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zu Benedikt XVI.






Heilige Edith Stein (Schwester Teresia Benedicta vom Kreuz)
Ordensfrau, Märtyrin, Mitpatronin Europas
Gedenktag: 9. August


Keine Ausnahme
Weil Edith Stein Jüdin war, wurde sie zusammen mit ihrer Schwester Rosa und vielen anderen katholischen Juden aus den Niederlanden in das Konzentrationslager nach Auschwitz gebracht, wo sie mit ihnen in den Gaskammern starb. (...) Noch wenige Tage vor ihrem Abtransport hatte die Ordensfrau die Frage nach einer möglichen Rettung mit den Worten abgewehrt: „Tun sie das nicht, warum soll ich eine Ausnahme erfahren? Ist dies nicht gerade Gerechtigkeit, dass ich keinen Vorteil aus meiner Taufe ziehen kann? Wenn ich nicht das Los meiner Schwestern und Brüder teilen darf, ist mein Leben wie zerstört.“
Predigt zur Heiligsprechung von Edith Stein, 11. Oktober 1998



Keine Wiederholung
Wenn wir fortan Jahr für Jahr das Gedächtnis der neuen Heiligen feiern, müssen wir uns auch an die Shoah erinnern, an den grausamen Plan, ein Volk zu vernichten, einen Plan, dem Millionen jüdischer Schwestern und Brüder zum Opfer fielen. Der Herr lasse über sie sein Angesicht leuchten und schenke ihnen seinen Frieden (vgl. Num 6,25f).
Um Gottes und der Menschen willen erhebe ich noch einmal tief betrübt meine Stimme und rufe: Ein solches verbrecherisches Tun darf sich nie mehr wiederholen, an keiner ethnischen Gruppe, an keinem Volk, an keiner Rasse, nirgendwo auf dieser Welt! Es ist ein Schrei, der allen gilt: allen Menschen guten Willens; allen, die an den Ewigen und Gerechten glauben; allen die sich in Christus, dem menschgewordenen Wort, verbunden wissen. Wir alle müssen zusammenstehen. Die Würde des Menschen ist es wert. Es gibt nur eine einzige Menschheitsfamilie. Darauf hat auch die neue Heilige eindringlich hingewiesen: „Unsere Menschenliebe ist das Mass unserer Gottesliebe. Für die Christen - und nicht nur für sie - gibt es keine fremden Menschen. Die Liebe Christi kennt keine Grenzen.“
Predigt zur Heiligsprechung von Edith Stein, 11. Oktober 1998



Feuer der Liebe
Die Liebe Christi war das Feuer, das Leben von Schwester Teresia Benedicta vom Kreuz entflammt hat. Längst bevor es ihr bewusst wurde, war sie von diesem Feuer ergriffen. Zunächst hatte sich Edith Stein der Freiheit verschrieben. Lange war sie eine Suchende. Ihr Geist wurde nicht müde, sich der Forschung zu widmen, und ihr Herz streckte sich nach Hoffnung aus. Voller Begeisterung legte sie den mühseligen Weg der Philosophie zurück. Dafür wurde sie schliesslich belohnt: Sie eroberte die Wahrheit. Oder besser gesagt: Sie wurde von der Wahrheit erobert. Denn sie durfte entdecken, dass die Wahrheit einen Namen hat: Jesus Christus. Von diesem Augenblick an war das menschgewordene Wort ihr Ein und Alles. Als sie auf diesen Lebensabschnitt als Karmelitin zurückblickte, schrieb sie an eine Benediktinerin: „Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht“.
Predigt zur Heiligsprechung von Edith Stein, 11. Oktober 1998



Wahrheit und Liebe
In unseren Tagen wird Wahrheit vielfach mit Mehrheit verwechselt. Zudem ist die überzeugung verbreitet, in bestimmten Fällen Wahrheit und Liebe gegeneinander ausspielen zu müssen. Aber Wahrheit und Liebe sind aufeinander angewiesen.
Schwester Teresia Benedicta ist dafür eine Zeugin: Von keinem liess sich die „Märtyrin aus Liebe“, die ihr Leben für ihre Freunde hingab, in der Liebe übertreffen. Zugleich aber hat sie um die Wahrheit gerungen, von der sie schreibt: „Kein geistiges Werk kommt ja ohne schwere Wehen zur Welt. Es will auch immer den ganzen Menschen in Anspruch nehmen“. Schwester Teresia Benedicta vom Kreuz sagt uns allen: Akzeptiert nichts als Wahrheit, was ohne Liebe ist. Aber akzeptiert auch nichts als Liebe, was ohne Wahrheit ist! Eines ohne das andere wird zur Lüge, die zerstört.
Schliesslich weist uns die heilige Teresia Benedicta vom Kreuz darauf hin, dass die Liebe Christi sich im Leiden bewähren muss. Wer wirklich liebt, der bleibt auch vor dem Leiden nicht stehen. Der Liebende stellt sich in die Leidensgemeinschaft mit dem Geliebten.
Predigt zur Heiligsprechung von Edith Stein, 11. Oktober 1998



Erfahrung des Kreuzes
Die wahre Botschaft des Leidens ist eine Lektion der Liebe. Die Liebe befruchtet das Leiden; und das Leiden vertieft die Liebe.
Durch die Erfahrung des Kreuzes hat sich für Edith Stein zugleich ein Weg geöffnet für eine neue Begegnung mit dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus. Für sie gehörten Glaube und Kreuz untrennbar zusammen; sie leuchten einander aus. In der Schule des Kreuzes gereift, durfte sie entdecken, welchen Wurzeln sich ihr Lebensbaum verdankt. Sie hat begriffen, wieviel es ihr bedeutet, „Tochter des auserwählten Volkes zu sein, nicht nur geistig, sondern auch blutsmässig zu Christus zu gehören“.
Predigt zur Heiligsprechung von Edith Stein, 11. Oktober 1998



Komm, wir gehen für unser Volk
Edith Stein ist im Vernichtungslager von Auschwitz als Tochter ihres gemarterten Volkes umgekommen. Trotz ihrer übersiedlung von Köln in den niederländischen Karmel von Echt fand sie nur vorübergehend Schutz vor der wachsenden Judenverfolgung. Nach der Besetzung Hollands wurde auch dort die Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten umgehend in die Wege geleitet, wobei die getauften Juden zunächst ausgenommen wurden. Als aber die katholischen Bischöfe der Niederlande in einem Hirtenbrief gegen die Deportation der Juden scharf protestierten, verfügten die Machthaber als Rache dafür die Vernichtung auch der Juden katholischen Glaubens.
So trat Schwester Teresia Benedicta vom Kreuz zusammen mit ihrer leiblichen Schwester Rosa, die ebenfalls im Karmel zu Echt Zuflucht gefunden hatte, den Weg ins Martyrium an. Beim Verlassen ihres Klosters fasste Edith ihre Schwester bei der Hand und sagte nur: "Komm, wir gehen für unser Volk."
Aus der Kraft opferbereiter Christusnachfolge sah sie auch in ihrer scheinbaren Ohnmacht noch einen Weg, ihrem Volk einen letzten Dienst zu erweisen. Bereits einige Jahre vorher hatte sie sich selbst mit der Königin Esther im Exil am persischen Hof verglichen. In einem ihrer Briefe lesen wir: »Ich vertraue darauf, dass der Herr mein Leben für alle (Juden) genommen hat. Ich muss immer wieder an die Königin Esther denken, die gerade darum aus ihrem Volk genommen wurde, um für das Volk vor dem König zu stehen. Ich bin eine sehr arme und ohnmächtige kleine Esther, aber der König, der mich erwählt hat, ist unendlich gross und barmherzig."
Predigt zur Seligsprechung von Edith Stein, Köln, 1. Mai 1987




Die Wahrheit und das Kreuz
Der ganze Lebensweg von Edith Stein ist geprägt von einer unermüdlichen Suche nach der Wahrheit und erhellt vom Segen des Kreuzes Christi. Sie begegnete dem Kreuz zum erstenmal in der glaubensstarke Witwe eines Studienfreundes, die, statt durch den tragischen Verlust ihres Mannes zu verzweifeln, aus dem Kreuz Christi Kraft und Zuversicht schöpfte. Sie schreibt darüber später: » Es war meine erste Begegnung mit dem Kreuz und der göttlichen Kraft, die es seinen Trägern mitteilt . . . Es war der Augenblick, in dem mein Unglaube zusammenbrach, . . . und Christus aufstrahlte: Christus im Geheimnis des Kreuzes."
Ihr eigener Lebens- und Kreuzweg ist zuinnerst mit dem Schicksal des jüdischen Volkes verbunden. In einem Gebet bekennt sie dem Heiland, dass sie darum wisse, »dass es sein Kreuz sei, das jetzt auf das jüdische Volk gelegt würde"; und alle, die das verstünden, » müssten es im Namen aller bereitwillig auf sich nehmen. Ich wollte das tun, er sollte mir nur zeigen, wie". Zugleich erhält sie die innere Gewissheit, dass Gott ihr Gebet erhört hat. Je häufiger die Hakenkreuze auf den Strassen zu sehen waren, umso höher richtete sich das Kreuz Jesu Christi in ihrem Leben auf. Als sie als Schwester Teresia Benedicta a Cruce in den Kölner Karmel eintrat, um am Kreuz Christi noch tieferen Anteil zu erhalten, wusste sie, dass sie »dem Herrn im Zeichen des Kreuzes vermählt" war. Am Tag ihrer ersten Profess war ihr nach ihren eigenen Worten zumute, "wie der Braut des Lammes". Sie war davon überzeugt, dass ihr himmlischer Bräutigam sie tief in das Geheimnis des Kreuzes hineinführen werde.
Predigt zur Seligsprechung von Edith Stein, Köln, 1. Mai 1987



Das ist die Wahrheit
Das lange Ringen um ihre persönliche Entscheidung für den Glauben an Jesus Christus fand erst 1921 ein Ende, als sie bei einer Freundin das autobiographische "Leben der heiligen Teresa von Avila" zu lesen begann. Sie war sofort gefangen und hörte nicht mehr auf bis zum Ende: "Als ich das Buch schloss, sagte ich mir: Das ist die Wahrheit! " Die ganze Nacht hindurch hatte sie gelesen bis zum Aufgang der Sonne. In dieser Nacht hat sie die Wahrheit gefunden, nicht die Wahrheit der Philosophie, sondern die Wahrheit in Person, das liebende Du Gottes. Edith Stein hatte die Wahrheit gesucht und Gott gefunden. Sie liess sich unverzüglich taufen und in die katholische Kirche aufnehmen.
Predigt zur Seligsprechung von Edith Stein, Köln, 1. Mai 1987



Sühneopfer
Als "Benedicta a Cruce—die vom Kreuz Gesegnete" wollte sie mit Christus Kreuzträgerin sein für das Heil ihres Volkes, ihrer Kirche, der ganzen Welt. Sie bot sich Gott an als "Sühneopfer für den wahren Frieden" und vor allem für ihr bedrohtes und gedemütigtes jüdisches Volk. Nachdem sie erkannt hatte, dass Gott wieder einmal schwer seine Hand auf sein Volk gelegt hatte, war sie davon überzeugt, "dass das Schicksal dieses Volkes auch das meine war".
Als die tödliche Bedrohung ihres jüdischen Volkes sich auch über ihr wie eine dunkle Wolke zusammenzog, war sie bereit, mit ihrem eigenen Leben zu verwirklichen, was sie schon früher erkannt hatte: "Es gibt eine Berufung zum Leiden mit Christus und dadurch zum Mitwirken mit seinem Erlösungswerk . . . Christus lebt in seinen Gliedern fort und leidet in ihnen fort; und das in Vereinigung mit dem Herrn ertragene Leiden ist Sein Leiden, hineingestellt in das grosse Erlösungswerk und darin fruchtbar.«
Mit ihrem Volk und "für" ihr Volk ging Schwester Teresia Benedicta vom Kreuz zusammen mit ihrer Schwester Rosa den Weg in die Vernichtung. Leid und Tod nimmt sie jedoch nicht nur passiv an, sondern vereinigt diese bewusst mit der sühnenden Opfertat unseres Erlösers Jesus Christus. " Schon jetzt nehme ich den Tod, den Gott mir zugedacht hat, in vollkommener Unterwerfung unter seinen heiligsten Willen mit Freude entgegen", hatte sie einige Jahre zuvor in ihrem Testament geschrieben: "Ich bitte den Herrn, dass er mein Leiden und Sterben annehmen möge zu seiner Ehre und Verherrlichung, für alle Anliegen . . . der heiligen Kirche." Der Herr hat diese ihre Bitte erhört.
Predigt zur Seligsprechung von Edith Stein, Köln, 1. Mai 1987











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