frau und ihre Berufung - wie auch jene des Mannes - haben ihre ewige Quelle im Herzen Gottes und hängen unter den zeitlichen Bedingungen des menschlichen Daseins eng mit der »Einheit der zwei« zusammen. Daher muss sich jeder Mann darauf besinnen, ob diejenige, die ihm als Schwester im selben Menschsein, als Braut und Ehefrau anvertraut ist, nicht in seinem Herzen Objekt eines Ehebruchs, ob diejenige, die in unterschiedlicher Weise Mitträgerin seines Daseins in der Welt ist, nicht für ihn zum »Objekt« geworden ist: Objekt des Genusses, der Ausbeutung



"Stil" Christi im Umgang mit der Frau
»Ihr Männer, liebt eure Frauen«; liebt sie auf Grund jenes besonderen und einzigen Bandes, durch welches der Mann und die Frau in der Ehe »ein Fleisch« werden (Gen 2, 24; Eph 5, 31). In dieser Liebe haben wir eine grundlegende Bejahung der Frau als Person, eine Bejahung, dank derer sich die frauliche Persönlichkeit voll entfalten und vertiefen kann. Genauso handelt Christus als Bräutigam der Kirche, wenn er sie »herrlich, ohne Flecken oder Falten« sehen will (Eph 5, 27). Man kann sagen, hier ist alles voll aufgenommen, was den »Stil« Christi im Umgang mit der Frau ausmacht. Der Gatte müsste sich die Elemente dieses Stils gegenüber seiner Ehefrau zu eigen machen; und ähnlich sollte es der Mann in jeder Lage der Frau gegenüber tun. So leben alle zwei, Mann und Frau, die »aufrichtige Selbsthingabe«.
Apostolisches Schreiben "Mulieris Dignitatem", über die Würde und Berufung der Frau, 15. August 1988




Gegenseitige Hilfe
»Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht« (Gen 2, 18). Der Erschaffung der Frau ist also von Anfang an das Prinzip der Hilfe zugeordnet nicht - man beachte - einseitige Hilfe, sondern gegenseitige. Die Frau ist die Ergänzung des Mannes, wie der Mann die Ergänzung der Frau ist: Frau und Mann ergänzen sich gegenseitig. Die Weiblichkeit verwirklicht das »Menschliche« ebenso wie die Männlichkeit, aber mit einer andersgearteten und ergänzenden Ausgestaltung.
Brief an die Frauen, 29. Juni 1995



Personale Gemeinschaft
Auch wenn Mann und Frau füreinander geschaffen sind, heisst das nicht, dass Gott sie unvollständig geschaffen hätte. Gott, hat sie zu einer personalen Gemeinschaft geschaffen, in der die beiden Personen füreinander eine "Hilfe" sein können, weil sie einerseits als Personen einander gleich sind ("Bein von meinem Bein...") und andererseits in ihrem Mann sein und Frau sein einander ergänzen. Gegenseitigkeit und Ergänzung sind die beiden grundlegenden Wesensmerkmale des Menschenpaares.
Botschaft vom 8. Dezember 1994 zur Feier des Weltfriedenstages am 1. Januar 1995



Gleich und doch verschieden
Die Vollkommenheit der Frau besteht nicht darin, wie der Mann zu sein und sich so weit zu vermännlichen, dass sie ihre spezifischen fraulichen Eigenschaften verliert: Ihre Vollkommenheit – auch ein Geheimnis des Erfolgs und entsprechender Selbstständigkeit – ist es, Frau zu sein, dem Mann gleich, aber verschieden von ihm.
Generalaudienz, 22. Juni 1994



Grosse Taten Gottes
Die »Gleichheit« nach dem Evangelium, die »Gleichberechtigung« von Frau und Mann vor den »grossen Taten Gottes«, wie sie im Wirken und Reden Jesu von Nazaret mit solcher Klarheit offenkundig geworden ist, bildet die deutlichste Grundlage für Würde und Berufung der Frau in Kirche und Welt. Jede Berufung hat ihren tief persönlichen und prophetischen Sinn. In der so verstandenen Berufung erreicht das Frauliche in einer Person ein neues Mass: Es ist das Mass der »grossen Taten Gottes«, zu deren lebendigem Träger und unersetzlicher Zeugin die Frau wird.
Apostolisches Schreiben "Mulieris Dignitatem", über die Würde und Berufung der Frau, 15. August 1988



Das Merkmal des Schöpfers
Die Gleichheit von Mann und Frau wird tatsächlich schon auf der ersten Seite der Bibel in dem herrlichen Schöpfungsbericht bekräftigt. Im Buch Genesis heisst es: "Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie" (Gen 1,27). Aus diesen kurzen Sätzen geht der tiefe Grund für die Grösse des Menschen hervor: Er trägt in seinem Innern das Bild Gottes eingeprägt! Das gilt in gleichem Masse für den Mann und für die Frau, die beide das Merkmal des Schöpfers tragen. Diese ursprüngliche Botschaft der Bibel hat ihre vollkommene Ausdrucksform in den Worten und Taten Jesu erreicht. Zu seiner Zeit lastete auf den Frauen das Erbe einer Mentalität, die sie tief diskriminierte. Die Haltung des Herrn "ist ein durchgehender Protest gegen die Verletzung der Würde der Frau" (Mulieris dignitatem, Nr.15). In der Tat steht er zu den Frauen in einem von grosser Freiheit und Freundschaft geprägten Verhältnis. Obwohl er ihnen nicht die Rolle der Apostel zuteilt, macht er sie doch zu den ersten Zeugen seiner Auferstehung und wertet sie bei der Verkündigung und Verbreitung des Reiches Gottes auf. In seiner Lehre finden die Frauen wirklich "ihre eigene Selbständigkeit und Würde wieder" (ebd., Nr. 14).
Angelus, 25. Juni 1995









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